Internationaler Aktienhandel
Europas wichtigste Börsen drehen wieder ins Minus

Die Mini-Rallye an Europas Börsen ist zu Ende: Nach fünf und zum Teil sechs aufeinander folgenden Handelstagen mit Kurssteigerungen haben die Anleger nun ihre Gewinne mitgenommen, die wichtigsten Aktienindizes schlossen schwächer. Hinzu kamen schlechte Nachrichten aus den USA.

dpa-afx PARIS/LONDON. In den USA hatten Sorgen um die wirtschaftliche Entwicklung die wichtigsten Aktienindizes belastet. Die Anleger fragten sich nach Hiobsbotschaften von Alcoa und Intel, welche Auswirkungen die Rezession auf Unternehmen haben werde, sagten Händler. Zudem war der als Frühindikator für den Arbeitsmarktbericht am Freitag angesehene ADP-Bericht enttäuschend ausgefallen.

Der Eurostoxx 50 verlor 1,55 Prozent auf 2 538,55 Punkte. Der Londoner Ftse 100 gab um 2,83 Prozent auf 4 507,51 Zähler nach, und der französische CAC-40-Index fiel um 1,48 Prozent auf 3 346,09 Zähler.

In Paris zählten Autotitel wie PSA Peugeot Citroen und Renault zu den Gewinnern im Index. Aktien des Luxusgüterkonzerns Pinault-Printemps-Redoute (PPR) sackten mit minus 7,10 Prozent auf 47,95 Euro ans untere Index-Ende. Sodexo verloren nach einem sehr festen Start bis Handelsende 4,00 Prozent auf 39,22 Euro. Das französische Catering- und Serviceunternehmen hatte nach einem Umsatzanstieg um 5,6 Prozent im ersten Geschäftsquartal seine Ziele für das Gesamtjahr bekräftigt. Der Konzern will weiterhin einen operativen Gewinn von 730 bis 760 Mill. Euro einfahren.

In London legten easyjet 1,77 Prozent auf 291,76 Pence zu. Der britische Billigflieger hatte im Dezember die Auslastung von 78,9 auf 82,3 Prozent gesteigert. Die Zahl der Passagiere kletterte im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 7,3 Prozent. Marks & Spencer stiegen trotz schlechter Umsatzzahlen um 2,20 Prozent auf 244,00 Pence. Die angekündigten Sparmaßnahmen des britischen Einzelhändlers würden vom Markt begrüßt, sagten Händler. Das Unternehmen streicht nach der schlechtesten Umsatzentwicklung seit einem Jahrzehnt etwa 1 230 Stellen. Im dritten Geschäftsquartal waren die Erlöse auf vergleichbarer Fläche im Heimatland um 7,1 Prozent gesunken.

Rohstofftitel gehörten angesichts neuer Hiobsbotschaften vom führenden US-Aluminiumkonzern Alcoa europaweit zu den schwächsten Werten. Das Unternehmen streicht wegen der globalen wirtschaftlichen Talfahrt weltweit 13 500 Stellen, verkauft vier Randsparten und fährt zudem die Produktion weiter drastisch zurück. In London verloren BHP Billiton 8,00 Prozent auf 1 334,00 Pence. Rio Tinto gaben 5,97 Prozent auf 1900,00 Pence nach. Vedanta sackten um 5,12 Prozent auf 748,00 Pence ab.

BP verloren belastet von Gerüchten 5,55 Prozent auf 523,25 Pence. Händlern zufolge kursieren Gerüchte am Markt, das Unternehmen werde seine eigenen Prognosen kappen.

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