Internationaler Aktienhandel
Europabörsen: Wall Street sorgt für späte Erholung

Die wichtigsten europäischen Aktienmarktindizes sind am Donnerstag uneinheitlich aus dem Handel gegangen. Am Nachmittag habe die schrittweise nach oben strebende Wall Street die meisten Indizes mit auf den Weg in die Pluszone genommen, sagten Händler.

dpa-afx PARIS/LONDON. Die wichtigsten europäischen Aktienmarktindizes sind am Donnerstag uneinheitlich aus dem Handel gegangen. Am Nachmittag habe die schrittweise nach oben strebende Wall Street die meisten Indizes mit auf den Weg in die Pluszone genommen, sagten Händler. Zuvor hatten neue Sorgen über die Entwicklung im Finanzsektor für Abschläge in Europa gesorgt.

Nach dem Rekordverlust des Anleihen-Versicherers Mbia wird Marktteilnehmern zufolge befürchtet, dass die Rating-Agenturen Fitch und Standard & Poors ihre Bewertung für Mbia und den Branchenkollegen Ambac Financial senken könnten. Ein solcher Schritt sei geeignet, im Finanzsektor für weitere Abschreibungen zu sorgen.

Der Eurostoxx 50 gewann 0,09 Prozent auf 3 792,80 Zähler. Der auch schweizerische und britische Werte umfassende Stoxx 50 legte ebenfalls um 0,09 Prozent auf 3 240,75 Zähler zu. Der Euronext 100 fiel hingegen um 0,26 Prozent auf 864,47 Punkte. Der Pariser CAC 40 sank um 0,08 Prozent auf 4 869,79 Zähler. Der Londoner Leitindex Ftse 100 schloss mit 0,73 Prozent im Plus bei 5 879,80 Punkten.

Finanzwerte gehörten angesichts der Sorgen um weitere Abschreibungen zu den schwächsten Werten. So verloren Credit Agricole auf dem letzten Platz im Eurostoxx 50 4,30 Prozent auf 20,49 Euro. Bbva gaben 1,88 Prozent auf 14,07 Euro. Unicredit rutschten um 2,39 Prozent auf 4,93 Euro ab. Hier belastete zusätzlich die Entscheidung eines deutschen Gerichts, den Verkauf der Bank Austria an das italienische Finanzinstitut für nichtig zu erklären.

Societe Generale hingegen kletterten erneut beflügelt von Übernahmespekulationen um 1,71 Prozent auf 83,20 Euro. Händler verwiesen auf Berichte, denen zufolge der französische Branchenkollege BNP Paribas die zuletzt durch ungenehmigte Geschäfte eines Händlers unter Druck geratene Bank übernehmen wolle. Titel von BNP verloren 1,50 Prozent auf 65,93 Euro.

Iberdrola kletterten angetrieben von anhaltenden Übernahmespekulationen mit einem Aufschlag von 6,49 Prozent auf 10,18 Euro an die Spitze des Eurostoxx 50. Mit Eon sei die Reihe möglicher Kaufinteressenten für den spanischen Versorger um ein weiteres Unternehmen erweitert worden, hieß es am Markt. Dabei hoben Analysten die bekannten Ambitionen des deutschen Konzerns auf dem spanischen Energiemarkt hervor.

In London stürzten Friends Provident belastet von negativ aufgenommenen Geschäftszahlen mit einem Minus von 10,57 Prozent auf 138,75 Pence ans Ende des Ftse 100. Der britische Lebensversicherer hatte im abgelaufenen Jahr einen Gewinneinbruch erlitten. Die Zahlen seien schlichtweg enttäuschend, sagte ein Händler. Panmure Gordon senkte die Bewertung für Friends-Papiere in einer ersten Reaktion von "Hold" auf "Sell".

In Amsterdam stürmten Akzo Nobel nach einem überraschend vorgelegten Zwischenbericht mit einem Aufschlag von 6,80 Prozent auf 49,34 Euro an die Spitze des AEX . Der niederländische Chemiekonzern hatte im abgelaufenen Jahr die Erlöse ohne die kürzlich übernommene Imperial Chemical Industries (ICI) um zwei Prozent auf 10,217 Mrd. Euro gesteigert. KBC Securities hob die Bewertung der Akzo-Papiere nach der Veröffentlichung von "Accumulate" auf Buy" an.

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