Internationaler Aktienhandel
Europas Börsen machen Sprung nach oben

Gestützt von Gewinnen bei Finanz- und Rohstoffwerten ist der europäische Aktienmarkt am Montag mit Aufschlägen aus dem Handel gegangen. Alle wichtigen Indizes machten einen Sprung hoch.

Paris/London (dpa-AFX) - Gestützt von Gewinnen bei Finanz- und Rohstoffwerten ist der europäische Aktienmarkt am Montag mit Aufschlägen aus dem Handel gegangen. Der Eurostoxx 50 stieg um 1,93 Prozent auf 2 436,02 Punkte und machte damit seine Verluste vom Freitag mehr als wett. In Paris rückte der CAC-40-Index um 2,04 Prozent auf 3 193,68 Zähler vor. Für den Londoner Ftse 100 ging es um 1,25 Prozent auf 4 294,03 Punkte hoch.

Öl- und Rohstoffwerte profitierten von steigenden Metall- und Rohölpreisen. BP gewannen 1,96 Prozent auf 475,41 Pence hinzu und Total verteuerten sich um 2,53 Prozent auf 38,97 Euro. Aktien von Repsol-YPF arbeiteten sich um 2,34 Prozent auf 16,17 Euro vor. Der Konzern hatte vor der Nordküste Spaniens neue Ölvorkommen entdeckt, die bis zu 8 000 Barrel (je 159 Liter) je Tag produzieren könnten. Ein erneuter Anschlag auf eine Ölförderanlage in Nigeria habe derweil den Ölpreis nach oben getrieben, sagten Händler. Der Mineralölkonzern Royal Dutch Shell habe daher die Förderung im Westen des Nigerdeltas teilweise eingestellt. Dessen Aktien gewannen dennoch knapp zwei Prozent hinzu. Unter den Rohstoffaktien zogen BG Group um 4,12 Prozent auf 1 037,00 Britische Pence an, und Titel von Antofagasta stiegen um 1,53 Prozent auf 598,00 Pence.

Die Aktien der beiden Minenkonzerne Anglo American und Xstrata aber entwickelten sich unterdurchschnittlich. Der Bergbaukonzern Anglo wehrt sich einem Pressebericht zufolge mit Investitionsplänen gegen das Fusionsangebot des Konkurrenten Xstrata. Laut einem Bericht des "Sunday Telegraph" will das in London ansässige Konglomerat sein Eisenerzgeschäft in Brasilien ausweiten. Dazu seien Gespräche über eine Kooperation mit Chinas staatlichem Aluminiumhersteller Chinalco und mindestens einem Investor aus dem Nahen Osten aufgenommen worden. Die Investitionen würden im dreistelligen Millionenbereich liegen, sollte eine Kooperation zustande kommen. Anglo-Aktien legten nur um 0,50 Prozent zu, und Xstrata-Titel verloren am Ende des Ftse-100-Index 2,03 Prozent.

Auch Versicherungswerte waren in dem freundlichen Marktumfeld gefragt. So kletterten etwa die Titel des Lebensversicherers Legal & General Group um 2,04 Prozent auf 57,41 Pence und kompensierten damit einen Teil ihrer Verluste der letzten Woche. Die Societe Generale hatte die Aktien aus Sorge um die Abhängigkeit des Instituts vom Aktienmarkt abgestuft. Spitzenwert im "Footsie" waren die Aktien der Lloyds Banking Group mit einem Aufschlag von 6,12 Prozent auf exakt 70,00 Pence. Im Eurostoxx zählten die Titel von AXA zu den Favoriten. Sie gewannen 3,84 Prozent auf 13,92 Euro.

Besonders deutliche Kursgewinne verbuchte der dänische Pharmakonzern Novo Nordisk mit plus 5,56 Prozent auf 285,00 Dänische Kronen. Hier spekulierten Marktteilnehmer auf steigende Umsätze für das Diabetes-Mittel Levemir, nachdem anhaltende Unsicherheit um die Sicherheit des Medikaments Lantus vom Konkurrenten Sanofi-Aventis zuletzt auf die Stimmung gedrückt hatte.

Für Vodafone-Titel gaben die Anleger derweil 1,20 Prozent mehr aus und bezahlten 116,74 Pence. Laut einem Bericht der "Financial Times" will der nach Umsatz weltgrößte Mobilfunkkonzern die britische Mobilfunktochter der Deutschen Telekom übernehmen oder erwägt die Gründung eines Gemeinschaftsunternehmens mit dem deutschen Wettbewerber. Sollte Vodafone den Konkurrenten kaufen, würde das Unternehmen mit 40 Prozent Marktanteil die Nummer eins im britischen Mobilfunkmarkt. Das Geschäft könnte aber von den Wettbewerbsbehörden blockiert werden.

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