Internationaler Aktienhandel
Europäische Aktienmärkte: Grund zur Freude

Von London bis Brüssel das gleiche Bild: Die europäischen Aktienmärkte haben freundlich vor dem Osterwochenende geschlossen. Maßgeblicher Grund: Die guten Nachrichten aus der Finanzbranche wie etwa der Rekordgewinn der US-Großbank Wells Fargo.

HB DÜSSELDORF. Gute Nachrichten aus der Finanzbranche und sehr feste US-Börsen haben den europäischen Aktienmärkten am Donnerstag einen freundlichen Abschluss der verkürzten Handelswoche beschert. Der EuroSTOXX 50 schloss vor dem Osterwochenende mit einem Tagesgewinn von 2,79 Prozent bei 2.247,89 Zählern. Auf Wochenbasis konnte der Leitindex der Eurozone damit aber lediglich um 2,23 Prozent zulegen. In Paris verabschiedete sich der CAC-40-Index am Berichtstag 1,82 Prozent höher bei 2.974,18 Punkten. Der Londoner FTSE 100 verzeichnete Aufschläge von 1,48 Prozent auf 3.983,71 Zähler.

"Die Märkte berücksichtigen nach der zuletzt überverkauften Situation endlich, dass man sich nun weltweit um die systemischen Risiken des Finanzsektors kümmert", sagte Valerie Plagnol, Strategin bei CM-CIC Securities. "Nicht jedes Institut ist deshalb sicher, aber das Engagement der Regierungen ist schon enorm." Weniger optimistisch äußerte sich dagegen Aktienstratege Philippe Gijsels von Fortis: "Ich glaube nicht, dass noch viele gute Nachrichten kommen - das meiste ist mit den Plänen von US-Präsident Obama, US-Finanzminister Geithner und US-Notenbankchef Bernanke schon raus."

Bei europäischen Finanztiteln sorgten neben eigenen Nachrichten auch positive Meldungen aus den USA für deutliche Gewinne. Laut einem Bericht der "New York Times" bestanden führende US-Institute einen "Stress-Test" der Regierung und stehen besser da als gedacht - allerdings benötigten viele der großen Banken weiterhin finanzielle Hilfe vom Staat, hieß es weiter. Auch ein Rekordgewinn von Wells Fargo, der den Markt positiv überraschte, trug zur guten Stimmung bei.

ING Groep sprangen mit plus 17,79 Prozent auf 6,192 Euro an die Spitze im europäischen Leitindex. Der niederländische Finanzkonzern hatte einen überraschend positiven Jahresauftakt gemeldet. Für das erste Quartal kündigte Konzernchef Jan Hommen in einer Telefonkonferenz deutlich bessere Ergebnisse an als im Schlussquartal 2008, das Experten allerdings als "desaströs" bezeichnet hatten. Zudem will sich der Konzern im Zuge der Sanierung von milliardenschweren Teilen seines Geschäfts trennen. Geplant sei der Verkauf von Randsparten im Wert von sechs bis acht Milliarden Euro, sobald die Marktbedingungen es zuließen. Analysten zeigten sich übereinstimmend positiv überrascht vom guten Jahresstart. Hinter ING legten Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (BBVA) um 10,20 Prozent auf 7,78 Euro zu, und Santander verteuerten sich um 8,67 Prozent auf 6,52 Euro.

Im Londoner "Footsie" waren Barclays mit plus 12,48 Prozent auf 177,50 Pence zweitbester Wert. Die britische Großbank verkaufte die Fonds-Handelsplattform iShares für 4,4 Milliarden US-Dollar (3,12 Milliarden Euro) an den Finanzinvestor CVC Partners. Zur Finanzierung der Übernahmen gibt die Londoner Bank dem Käufer einen Kredit von 3,1 Milliarden Dollar. Insgesamt rechnet Barclays durch den Verkauf von iShares mit einen Gewinn von 2,2 Milliarden Dollar. Zudem sicherte sie sich vertraglich die Möglichkeit, gegen eine Strafzahlung den Verkauf rückgängig zu machen und mit einem anderen Interessenten abzuschließen, falls dieser bis zum 18. Juni ein höheres Angebot vorlegt. Lloyds Banking Group stiegen um 10,88 Prozent auf 79,50 Pence. Das Institut plant nach der HBOS-Übernahme im vergangenen Jahr den Abbau von 25.000 Stellen, berichtete die Tageszeitung "Daily Mail" unter Berufung auf gut unterrichtete Quellen.

Seite 1:

Europäische Aktienmärkte: Grund zur Freude

Seite 2:

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%