Internationaler Aktienhandel
Europas Aktienmärkte machen Schritt rückwärts

Die wichtigsten europäischen Aktienindizes haben am Montag deutliche Verluste verbucht. Besonders deutlich fielen die Abschläge bei Rohstoffwerten und Finanztiteln aus. Pharmapapiere und Telekomaktien legten dagegen im Schnitt leicht zu.

dpa-afx PARIS/LONDON. Für den Eurostoxx 50 ging es um 1,39 Prozent auf 2 468,37 Zähler abwärts. Der Pariser CAC-40-Index sank um 1,48 Prozent auf 3 289,66 Zähler. Der Londoner Ftse 100 büßte 0,75 Prozent auf 4 405,22 Punkte ein.

"Die Aktien, die heute verloren haben, sind die Gewinner der der vergangenen Wochen", sagte Marktstratege Ad van Tiggelen von ING Investment Management, in Amsterdam. "Das sind Gewinnmitnahmen". Es sei "nichts Besonderes" passiert, und die Verluste sollten nicht überinterpretiert werden. "Zykliker und Industriewerte sind gefallen, Telekom - und Pharmatitel gestiegen".

Anglo American , Antofagasta , BHP Billiton , Rio Tinto , Vedanta Resources und Xstrata verloren zwischen zwei und knapp fünf Prozent, obwohl die Metallpreise, vor allem Kupfer, gegen Handelsende ihre Verluste eindämmten. Die Titel von Arcelormittal fielen mit minus 5,67 Prozent auf 23,54 Euro ans Ende des Eurostoxx.

Bei den Bankentiteln brachen Lloyds Banking Group um 7,70 Prozent auf 60,125 Pence ein. Die britische Bankengruppe kann einen Teil ihrer Staatshilfe zurückzahlen. Die Ausgabe neuer Aktien spülte gut 4,2 Mrd. britische Pfund (4,8 Mrd Euro) in die Kasse, wie das Unternehmen mitteilte. Den weitaus größten Teil der Summe - knapp 3,5 Mrd. Pfund - steuerten die alten Anteilseigner selbst bei, den Rest platzierte Lloyds am Kapitalmarkt. Barclays dämmten ihre Verluste ein und schlossen mit minus 0,44 Prozent bei 282,62 Pence. Die britische Großbank verhandelt mit dem US-Vermögensverwalter Blackrock über den Verkauf der eigenen Vermögensverwaltungs-Tochter Barclays Global Investors (BGI).

Fortis sackten in Amsterdam wegen eines Rechtsstreits um die frühere Tochter Fortis Capital um 4,63 Prozent auf 2,47 Euro ab. Insgesamt könnte die jetzt zum niederländischen Staat gehörenden Fortis Capital 362,5 Mill. Euro von der ehemaligen Mutter fordern, teilte Fortis mit.

Vivendi und Bouygues litten unter negativen Analystenkommentaren der UBS. Vivendi fielen um 4,47 Prozent auf 17,74 Euro, Bouygues gaben 4,30 Prozent auf 27,04 Euro ab. Analyst Polo Tang senkte das Votum für Vivendi von "Neutral" auf "Sell" und schraubte das Kursziel von 19,00 auf 16,00 Euro zurück. Die Titel von Bouygues startete die UBS mit "Sell" und einem Kursziel von 25,00 Euro. Die Aktie sei angesichts ihrer Risiken nicht gerade günstig, begründete Analyst Nick Lyall sein Votum.

Aktien von Air France-KLM rutschten um 3,41 Prozent auf 10,47 Euro ab. Nach der Flugzeugkatastrophe über dem Atlantik beschleunigt die Fluggesellschaft inzwischen ein Programm zum Austausch von Geräten zur Druck- und Geschwindigkeitsmessung. Nach Angaben von Air France hatte die EADS-Tochter Airbus bereits 2007 empfohlen, die Sonden an Maschinen des Typs A320 auszutauschen, weil es zu Funktionsstörungen kommen könnte. Zudem revidierte der Luftfahrt-Weltverband Iata seine Verlustprognose bei der Jahreshauptversammlung des Verbandes in Kuala Lumpur drastisch: Er erwartet jetzt ein Minus von neun Mrd. Dollar für 2009. Bislang war er von 4,7 Mrd. Dollar Verlusten ausgegangen.

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