Internationaler Aktienhandel
Finanzwerte ziehen Europas wichtigste Indizes ins Plus

Enorme Kursgewinne bei den Bankaktien haben die europäischen Aktienindizes am Montag mit deutlich positiven Vorzeichen aus dem Handel gehen lassen. Unter anderem kletterte der Eurostoxx 50 um 3,67 Prozent auf 2 226,77 Zähler – der erste Gewinn in sechs Tagen.

dpa-afx PARIS/LONDON. Enorme Kursgewinne bei den Bankaktien haben die europäischen Aktienindizes am Montag mit deutlich positiven Vorzeichen aus dem Handel gehen lassen. Der Eurostoxx 50 kletterte um 3,67 Prozent auf 2 226,77 Zähler, der erste Gewinn in sechs Tagen. Der Londoner Ftse 100 stieg angeführt von einem fulminanten Kurssprung der Barclays-Aktie um 3,86 Prozent auf 4 209,01 Punkte. Der französische CAC-40-Index gewann 3,68 Prozent auf 2 954,37 Zähler. Bei fast allen europäischen Indizes standen Finanztitel an der Index-Spitze.

An der Spitze des europäischen Leitindexes standen die Titel von ING Groep mit plus 27,75 Prozent auf 6,74 Euro. Der niederländische Finanzkonzern war wegen der anhaltenden Finanzkrise im vergangenen Jahr in die roten Zahlen gerutscht und erhält nun staatliche Hilfe. Insgesamt sollen die laufenden Kosten in diesem Jahr um eine Milliarde Euro gekürzt werden. Um die künftigen Risiken zu reduzieren, wurden mit dem niederländischen Staat Bürgschaften für 80 Prozent der nicht mehr handelbaren Wertpapiere vereinbart.

In London schnellten Barclays mit plus 73,24 Prozent auf 85,125 Pence an die Footsie-Spitze. In einem offenen Brief an die Aktionäre war die britische Großbank Gerüchten über eine mögliche Kapitalerhöhung entgegen getreten und hatte mitgeteilt, gut finanziert und profitabel zu sein.

In Frankreich stiegen die Aktien von Societe Generale um 11,03 Prozent auf 30,255 Euro. Credit Agricole legten um 16,29 Prozent auf 8,815 Euro zu. Die beiden Großbanken wollen gemeinsam den viertgrößten Vermögensverwalter Europas schaffen. Die Credit Agricole soll 70 Prozent und die Socgen den Rest an dem Gemeinschaftsunternehmen halten. Die französische Großbank BNP Paribas rechnet unterdessen wegen hoher Abschreibungen und eines Anstiegs der Risikovorsorge im abgelaufenen Quartal mit einem Milliardenverlust. Für das Gesamtjahr 2008 soll dank der Entwicklung in Privatkundengeschäft und Vermögensverwaltung allerdings noch ein Nettogewinn von rund drei Mrd. Euro zu Buche stehen. Die BNP-Aktie legte 16,93 Prozent auf 25,00 Euro zu.

Die Titel des französischen Pharmakonzerns Sanofi-Aventis gehörten zu den spärlich vertretenen Verlierern und gaben um 1,90 Prozent auf 46,55 Euro nach. Die US-Gesundheitsbehörde FDA teilte mit, die Wirksamkeit von Plavix in Verbindung mit bestimmten anderen Medikamenten zu überprüfen. Die beiden Plavix-Hersteller Sanofi-Aventis und Bristol-Myers Squibb hätten sich einverstanden erklärt, entsprechende Studien durchzuführen.

Deutlich nach unten ging es derweil für die Titel von British Airways (BA) , die um 8,48 Prozent auf 143,625 Euro absackten. Die größte britische Fluggesellschaft rechnet mit einem höheren Jahresverlust als bisher. Im laufenden Geschäftsjahr, das noch bis Ende März läuft, werde die Airline rund 150 Mill. Pfund (159 Mill. Euro) Verlust machen, teilte BA am Montag mit. Durch das schwache Pfund seien alle Kosten außer den Treibstoff-Ausgaben binnen Jahresfrist um acht Prozent gestiegen.

In Amsterdam stiegen Philips Electronics nach Zahlen um 8,25 Prozent auf 13,645 Euro. Der niederländische Elektronikkonzern begegnet der Wirtschaftsflaute mit strikter Kostendisziplin. Durch die laufenden Sparprogramme und den Umbau des Unternehmens sollen rund 400 Mill. Euro pro Jahr mehr in der Kasse übrig bleiben.

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