Internationaler Aktienhandel
Europabörsen: Schwache Finanzwerte

dpa-afx PARIS/LONDON. Schwache Finanzwerte nach der Zinsentscheidung in den USA vom Vorabend haben die wichtigsten europäischen Aktienbörsen am Mittwoch zusammen mit der schwachen Vorgabe deutlich ins Minus gedrückt. Börsianer zeigten sich enttäuscht von der Zinssenkung um nur 0,25 Prozentpunkte, auch wenn dies mehrheitlich erwartet worden sei. Zudem habe die US -Notenbank die Lage an den Finanzmärkten und der Realwirtschaft negativer beurteilt als zuletzt - die US-Börse hat sich daraufhin am Vorabend auf Talfahrt begeben und eine sehr schwache Vorgabe geliefert.

Der EuroStoxx50 stand am Mittag mit 1,06 Prozent im Minus bei 4 402,85 Zählern. Der europäische Leitindex schwankte im bisherigen Verlauf zwischen 4 436 Punkten zur Eröffnung und 4 387 Zählern. Der auch Schweizer und britische Werte umfassende Stoxx 50 verlor 1,06 Prozent auf 3 743,38 Punkte. Der Euronext 100 sackte um 1,01 Prozent auf 998,81 Zähler ab. In Paris verlor der CAC 40 1,28 Prozent auf 5 651,39 Punkte. Der Londoner FTSE 100 fiel um 0,94 Prozent auf 6 479,90 Zähler. Der Swiss-Market -Index (SMI) gab 1,09 Prozent auf 8 759,58 Punkte ab.

Finanzwerte zählten im Nachgang der US-Zinsentscheidung zu den größten Verlierern. Im Eurostoxx sackten Societe Generale um 3,37 Prozent auf 103,29 Euro ab, BNP Paribas verloren 2,67 Prozent auf 75,33 Euro. Noch markanter war die Schwäche der Finanzwerte in London, wobei Barclays 3,78 Prozent auf 535 Pence abgaben und Royal BK Scot um 4,38 Prozent auf 452,50 Pence abgesackt sind. Northern Rock fielen am Indexende um 6,42 Prozent auf 97 Pence. Einem Bericht der "Times" zufolge will Ceberus nicht mehr für die angeschlagene Hypothekenbank bieten - der Kreis der Interessenten schrumpfe damit auf 2, sagte ein Händler. Zudem würden nach Börsenschluss die Umschichtungen im Ftse 100 bekanntgeben, wobei die Aktien der Hypothekenbank als Abstiegskandidat gelten.

Bei den insgesamt schwachen Minenwerten verloren BHP Billiton 2,21 Prozent auf 1 635 Pence. Der Rohstoffkonzern hat sein Interesse an der milliardenschweren Übernahme des Wettbewerbers Rio Tinto bekräftigt. Rio Tinto verloren 2,75 Prozent auf 5 524 Pence. Xstrata verloren gemessen am Minensektor unterdurchschnittliche 0,99 Prozent auf 3 701 Pence. Der Schweizer Rohstoffkonzern hat Gespräche mit Konkurrenten über eine mögliche Fusion bestätigt. Man sei in Diskussionen mit Wettbewerbern über beidseitige Interessen wie etwa eine "Branchenkonsolidierung", teilte das Unternehmen am Mittwoch mit.

Clariant sprangen in Zürich mit plus 6,76 Prozent auf 11,22 Euro an die SMI-Spitze. Händler verwiesen auf Übernahmespekulationen für den Spezialitätenchemiekonzern. Demnach soll Lanxess zwölf Franken je Clariant -Aktie bieten wollen, was bereits am Vorabend für Käufe in dem Titel gesorgt habe. Ein Händler in Frankfurt ergänzte, dass es diese Spekulationen um ein Interesse von Lanxess an Clariant bereits im Sommer gegeben habe.

UBS rutschten dagegen 3,07 Prozent auf 55,20 Franken ab. Händler verwiesen auf zahlreiche negative Analystenkommentare in Reaktion auf die Ankündigung vom Montag, dass im Schlussquartal wegen Subprime-Belastungen ein Verlust anfällt. Exane BNP Paribas senkte die Einstufung von "Outperform" auf "Neutral", nachdem die Aktie nun "In Line" zur europäischen Konkurrenz stehe. Societe Generale senkte das Votum von "Hold" auf "Sell", Lehman von "Equalweight" auf "Underweight". WestLB und Goldman reduzierten jeweils ihre Kursziele.

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