Internationaler Aktienhandel
Europa-Börsen: Verluste zum Schluss eingedämmt

An den europäischen Börsen hat am Mittwoch wieder die Sorge vor der Krise an den Finanzmärkten den Handel bestimmt. Angesichts der positiven Kursentwicklung an den US-Börsen konnten dann allerdings die wichtigsten europäischen Indizes ihre Verluste immerhin etwas eingrenzen.

dpa-afx PARIS/LONDON. An den europäischen Börsen hat am Mittwoch wieder die Sorge vor der Krise an den Finanzmärkten den Handel bestimmt. Angesichts der positiven Kursentwicklung an den US-Börsen konnten dann allerdings die wichtigsten europäischen Indizes ihre Verluste immerhin etwas eingrenzen.

Der Eurostoxx 50 schloss einem Minus von 1,02 Prozent auf 3 699,05 Punkten. Der Stoxx 50 , der auch Schweizer und britische Werte umfasst, fiel 1,58 Prozent auf 3 123,17 Zähler. Der Ftse 100 rutschte 1,45 Prozent auf 5 970,10 Punkte und der CAC-40-Index verlor 1,38 Prozent auf 4 915,07 Zähler.

Im frühen europäischen Handel hätten zunächst neue Sorgen über den Zustand des US-Finanzsektors die Kurse auf Talfahrt geschickt, sagte ein Händler. Bis kurz vor dem Handelsauftakt an den US-Märkten ließen die Futures auf die US-Indizes noch neue Kursverluste an der Wall Street erwarten. Im frühen US-Handel zeigten sich dann aber schnelle Kursgewinne. Mit der überraschende Wende zum Besseren an der Wall Street habe sich auch an den europäischen Börsen die Stimmung etwas gebessert, sagte der Händler weiter. Am Ende reichte es aber nicht mehr für den Sprung in die Gewinnzone.

Zudem hatte sich die Lage an den Ölmärkten zur Wochenmitte weiter entspannt. In den USA sind die Benzin-Reserven zuletzt überraschend stark gestiegen. Daraufhin setzte der Preis für US-Rohöl die Talfahrt der vergangenen Tage weiter fort und rutschte unter 123 Dollar. Etwas Rückenwind für den Handel an den Aktienmärkten lieferten zudem die jüngsten Konjunkturdaten aus den USA. Demnach trübte sich die Stimmung der US-Einkaufsmanager des Dienstleistungssektors im Mai zwar ein, die Stimmung war aber dennoch besser als Volkswirte zuvor erwartet hatten.

Der europäische Bankensektor geriet im Handelsverlauf wieder einmal unter Druck. Händlern zufolge kursierten Spekulationen über einen Bericht der Ratingagentur Fitch. Dieser deute darauf hin, dass sich Societe Generale , BNP Paribas und Barclays neues Kapital beschaffen müssten. Es heiße auch, die notwendige Neukapitalisierung sei "massiv", sagte ein weiterer Börsianer. Societe Generale grenzten die Verluste zum Handelsende deutlich ein und schlossen mit 1,68 Prozent im Minus bei 63,64 Euro. BNP Paribas mussten nach ebenfalls starken Verlusten noch 0,77 Prozent auf 63,87 Euro abgeben und Barclays verloren schließlich 2,29 Prozent auf 349,75 Pence.

Ein Kommentar von Analysten der Großbank Societe Generale lastete auf den Titeln europäischer Autobauer. PSA Peugeot Citroen gaben 0,65 Prozent auf 39,79 Euro ab, nachdem sie von "Buy" auf "Sell" gesenkt worden waren. Fiat-Aktien schlossen 1,91 Prozent tiefer auf 13,62 Euro. Aktien von Renault schafften dagegen nach frühen Verlusten am Ende den Sprung in die Gewinnzone und legten 1,44 Prozent auf 65,66 Euro zu. Auch die Aktien des Reifenherstellers Michelin gaben 0,95 Prozent auf 54,39 Euro ab. Alle drei Titel waren von "Buy" auf "Hold" abgestuft worden.

Dagegen konnten die Aktien von Ryanair an die starken Kursgewinne vom Vortag anknüpfen und legten um mehr als sieben Prozent zu. Zuletzt sprangen die Papiere des Billigfliegers 7,36 Prozent auf 3,049 Euro. Das Unternehmen hatte am Dienstag ein überraschend starkes Gewinnplus im abgelaufenen Geschäftsjahr gemeldet. Kaum beachtet wurde indes ein negativer Analystenkommentar. Die Deutsche Bank hatte am Morgen das Kursziel für die Papiere des Billigfliegers auf 2,20 Euro gesenkt und die Aktie mit "Sell" bewertet.

In Zürich verloren Novartis-Papiere zuletzt 2,05 Prozent auf 54,85 Schweizer Franken. Der Schweizer Pharmakonzern will das nicht börsennotierte amerikanische Biotech-Unternehmen Protez Pharmaceuticals übernehmen. Im weiteren Tagesverlauf folgte eine positive Meldung über zwei neue Impfstoffe, die sich in sogenannten "Phase-I-Studien" befinden. Dabei handelt es sich um die erste Stufe einer Reihe von Untersuchungen für die Zulassung neuer Medikamente. Die Nachricht habe der Novartis-Aktie aber nicht mehr helfen können, sagte ein Händler.

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