Internationaler Aktienhandel
Europabörsen geben deutlich nach

Belastet von überraschend schwach ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten und negativen Nachrichten von Nokia haben die europäischen Börsen am Freitag mit deutlichen Verlusten geschlossen.

dpa-afx PARIS/LONDON. Belastet von überraschend schwach ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten und negativen Nachrichten von Nokia haben die europäischen Börsen am Freitag mit deutlichen Verlusten geschlossen. Die Arbeitslosenquote in den USA ist im August überraschend stark gestiegen, unterdessen ist die Beschäftigtenzahl stärker als erwartet zurückgegangen und auch die Vormonate wurden kräftig revidiert. Daraufhin weitete auch die Wall Street ihre bereits deutlichen Vortagesverluste aus.

Für den Eurostoxx 50 ging es um 2,72 Prozent auf 3 185,83 Zähler nach unten. Im Wochenvergleich büßte der europäische Leitindex damit 180 Punkte oder 5,35 Prozent ein. Der Stoxx 50 mit Werten aus Großbritannien und der Schweiz rutschte um 2,05 Prozent auf 2 754,40 Zähler ab. Der französische CAC-40-Index gab um 2,49 Prozent auf 4 196,66 Punkte nach. Der Londoner Ftse 100 fiel um 2,26 Prozent auf 5 240,70 Punkte.

Mit Abstand schwächster Wert im europäischen Leitindex waren Nokia mit minus 12,17 Prozent auf 13,79 Euro. Der Handy-Hersteller hat die Prognose für den Marktanteil auf dem Handy-Markt für das dritte Quartal gesenkt. Der Marktanteil werde im dritten Jahresviertel niedriger als im zweiten Quartal sein, teilte Nokia mit. Für das Gesamtjahr 2008 halten die Finnen an ihrem Ziel fest, den Marktanteil auf dem Handy-Markt zu steigern. Händler und Analysten zeigten sich enttäuscht. "Das dürfte nun zu einigen Abstufungen führen", sagte ein Börsianer.

Aktien von LM Ericsson wurden in Sippenhaft genommen und fielen um 4,99 Prozent auf 66,60 schwedische Kronen. Stmicroelectronics , dessen Chips in Nokia-Telefonen verwendet werden, kamen ebenfalls kräftig unter Druck. Hier war auch eine Abstufung von "Neutral" auf "Sell" durch die UBS für das Minus von 5,57 Prozent auf 8,149 Euro mitverantwortlich.

Aktien von Electricite de France (EDF) schlossen nach anfänglichen Gewinnen mit minus 2,39 Prozent auf 52,815 Euro. Der französische Energiekonzern kommt nach Informationen aus Kreisen bei den Gesprächen über einen Einstieg bei British Energy voran. Die Branchenkreise bestätigten damit einen Bericht der "Financial Times" in Teilen. Diese hatte unter Berufung auf das EDF-Umfeld berichtet, dass der französische Energiekonzern für die Briten möglicherweise mehr bezahlen will. In London verloren die Titel von British Energy 1,36 Prozent auf 728,00 Pence und hielten sich damit etwas besser als der Markt.

British Airways verloren unterdessen 2,00 Prozent auf 245,125 Pence. Neben der Lufthansa hoffen einem Pressebericht zufolge auch die britische Fluggesellschaft sowie die chinesische Hainan Airlines auf den Zuschlag beim Verkauf von Brussels Airlines. Die beiden Gesellschaften haben sich der laut der "Süddeutsche Zeitung" ebenfalls beworben. Lufthansa gelte indes weiterhin als vom Management favorisierter Partner.

Unterdessen litten Sainsbury unter mehreren negativen Analystenkommentaren und fielen um 3,31 Prozent auf 336,00 Pence. Die Deutsche Bank stufte die Aktien von "Hold" auf "Sell" herab und reduzierte das Kursziel von 335 auf 310 Pence. Zudem hatte die Citibank in einer Studie zum Lebensmitteleinzelhandel die Aktie von Sainsbury als besonders risikobehaftet bewertet, da die Supermärkte mit ihrer Positionierung als Qualitätskette im derzeitigen Umfeld nichts gutes verheiße und der Konsens für Sainsbury derzeit übertrieben optimistisch erscheine. Aktien von Johnson Matthey büßten am "Footsie"-Ende 8,51 Prozent auf 1 451,00 Pence ein. Merrill Lynch hatte die Titel Händlern zufolge von der "Europe 1 List" genommen.

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