Internationaler Aktienhandel
Finanz- und Autotitel belasten Europas Börsen

GM und die spanische Bankenrettung: Kurseinbrüche bei Auto- und Finanzwerten haben die europäischen Börsen am Montag belastet und die Gewinne der Vorwoche zunichte gemacht. Der Eurostoxx 50 verlor über fünf Prozent – und gab damit seine kompletten Gewinne der vergangenen Börsenwoche ab.

dpa-afx PARIS/LONDON. Der Eurostoxx 50 verlor 5,10 Prozent auf 2010,61 Zähler, der Londoner Ftse 100 sank um 3,49 Prozent auf 3 762,91 Punkte. Der französische CAC-40-Index fiel um 4,27 Prozent auf 2 719,34 Zähler. "Der größte negative Auslöser ist heute GM", sagte Giuseppe-Guido Amato, Stratege bei Lang & Schwarz. "Addieren Sie die Bankenrettung in Spanien dazu und es ist klar, dass die Märkte fallen."

Finanzwerte zählten europaweit zu den schwächsten Werten. Credit Agricole fielen mit minus 13,26 Prozent auf 7,98 Euro ans Ende des Eurostoxx 50. ING Groep büßten 13,04 Prozent auf 4,00 Euro ein. BNP Paribas sackten um 9,64 Prozent auf 29,14 Euro. Händler verwiesen auf die nötige Bankenrettung in Spanien. Nach der milliardenschweren Rettung der angeschlagenen Sparkasse CCM wuchsen in Spanien Befürchtungen über weitere drohende Pleiten in der Finanzbranche. Die Situation sei weitaus ernster, als es die sozialistische Regierung zugebe, kritisierte die konservative spanische Opposition. Experten sagten eine Fusionswelle im Sparkassenbereich voraus.

Mit der Dunfermline Building Society, Schottlands größter Bausparkasse, steht zudem ein weiteres britisches Finanzinstitut vor dem Zusammenbruch. In London sackten Barclays um 14,21 Prozent auf 149,75 Pence. Die Titel litten unter einem Medienbericht, wonach die Großbank nicht plane, unter den staatlichen Rettungsschirm zu schlüpfen. Das verunsichere einige Investoren, sagten Börsianer. Die Experten der Socgen senkten zudem ihr Votum für die Papiere von "Hold" auf "Sell" und stampften das Kursziel auf 46 Pence ein.

In der Schweiz soll es bei der Großbank UBS noch einmal zu größeren Abschreibungen kommen. Betroffen seien zum einen die Kreditabsicherungen, wo etwa zwei Mrd. Schweizer Franken Abschreibungen zu erwarten seien, zum anderen die CLO (Credit Linked Obligations) mit Abschreibungen "in einstelliger Milliardenhöhe", schreibt die Zeitung "Sonntag" mit Bezug auf "Insiderkreise". Die Aktien der Schweizer Bank fielen 10,82 Prozent auf 10,14 Schweizer Franken.

Auch Autowerte standen unverändert im Mittelpunkt. US-Präsident Barack Obama gab General Motors (GM) kurz vor dem europäischen Börsenschluss nochmals 60 Tage Zeit, um einen tragfähigen Sanierungsplan vorzulegen. Erst dann werde die Regierung über mögliche weitere Milliardenhilfen entscheiden. Zugleich gab er den Rücktritt von GM-Chef Rick Wagoner bekannt. Obama gab sich überzeugt, dass GM eine Überlebenschance habe. Eine Insolvenz für GM und Chrysler ist laut Händlern damit nicht vom Tisch. "Auch wenn das langfristig positiv wäre, dürften Autobauer und Zulieferer aber unter dem Aufruhr leiden, der einer Insolvenz dieser beiden Giganten folgen würde", warnten sie. Fiat gaben 9,35 Prozent auf 4,77 Euro nach.

Der französische Autobauer PSA Peugeot Citroen trennt sich zudem mit sofortiger Wirkung von seinem Vorstandschef Christian Streiff. Neuer Leiter des Konzern soll zum 1. Juni Philippe Varin werden. Die Papiere fielen um 9,16 Prozent auf 13,94 Euro. Renault sackten um 10,58 Prozent auf 15,13 Euro ab.

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