Internationaler Aktienhandel
Europa-Börsen: Vodafone erklimmt „Footsie“-Spitze

Die wichtigsten europäischen Aktienindizes haben gegen Dienstagmittag ihre frühen Gewinne wieder eingebüßt und sind ins Minus gerutscht.

HB PARIS/LONDON. Aktinhändlern zufolge belasteten am Dienstag die Verluste bei den Energieaktien die Stimmung. Diese litten unter Nachfragesorgen und enttäuschenden Zahlen des Branchenriesen BP. Auch viele Bankaktien legten erneut den Rückwärtsgang ein.

Der Eurostoxx 50 verlor 0,50 Prozent auf 2 187,77 Punkte, und der Londoner Ftse 100 gab um 0,44 Prozent auf 4 059,93 Zähler nach. Der französische CAC-40-Index sank um 0,71 Prozent auf 2 909,35 Zähler.

BP-Titel sackten um 3,82 Prozent auf 466,25 Pence ab und zählten damit zu den schwächsten Werten im "Footsie". Dem britischen Mineralölkonzern hat im vierten Quartal der sinkende Ölpreis schwer zu schaffen gemacht. Zu Wiederbeschaffungskosten sank der Gewinn in den letzten drei Monaten des Jahres 2008 um 24 Prozent und verfehlte damit die durchschnittlichen Marktschätzungen. Justin Urquhart Stewart, Direktor bei Seven Investment Management, zufolge kam der Gewinnrückgang nicht überraschend. Der Experte verwies neben dem niedrigen Ölpreis auch auf die hohen Verluste in Russland.

Auch andere Ölwerte gaben nach. So fielen die Titel von Tullow Oil um 3,47 Prozent auf 64,50 Pence, und Aktien von Royal Dutch Shell sanken um 2,30 Prozent auf 1 696,00 Pence.

Titel der Vodafone Group gewannen hingegen 6,79 Prozent auf 136,85 Pence und setzten sich damit an die Spitze des "Footsie". Der nach eigenen Angaben weltgrößte Mobilfunkbetreiber hat nach einem Umsatzanstieg im abgelaufenen Quartal seine Prognose angehoben. Grund dafür sei auch das schwache Pfund, hieß es von Seiten des Unternehmens. Laut den Analysten der UBS sind die Erlöse in Deutschland und vor allem in Großbritannien langsamer gefallen als gedacht.

Im Kielwasser der positiven Nachrichten aus London waren die Titel der Telecom Italia mit plus 4,98 Prozent auf 1,0 020 Euro der Favorit im europäischen Leitindex. Aktien von France Telecom rückten dahinter um 2,56 Prozent auf 18,25 Euro vor.

Mit einem regelrechten Einbruch von 19,95 Prozent auf 34,50 schwedische Kronen sahen sich hingegen die Aktionäre der SAS Group konfrontiert. Die stark angeschlagene skandinavische Fluggesellschaft muss ihre Eigner um frisches Kapital bitten und will 8 600 Stellen streichen. Unter Druck gerieten in Stockholm auch die Titel von SEB . Sie verloren 5,38 Prozent auf 33,40 schwedische Kronen, nachdem die Papiere am Vormittag kurz vom Handel ausgesetzt worden waren. Die Großbank erwägt eine Kapitalerhöhung. Es sei jedoch noch keine Entscheidung gefallen, teilte das Institut mit.

Schließlich fielen die Titel von Fortis um 1,20 Prozent auf 1,65 Euro. Der chinesische Versicherer Ping An, der fünf Prozent an Fortis hält, könnte gegen das neue Abkommen zum Teilverkauf des schwer angeschlagenen Finanzkonzerns an die französische Großbank BNP Paribas stimmen. Dies sagte Stefan Odeurs, ein Vertreter der von Oing An beauftragten Anwaltsfirma White & Case. Odeurs habe noch einige Fragen an die belgische Regierung, hieß es am Montagabend. BNP-Titel verloren 3,92 Prozent auf 26,320 Euro.

Angesichts der trüben Branchenstimmung notierten auch andere Bankwerte im Minus. So verloren Societe Generale 3,23 Prozent auf 30,00 Euro, und Unicredit gaben 1,78 Prozent auf 1,27 Euro nach.

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