Internationaler Aktienhandel
Europa-Börsen: Vor allem Finanzwerte im Minus

Die wichtigsten europäischen Börsen haben am Freitag sehr schwach geschlossen. Immerhin konnten sie jedoch am Nachmittag einen Teil ihrer deutlichen Verluste aus dem frühen Handel wieder wettmachen. Händlern zufolge sorgten jüngste Aussagen von US-Präsident George W. Bush für etwas Erleichterung an der Wall Street und damit auch an den europäischen Handelsplätzen.

HB PARIS/LONDON. Dieser hatte angedeutet, dass die ums Überleben kämpfenden US-Autokonzerne doch noch mit Mrd. aus dem Rettungsfonds für die Finanzbranche gestützt werden könnten. Am Vormittag hatte der im Senat gescheiterte Rettungsplan für die Automobilbranche die Indizes europaweit auf Talfahrt geschickt.

Der europäische Leitindex Eurostoxx 50 fiel schließlich um nur noch 2,67 Prozent auf 2 418,91 Zähler, nachdem er zwischenzeitlich mehr als140 Zähler niedriger notiert hatte. Auf Wochensicht ergab sich damit aber ein sattes Plus von 7,41 Prozent. Der Londoner Ftse 100 gab um 2,47 Prozent auf 4 280,35 Punkte nach und der französische CAC-40-Index sank um 2,80 Prozent auf 3 213,60 Zähler.

Die Aktien der europäischen Autohersteller erholten sich angesichts der neusten Nachrichten aus dem Weißen Haus etwas von ihren deutlichen Verlusten. So sanken Renault noch um 6,09 Prozent auf 17,74 Euro und entfernten sich damit etwas von ihrem Tagestief. PSA Peugeot Citroen büßten 5,02 Prozent auf 12,67 Euro ein und Fiat verloren 5,29 Prozent auf 5,19 Euro.

Zu Fiat hieß es zudem, der Chef Sergio Marchionne wolle den Unternehmensausblick im März/April 2009 überarbeiten, aber mit den Kostensenkungen sofort beginnen, wie die Zeitung "Il Sole 24 Ore" berichtete. Dabei zitierte sie aus dem traditionellen Jahresabschluss-Treffen der Fiat-Manager. "La Stampa" berichtete aus dem selben Meeting, dass Marchionne gesagt habe, Fiat benötige eine Allianz, könne aber den Partner aus einer "Position der Stärke" heraus selbst bestimmen. Renault-Vorstandschef Carlos Ghosn sagte ferner am Donnerstagabend im französischen Fernsehen, er rechne damit, dass das Jahr 2009 noch schwieriger werde als 2008.

Die Verliererlisten wurde aber vor allem von den Finanzwerten angeführt: Lloyds TSB Group brachen um 17,78 Prozent auf 129,88 Pence ein, und Barclays büßten 8,13 Prozent auf 148,00 Pence ein. Titel von Hbos verbilligten sich am "Footsie"-Ende gar um 22,95 Prozent auf 67,50 Pence. Das Unternehmen teilte mit, dass sich die Belastungen durch notleidende Kredite und andere Abschreibungen von Januar bis Ende November auf acht Mrd. britische Pfund (9,1 Mrd. Euro) summiert hätten. Zudem gaben die Aktionäre der angeschlagenen britischen Bank grünes Licht für die Übernahme durch den Mitbewerber Lloyds TSB.

In Paris sanken ferner Titel von Credit Agricole um 7,54 Prozent auf 8,885 Euro ab, und Aktien von Societe Generale fielen um 6,74 Prozent auf 36,250 Euro. Händlern zufolge wirkten auch negative Nachrichten aus den USA noch nach. Der Chef der US-Bank Jpmorgan , Jamie Dimon, hatte am Donnerstagabend mitgeteilt, er sehe im laufenden vierten Quartal weiterhin keine Entspannung.

Alcatel-Lucent-Aktien zeigten sich indes mit minus 11,71 Prozent auf 1,636 Euro ebenfalls sehr schwach und übernahmen im europäischen Leitindex die rote Laterne. Der hochdefizitäre französisch-amerikanische Telekommunikationsausrüster kündigte ein weiteres hartes Sparprogramm an und erwartet für den Gesamtmarkt 2009 einen Umsatzrückgang zwischen acht und zwölf Prozent. Analyst Richard Windsor von Nomura Securities meinte, am meisten hätten ihn die neuen Erwartungen des Konzerns für das kommende Jahr überrascht.

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