Internationaler Aktienhandel: Europas Börsen einheitlich schwach

Internationaler Aktienhandel
Europas Börsen einheitlich schwach

Sorgen um weitere negative Signale nach dem Start der Berichtssaison in den USA haben die europäischen Aktienmärkte am Montag belastet. Traditionell leitet Alcoa den Zahlenreigen der US-amerikanischen Unternehmen nach Börsenschluss ein.

dpa-afx PARIS/LONDON. Börsianern zufolge rechnen Analysten im vierten Quartal mit einem durchschnittlichen Gewinnrückgang von mehr als 15 Prozent zum Vorjahr bei den im S&P-500-Index gelisteten Unternehmen. Entsprechende Sorgen um den Zustand der globalen Wirtschaft drücken laut Händlern auf die Stimmung und nehmen Anlegern den Mut.

Der Eurostoxx 50 bröckelte vor allem nach dem Handelsstart der US-Börsen ab und schloss mit minus 1,40 Prozent bei 2 451,87 Punkten. Der Londoner Ftse 100 fiel um 0,50 Prozent auf 4 426,19 Zähler. Der französische CAC-40-Index sank um 1,62 Prozent auf 3 246,12 Punkte.

Rohstoffwerte und allen voran die Ölkonzerne zählten zu den Verlierern im europäischen Handel. Repsol-YPF gaben als Eurostoxx-Wert aus diesem Sektor 3,22 Prozent auf 15,63 Euro ab und Eni verloren 2,34 Prozent auf 17,12 Euro und Enel 1,79 Prozent auf 4,395 Euro. Die Ölpreise rutschten im Nachhall enttäuschender Zahlen des US-Arbeitsmarktes und angesichts der Sorgen vor einer weiteren Abschwächung der Nachfrage kräftig ab und das belastet Händlern zufolge die Titel der Ölkonzerne. Stahltitel standen ebenfalls auf den Verkaufslisten, wobei Arcelormittal-Papiere um 3,46 Prozent auf 19,405 Euro absackten. Tagesverlierer im Eurostoxx 50 war allerdings mit minus 8,40 Prozent auf 260,00 Euro die Stammaktien von Volkswagen (VW).

Bankwerte wurden dagegen favorisiert und limitierten vor allem in London die Kursverluste. Aktien von Lloyds TSB waren mit plus 7,00 Prozent auf 141,75 Pence der Tagessieger im "Footsie", Hbos rückten um 5,39 Prozent auf 84,10 Pence vor. Börsianer verwiesen auf die Ankündigung der britischen Regierung, nach der Fusion von Hbos und Lloyds mit einem Anteil von 43,4 Prozent bei dem vergrößerten Institut einzusteigen. Grund sei das mangelnde Interesse privater Investoren, sagten Händler. Der staatliche Einstieg sei erwartet worden. Zudem hat Credit Suisse die Aktien von Lloyds TSB - von "Underperform" auf "Neutral" hochgestuft.

Fortis verteuerten sich an der Eurostoxx-Spitze um 11,98 Prozent auf 1,299 Euro. Dresdner Kleinwort (Dkib) hob die Aktien des Finanzinstituts von "Hold" auf "Buy" und verdoppelte das Kursziel von 1,00 auf 2,00 Euro. Die Aktionäre dürften dem für sie sehr attraktiven Verkauf von Fortis Niederlande an den niederländischen Staat zustimmen, schrieb Analyst Jaap Meijer. Er rechne mit einem deutlich höheren Wert der Bank bei einem Verkauf an die Niederlande im Vergleich zu dem an Belgien und die BNP Paribas.

Die französisch-niederländische Fluggesellschaft Air France-KLM steigt unterdessen mit einem 25 Prozent-Anteil bei der inzwischen privatisierten italienischen Alitalia ein, wie nach Börsenschluss bekannt wurde. Als Kaufpreis nannte Rocco Sabelli, Geschäftsführer der Investorengruppe CAI, mehr als 320 Mill. Euro. Die privaten Investoren hatten die von einem Insolvenzverwalter geführte Alitalia für eine Milliarde Euro erworben und mit der Fluggesellschaft Air One fusioniert. Über die kommenden drei Jahre werden der italienischen Fluggesellschaft Alitalia zufolge Synergien von 720 Mill. Euro erwartet. Die Aktien von Air France-KLM verloren 0,21 Prozent auf 9,96 Euro.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%