Internationaler Aktienhandel
Europa-Börsen schließen uneinheitlich

Die Börsen in Europa haben am Montag uneinheitlich geschlossen. Allerdings verloren die meisten großen Indizes weiter an Terrain. Steigende Ölpreise, Fusionsfantasie im Pharmasektor und eine Erholung der Finanzwerte limitierten aber das Minus und hielten den Londoner Markt sogar im Plus.

HB PARIS/LONDON Der EuroSTOXX 50 ging mit minus 0,40 Prozent auf 1.809,98 Zähler aus dem Handel und schloss damit auf dem tiefsten Stand seit dem 18. Dezember 1996. In der Vorwoche hatte der Eurozonen-Leitindex bereits rund acht Prozent verloren. In London schloss der FTSE 100 dank starker Öltitel dagegen mit 0,33 Prozent im Plus bei 3.542,40 Punkten und blieb damit relativ stark. Der CAC-40-Index büßte in Paris 0,60 Prozent auf 2.519,29 Zähler ein.

Bankenwerte standen einmal mehr im Fokus. Über das Wochenende stockte die britische Regierung ihren Anteil an der Lloyds Banking Group von 43 auf 65 Prozent auf und übernimmt damit die Mehrheit an der neuen Bankengruppe. Lloyd-Aktien reagierten mit einer heftigen Berg- und Talfahrt und gingen mit plus 4,05 Prozent bei 38,25 Pence aus dem Handel - am Morgen waren sie bis auf ein Tief bei 36,00 Pence gefallen, in der Spitze wurden 44,25 Pence bezahlt. Wolfgang Matejka, Geschäftsführer bei Julius Meinl Investment, zeigte sich von den Nachrichten aus dem Bankensektor wenig überzeugt. „Viele dieser Rettungsaktionen sorgen nur für eine kurzfristige Hilfe, bieten aber keine Lösung für den kompletten Sektor.“

Im EuroSTOXX50 gingen Fortis mit plus 20,83 Prozent bei 1,160 Euro aus dem Handel. Belgien will 75 Prozent seiner Anteile an dem Finanzkonzern an die französische Großbank BNP Paribas verkaufen. Die restlichen 25 Prozent sollen im Besitz des Staates bleiben. BNP-Aktien stiegen um 1,56 Prozent auf 22,075 Euro.

Ölwerte stellten Börsianern zufolge eine großte Stütze für den „Footsie“ in London dar, da sie vom deutlich steigenden Ölpreis profitierten. Spekulationen über eine Förderkürzung der Organisation Erdöl exportierender Länder (OPEC) trieb ein Barrel (159 Liter) der US-Referenzsorte West Texas Intermediate (WTI) zur Auslieferung im April wieder Richtung 50 Dollar. Tullow Oil legten als zweitbester Wert im „Footsie“ 7,89 Prozent auf 785,56 Pence zu, BP verteuerten sich um 5,86 Prozent auf 429,25 Pence. Im EuroSTOXX50 hielten sich die Ölwerte zwar besser als der Markt, konnten aber zum Handelsschluss kein Plus behaupten. TOTAL verbilligten sich um 0,07 Prozent auf 35,965 Euro und Repsol-YPF gaben 0,17 Prozent auf 11,67 Euro ab.

Für deutliche Kursaufschläge im Pharmasektor sorgte die Nachricht, dass der US-Pharmakonzern Merck & Co den Konkurrenten Schering-Plough übernehmen will - der Wert der Transaktion wird auf rund 41 Milliarden US-Dollar beziffert. Die Papiere von AstraZeneca - dem „ewigen Übernahmeziel“, wie ein Händler sagte - legten in London um 3,54 Prozent auf 2.194 Pence zu. Aktien von GlaxoSmithKline büßten dagegen 1,56 Prozent auf 1.006,50 Pence ein.

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