Internationaler Aktienhandel
Europa-Börsen: Sehr schwach ins Wochenende

Die europäischen Börsen sind am Freitag von wieder sprunghaft steigenden Ölpreise und negativen US-Konjunkturdaten belastet worden. Nach dem kräftigen Preissprung am Vortag legten die Ölpreise einmal mehr drastisch zu.

dpa-afx PARIS/LONDON. Die europäischen Börsen sind am Freitag von wieder sprunghaft steigenden Ölpreise und negativen US-Konjunkturdaten belastet worden. Nach dem kräftigen Preissprung am Vortag legten die Ölpreise einmal mehr drastisch zu. So stieg der US-Ölpreis bis zum Abend auf deutlich über die Marke von 134 Dollar und damit wieder in Reichweite seines Rekordhochs von gut 135 Dollar. Zudem legten im Mai in den USA sowohl die Arbeitslosenquote als auch die Stundenlöhne stärker zu als erwartet.

Der Eurostoxx 50 beendete den Handelstag mit einem Minus von 2,34 Prozent bei 3 596,70 Zählern. Auf Wochenbasis gab der europäische Leitindex damit satte 4,80 Prozent ab. Der Stoxx 50 , der auch Schweizer und britische Werte umfasst, büßte 2,23 Prozent auf 3 049,72 Zähler ein. Der Ftse 100 sank um 1,48 Prozent auf 5 906,80 Punkte. Für den CAC-40-Index ging es um 2,28 Prozent auf 4 795,32 Punkte nach unten.

Ahold-Aktien gaben nach Zahlen 3,29 Prozent auf 9,55 Euro ab. Experten hatten die Quartalszahlen des Einzelhandelskonzerns unterschiedlich bewertet. Händler sprachen von "sehr guten Zahlen" und begrüßten zudem die Anhebung der Margenziele. Für einen Analysten war das Ergebnis allerdings nur im Rahmen der Erwartungen ausgefallen.

Aktien von Fluggesellschaften litten unter den jüngsten Entwicklungen am Ölmarkt. So verloren Air France-KLM 5,97 Prozent auf 16,37 Euro. Hier belastete auch ein Pressebericht über ein Interesse an einem Einstieg bei Austrian Airlines (AUA) . Für British Airways ging es um 8,16 Prozent auf 238,25 Pence nach unten. Dagegen legten die Papiere des Ölkonzerns Cairn Energy um 3,66 Prozent auf 4 050,00 Pence zu. Tullow Oil gewannen 0,73 Prozent auf 900,50 Pence.

ASM International sprangen indes nach einem Angebot durch Applied Materials für zwei Geschäftsbereiche um 10,24 Prozent auf 18,63 Euro hoch. Der niederländische Zulieferer für die Chipindustrie bestätigte das Interesse der Amerikaner für die Geschäftsfelder ALD Layer Deposition) und Pecvd (Plasma Enhanced Chemical Vapour Deposition). Applied Materials habe für diese Bereiche einen Wert zwischen 400 Mill. und 500 Mill. Dollar angesetzt, hieß es.

Zu den Gewinnern zählten auch die Stahlwerte. Händler verwiesen auf die angehobene Prognose des US-Stahlkonzerns Nucor . Dieser hatte sein Gewinnziel für das zweite Quartal erhöht. "Das war zwar bereits am Donnerstag vor der US-Eröffnung, da war Europa aber zu sehr mit den EZB-Aussagen und einer möglichen Zinserhöhung beschäftigt", sagte ein Händler. Die Aktien von Arcelormittal hielten sich mit Abschlägen von 0,70 Prozent auf 65,19 Euro deutlich besser als der Eurostoxx 50. In Paris waren Vallourec mit einem Minus von 0,23 Prozent auf 208,00 Euro noch der beste Wert im CAC 40.

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