Internationaler Aktienhandel
Europas Börsen schließen mehrheitlich fester

dpa-afx PARIS/LONDON. Die europäischen Börsen haben am Freitag ins Plus gedreht und mehrheitlich etwas fester geschlossen. Nach Angaben von Händlern trieben positive US-Konjunkturdaten, die freundliche Wall Street und Fantasien über Fusionen und Übernahmen (M & A) die Kurse an. In den USA waren die Erzeugerpreise im April wie erwartet gestiegen. Dabei achtete der Markt vor allem auf die Kernrate, die, ohne die stark schwankenden Lebensmittel- und Energiepreise, zum Vormonat unverändert blieb. Volkswirte hatten bei der Kernrate einen Anstieg um 0,2 Prozent prognostiziert.

Der Eurostoxx 50 stieg um 0,71 Prozent auf 4 423,07 Punkte - auf Wochenbasis gab er indes um 0,51 Prozent nach. Der Stoxx 50 , der auch Schweizer und britische Werte umfasst, gewann 0,64 Prozent auf 3 885,74 Zähler. Der Euronext 100 legte um 0,42 Prozent auf 1 047,64 Punkte. In Paris schloss der CAC 40 mit plus 0,63 Prozent auf 6 050,63 Zählern. Der Londoner Ftse 100 stieg um 0,64 Prozent auf 6 565,70 Zähler.

Von Übernahmefantasien getrieben legte die Aktie von Societe Generale um 3,95 Prozent auf 155,70 Euro zu. Acht Investorengruppen hätten ihr Interesse an der französischen Bank bekundet, sagte die italienische Nachrichtenagentur Radiocar unter Berufung auf angebliche Äußerungen von Unternehmenschef Daniel Bouton. Zu den Interessenten gehört demnach auch der italienische Konkurrent Unicredit - dessen Aktie verlor 0,80 Prozent auf 7,47 Euro. Das Papier des Societe-Generale-Konkurrenten BNP Paribas verteuerte sich um 1,48 Prozent auf 93,75 Euro. Credit Agricole gewannen 1,51 Prozent auf 32,98 Euro.

In Paris gewannen Alcatel-Lucent nach Zahlen 2,26 Prozent auf 9,94 Euro. Der bereinigte Überschuss des Telekomausrüsters ging im Jahresvergleich um 35 Prozent zurück - unterdessen lag der Auftragseingang 1,3 Mal über dem Umsatz. Für das laufende Geschäftsjahr bekräftigte das französisch-amerikanische Unternehmen seine Ziele. Credit Suisse hob das Papier daraufhin auf "Outperform".

Eni-Titel kletterten nach der Bilanzvorlage um 1,76 Prozent auf 24,88 Euro. Der italienische Versorger hielt seinen Gewinnrückgang in Grenzen. Das bereinigte operative Ergebnis ging von 5,533 Mrd. Euro im Vorjahr auf 5,253 Mrd. zurück - von AFX News befragte Analysten hatten im Schnitt nur mit 4,770 bis 4,865 Mrd. gerechnet. Auch der bereinigte Überschuss lag klar über den Prognosen. Goldman Sachs bekräftigte die Empfehlung "Buy" mit dem Ziel 29,50 Euro.

Electricite de France (EdF) schlossen nach Gerüchten über ein Interesse am deutschen Konkurrenten RWE 0,60 Prozent höher bei 65,03 Euro. Die Bundesregierung dementierte Kontakte mit dem französischen Energiekonzern wegen einer Übernahme. Auch EdF wies Berichte über Gespräche mit deutschen Behörden zurück. Allerdings blieb offen, ob es auf anderer Ebene Kontakte gab. Der Essener Energieversorger RWE wollte sich nicht zu den Übernahmespekulationen äußern.

Für das Papier von Fortis ging es nach Zahlen um 1,89 Prozent auf 32,72 Euro nach unten und damit ans Ende des Eurostoxx 50. Der Gewinn des belgisch-niederländischen Finanzkonzerns ging etwas stärker zurück als erwartet. Fortis stufte den Jahresauftakt dennoch als stark ein und sieht sich auf gutem Weg seine Ziele zu erreichen.

In London waren fast ausschließlich Übernahmefantasien für die Gewinne einzelner Titel verantwortlich. Die schwer gewichteten Minenwerte schlossen wegen erneuter Spekulationen auf eine Sektorkonsolidierung kräftig im Plus. Rio Tinto gewannen 3,19 Prozent auf 3 652,00 Pence, nachdem Marktteilnehmer laut Händlern erneut auf ein kommendes Übernahmeangebot durch BHP Billiton setzten - deren Aktie stieg um 1,49 Prozent auf 1 223,00 Pence.

Standard Chartered schlossen an der "Footsie"-Spitze 4,02 Prozent höher bei 1 605,00 Pence. Händler verwiesen darauf, Gerüchte über eine unmittelbar bevorstehende Offerte von 21 Pfund je Aktie würden am Markt herumgereicht.

Die Aktie des Finanzkonzerns Northern Rock gewann 3,89 Prozent auf 1 096,00 Pence. Der Markt sprach von wieder aufgewärmten Übernahmespekulationen im Zusammenhang mit dem spanischen Konkutrrenten Banco Bilbao Vizcaya Argentaria (Bbva) , sah den Hauptgrund aber in einem positiven Kommentar von Cazenove. Dieser nannte die Aktie unterbewertet.

Zu den Verlierern in London gehörten Sabmiller mit minus 1,33 Prozent auf 1 191,00 Pence. Der Getränkekonzern sollte nach Einschätzung von Analysten durchwachsene Zahlen für das internationale Geschäft vorlegen.

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