Internationaler Aktienhandel
Europäische Börsen: Finanzwerte überwiegend schwächer

Positive Vorgaben aus Übersee haben dem europäischen Aktienmarkt am Donnerstag nur kurzzeitig Gewinne beschert. Am Vormittag drehte der Eurostoxx 50 ins Minus und verlor zuletzt 0,06 Prozent auf 2 147 Punkte. Vor allem Analystenkommentare sorgten für größere Kursausschläge.

dpa-afx PARIS/LONDON. Positive Vorgaben aus Übersee haben dem europäischen Aktienmarkt am Donnerstag nur kurzzeitig Gewinne beschert. Noch am Vormittag drehte der Eurostoxx 50 ins Minus und verlor zuletzt 0,06 Prozent auf 2 147,92 Punkte. Der Londoner Ftse 100 behauptete indes ein Plus von 0,13 Prozent bei 3 905,24 Zählern. Der französische CAC-40-Index fiel um 0,18 Prozent auf 2 888,36 Punkte. Händler verwiesen auf die Verluste bei Finanztiteln, die überdurchschnittlich von der jüngsten Aufwärtsentwicklung der Märkte profitiert hatten.

An den US-Börsen waren die wichtigsten Indizes am Vorabend nach einer rasanten Berg- und Talfahrt am Ende mit positiven Vorzeichen aus dem Handel gegangen - der Dow Jones schloss mit plus 1,17 Prozent. Der Future auf den US-Leitindex notierte indes kaum verändert zum europäischen Börsenschluss. In Tokio ging der Nikkei 225-Index 1,84 Prozent höher aus dem Handel. Am Nachmittag könnten noch US-Konjunkturdaten wie die wöchentlichen Arbeitsmarktzahlen für Bewegung sorgen.

Im Eurostoxx 50 sorgten vor allem Analystenkommentare für Kursausschläge. So büßten AXA 2,62 Prozent auf 9,29 Euro ein, nachdem Goldman Sachs das Papier des Versicherers von "Neutral" auf "Sell" abgestuft und auf seine "Conviction Sell List" gesetzt hatte. Nokia verbilligten sich am Indexende um 3,30 Prozent auf 8,80 Euro - hier belastete eine Abstufung von Societe Generale. In Zürich gewannen Zurich Financial Services (ZFS) indes 3,36 Prozent auf 190,70 Schweizer Franken, nachdem Goldman Sachs die Aktie des Versicherers von "Neutral" auf "Buy" hochgestuft hatte.

Hennes & Mauritz (H & M) bestraften die Zahlenvorlage mit Verlusten von 5,03 Prozent auf 311,50 schwedische Kronen. Der Umsatz des Textilkonzerns ohne Einrechnung der neuen Filialen sank im ersten Quartal um fünf Prozent. Insgesamt stieg er einschließlich Neugründungen und Währungseffekten um 18 Prozent auf 23,3 Mrd. Kronen (2,1 Mrd Euro). Der Nettogewinn fiel von 2,9 auf 2,6 Mrd. Kronen. Dennoch will H & M seinen Expansionskurs mit der Eröffnung von 225 neuen Häusern bis Ende 2009 fortsetzen.

In London drehten Kingfisher nach Auftaktgewinnen ins Minus und verloren zuletzt 3,54 Prozent auf 136,8 Pence. Die britische Baumarktkette erfüllte mit ihrem Gewinn vor Steuern und Sonderposten die Markterwartungen, rechnet aber mit einem sehr schwierigen Jahr und will rund ein Drittel ihrer verlustträchtigen chinesischen Märkte schließen. Händlern zufolge rechnet Kingfisher mit einer Entwicklung entsprechend der aktuell herrschenden Analystenprognosen.

Dagegen gehörten Rio Tinto mit Gewinnen von 3,11 Prozent auf 2 288,00 Pence ebenso wie andere Rohstoffwerte zu den besten Titeln im "Footsie". Der Rohstoffkonzern will womöglich weitere Vermögenswerte verkaufen, falls der geplante milliardenschwere Einstieg des staatlichen chinesischen Aluminiumkonzerns Chinalco doch noch scheitern sollte. Am Vortag hatte die australische Kartellbehörde grünes Licht für das vor allem in der Politik umstrittene Geschäft gegeben. Zudem rechnet Finanzvorstand Guy Elliott für die zweite Jahreshälfte mit einer Erholung der Metallpreise.

Roche gewannen moderate 0,34 Prozent auf 149,30 Franken. Der Pharmakonzern schloss das Übernahmeangebot für die amerikanische Biotech-Tochter Genentech ab. Den Baslern wurden bis Ablauf der Angebotsfrist 395,7 Mill. Genentech-Aktien angedient, entsprechend einem Anteil von 84,7 Prozent der ausstehenden Aktien. Wie Roche am Donnerstag mitteilte, hält der Konzern damit 93,2 Prozent der Genentech-Aktien. Zusätzlich wurde die Übergabe weiterer 3,0 Prozent der ausstehenden Genentech-Aktien innerhalb der nächsten drei Geschäftstage garantiert, was eine Beteiligung von 96,2 Prozent ausmachen würde.

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