Internationaler Aktienhandel
Finanzwerte, Roche und Nestle drücken Schweizer Börse

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Montag leicht schwächer geschlossen. Allerdings konnte sich die Börse etwas von den im Tagesverlauf verzeichneten Tiefstwerten lösen.

dpa-afx ZÜRICH. Der Schweizer Aktienmarkt hat am Montag leicht schwächer geschlossen. Allerdings konnte sich die Börse etwas von den im Tagesverlauf verzeichneten Tiefstwerten lösen. Spekulationen um eine Aufstockung des Euro-Krisenfonds und die nur geringfügig tiefer tendierenden US-Börsen hätten letztlich etwas gestützt. Belastet worden sei der Markt vor allem durch die Abgaben in Finanzwerten, insbesondere den beiden Großbanken, sowie in Roche und Nestle , hieß es unter Marktbeobachtern.

Die Großbankentitel litten Händlern zufolge weiterhin unter den Ängsten über die mögliche Weiterentwicklung und Folgen der europäischen Schuldenkrise. Gestützt hätten aber unter anderem Spekulationen, wonach die Euro-Finanzminister bei ihrem Treffen am Montagabend in Brüssel über eine mögliche Aufstockung des Krisenfonds für wackelnde Euro-Staaten sprechen wollen. Insgesamt stehen derzeit 750 Mrd Euro dazu zur Verfügung.

Der Swiss Market Index (SMI ) schloss um 0,45 Prozent niedriger auf 6 412,22 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) sank um 0,26 Prozent auf 1 018,88 Zähler.

Mit am Tabellenende bei den Blue Chips standen die beiden Großbanken CS (-1,8 Prozent) und UBS (-1,6 Prozent). Im Berufshandel wurden erneut Ängste im Zusammenhang mit der Verschuldungsproblematik einiger europäischer Staaten für die Branchenschwäche verantwortlich gemacht. Der Markt befürchte dadurch negative Auswirkungen auf den europäischen Bankensektor. Händler verwiesen zudem auch auf die Spekulationen, dass das vierte Quartal bei den Banken - wie bereits das dritte - sehr schwach ausfallen werde. Hingegen legten Julius Bär (+1,6 Prozent) deutlich zu.

Die UBS musste am Freitagabend nach Börsenschluss außerdem den Rücktritt von Finanzchef John Cryan per Ende Mai vermelden. Nachfolger wird der US-Amerikaner Tom Naratil. Auch wurde der frühere Unicredit-Banker Sergio Ermotti angestellt. Bei ihm wurde im Handel bereits spekuliert, er könnte mittelfristig Nachfolger von CEO Oswald Grübel werden.

Neben den Großbankentitel wurden auch die Versicherungswerte Swiss Life (-1,6 Prozent), Bâloise (-1,3 Prozent) oder Zurich Financial Services (-1,2 Prozent) deutlicher zurückgenommen. Unter den zyklischen Titeln verloren Logitech (-0,7 Prozent) oder Richemont (-0,6 Prozent) etwas überdurchschnittlich.

Weit oben auf der Verliererliste waren auch Actelion (-0,9 Prozent) zu finden.Hier seien die zuvor über lange Zeit kursierenden Übernahmegerüchte weiter verpufft, hieß es im Handel. Unter den weiteren defensiven Werten verloren die Indexschwergewichte Roche (-0,8 Prozent) und belasteten den Markt ebenfalls. Hingegen notierte Novartis (+0,1 Prozent) leicht im Plus. Aktien von Nestle (-0,5 Prozent) gaben durchschnittlich nach.

Roche und Novartis waren übers Wochenende und am Montag mit Produktnews an die Öffentlichkeit gegangen. So gab es bei Roche etwa positive Studienresultate, utner anderem zu den Medikamenten Mabthera und bei Novartis zum Medikament Zometa und Tasigna. Belastend habe sich aber laut Händlern unter anderem eine Sektorstudie von Nomura ausgewirkt. Die japanische Bank hatte mit einem Ausblick auf 2011 den europäischen Pharmasektor aus Bewertungsgründen abgestuft.

Fest notierten hingegen notierten die meisten Chemie-Aktien. Die US-Bank Goldman Sachs hatte das Kursziel für mehrere Schweizer Chemietitel erhöht. Lonza (+2,9 Prozent) waren weit oben im Tableau der 30 SMI/SLI-Titel. Die Aktie profitierte allerdings auch von Spekulationen im Vorfeld eines Medientages diese Woche, hieß es.

Außerdem verbuchten Petroplus (+4,0 Prozent) die prozentual größten Gewinne bei den Top-Titeln. Goldman Sachs hatte die Titel letzte Woche bereits stark empfohlen. Zu den weiteren, größeren Gewinnern gehörten die zyklischen Syngenta (+1,5 Prozent), Kühne+Nagel (+1,4 Prozent) oder Swatch (+1,2 Prozent). rt/mk/AWP/alg

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