Internationaler Aktienhandel
Europa-Börsen: Stahl- und Minenwerte unter Druck

Nach deutlichen Kursgewinnen am Vortag haben die europäischen Börsen am Dienstag etwas nachgegeben. Die zunächst weiter freundliche Tendenz sei am Nachmittag von schwächeren Kursen an der Wall Street ausgebremst worden, sagten Marktteilnehmer.

dpa-afx PARIS/LONDON. Nach deutlichen Kursgewinnen am Vortag haben die europäischen Börsen am Dienstag etwas nachgegeben. Die zunächst weiter freundliche Tendenz sei am Nachmittag von schwächeren Kursen an der Wall Street ausgebremst worden, sagten Marktteilnehmer. Europäische Finanzwerte waren ungeachtet des Kursrutsches bei Lehman Brothers von zeitweise über 40 Prozent weiter gefragt. Die größten Verlierer kamen aus dem Stahl- und Minensektor.

Der Eurostoxx 50 ging nach dem Kurssprung um 3,09 Prozent zum Wochenauftakt mit einem Abschlag von 0,70 Prozent auf 3 261,07 Zählern aus dem Handel. Der Stoxx 50 gab um 0,15 Prozent auf 2 842,13 Zähler ab. Der französische CAC-40-Index verlor 1,08 Prozent auf 4 293,34 Punkte. Der britische Ftse 100 sank um 0,56 Prozent auf 5 415,60 Zähler.

Schwächster Wert im Eurostoxx waren Arcelormittal , die 5,30 Prozent auf 42,26 Euro verloren. Börsianer führten Sorgen um das globale Wirtschaftswachstum und entsprechend sinkende Nachfrage nach Stahl und Rohstoffen als Begründung an. Papiere des Bergbau-Konzerns Anglo American markierten mit minus 5,97 Prozent auf 2 204 Pence das Schlusslicht im Stoxx. Im Footsie brachen Kazakhmys gar um 9,28 Prozent auf 904,00 Pence ein. Nur knapp dahinter folgten Eurasian Natural und Xstrata .

An der Spitze der europäischen Auswahlindizes gewannen dagegen Intesa Sanpaolo 6,08 Prozent auf 3,96 Euro und führten das Feld der überwiegend weiter gefragten Finanztitel an. Bester britischer Vertreter waren Barclays mit plus 3,03 Prozent auf 364,75 Pence. Credit Suisse bauten in Zürich die Vortagesgewinne um 1,03 Prozent auf 54,55 Franken aus. Marktteilnehmer verwiesen weiter auf Nachwirkungen der Intervention der US-Regierung mit der Übernahme der angeschlagenen Hypothekenbanken Fannie Mae und Freddie Mac , die die Hoffnung auf ein nahendes Ende der Kreditkrise genährt und zu Eindeckungen von Leerverkäufen bewogen habe.

Der britische Gasversorger BG Group hat unterdessen das Scheitern der Übernahmeofferte für die australische Origin Energy eingestanden. BG Group werde das Gebot nicht weiter verlängern oder erhöhen. Die Aktien reagierten allerdings nur anfänglich positiv und verloren zuletzt 4,30 Prozent auf 1 049,63 Pence.

In Frankreich gewannen Air France-KLM nach dem Bekanntwerden von Plänen, zusammen mit Veolia in das Passagiergeschäft mit Hochgeschwindigkeitszügen einzusteigen, 4,87 Prozent auf 17,875 Euro. Die Papiere markierten damit die Spitze des CAC-40. Veolia verloren 1,68 Prozent auf 33,01 Euro. Unterdessen haben die EU-Wettbewerbshüter erhebliche Zweifel an der geplanten vollständigen Übernahme der niederländischen Martinair durch den großen einheimischen Konkurrenten KLM.

Novartis legten nach der Nachricht über eine womöglich schnellere Zulassung eines Nierenkrebs-Medikaments 1,01 Prozent auf 59,80 Franken zu. Die US-Gesundheitsbehörde FDA behandelt den Zulassungsantrag für das Medikament Rad001 mit Vorrang. Die "priority review" des voraussichtlich unter dem Namen "Afinitor" zu vermarktenden Präparats ist Novartis zufolge aufgrund des Therapie-Potenzials erfolgt. So könne das Medikament die erste Behandlung von Patienten mit fortgeschrittenem Nierenkrebs werden, die auf die Standardbehandlung nicht ansprächen. Durch die Vorzugsbehandlung soll sich die Zeit bis zu einem Zulassungsentscheid von zehn auf sechs Monate verkürzen. Novartis hat auch in Europa Zulassungsanträge für Rad001 eingereicht.

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