Internationaler Aktienhandel
Europas Börsen legen kräftig zu

Kursanstiege bei Rohstoffwerten und einigen Finanzwerten haben den wichtigsten europäischen Indizes zum Wochenauftakt kräftige Gewinne beschert. Öl- und Gaswerte wurden Händlern zufolge am Montag durch den wieder gestiegenen Ölpreis gestützt.

dpa-afx PARIS/LONDON. Die Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) hatte eine Fördersenkung angekündigt. Bei Bank- und Versicherungstiteln wurde ebenfalls zugegriffen. Börsianern zufolge hofften die Anleger nach den Rettungspaketen mehrerer Regierungen, dass sich die Lage an den Finanzmärkten entspannen könnte.

Der Eurostoxx 50 rückte um 3,22 Prozent auf 2 613,68 Zähler vor, für den französischen CAC-40-Index ging es um 3,56 Prozent auf 3 448,51 Zähler nach oben. Der Londoner Ftse 100 stieg, gestützt auf die schwer gewichteten Minenwerte, sogar um 5,41 Prozent auf 4 282,67 Punkte.

Unter den Ölwerten fielen die Gewinne von Royal Dutch Shell und BP besonders deutlich aus. Shell-Aktien stiegen um 10,56 Prozent auf 1 512,00 Britische Pence. BP legten um 10,42 Prozent auf 463,38 Pence zu. Auch die in London schwer gewichteten Minenwerte standen deutlich im Plus. So gewannen Rio Tinto 13,11 Prozent auf 2 385 Pence. Die Aktien von Versorgern waren ebenfalls gefragt. GDF Suez stiegen in Paris um 12,39 Prozent auf 33,03 Euro. Hier verwiesen Börsianer zusätzlich auf eine Studie der Deutschen Bank, außerdem würden defensive Titel derzeit am Markt bevorzugt.

Auch zum Wochenauftakt war natürlich die Finanzbranche wieder Thema am Markt, die Papiere verbuchten teilweise kräftige Kursgewinne. Die deutsche Bundesregierung hat strenge Auflagen für Leistungen aus dem Mrd.-Rettungspaket für die Finanzbranche beschlossen. Börsianer verwiesen außerdem auf Äußerungen von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet, der im französischen Radio gesagt habe, er werde alles tun, um das Vertrauen in die Finanzmärkte wiederherzustellen. Darüber hinaus habe sich die Lage bei den Interbanken-Geschäften teilweise entspannt, hieß es am Markt. Einzelne Werte stachen besonders hervor.

So zogen die Aktien von ING um 29,24 Prozent auf 9,48 Euro an, nachdem sie am Freitag nach Vorlage roter Zahlen um mehr als 27 Prozent eingebrochen waren. Der niederländische Finanzkonzern erhält eine staatliche Kapitalspritze in Höhe von zehn Mrd. Euro. Die ING ist das erste Finanzunternehmen, das Mittel aus einem Notfonds der niederländischen Regierung zur Unterstützung von "im Grunde wirtschaftlich gesunden" Banken in Anspruch nimmt. Die Aktien von Fortis legten im Schlepptau ebenfalls um satte 16,51 Prozent auf 1,023 Euro zu. Aktien der Royal Bank of Scotland (RBS) stiegen an der Londoner Börse um 23,18 Prozent auf 76,125 Pence. Französische Bankenwerte konnten allerdings nicht mithalten. So rutschten Papiere von Societe Generale um 3,02 Prozent auf 43,93 Euro ab. Händler sprachen von vagen Gerüchten um eine Kapitalerhöhung. Das Unternehmen wollte sich dazu nicht äußern. Auch andere französische Bankenwerte standen im Minus.

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