Internationaler Aktienhandel
Historisch hoher Tagesgewinn auch an der Züricher Börse

Der Schweizer Aktienmarkt hat zum Wochenauftakt ein veritables Kursfeuerwerk hingelegt. Nach fünf schwachen Handelstagen mit teilweise drastischen Kurseinbrüchen sei es zu einer kräftigen technischen Gegenbewegung gekommen.

dpa-afx ZÜRICH. Der Schweizer Aktienmarkt hat zum Wochenauftakt ein veritables Kursfeuerwerk hingelegt. Nach fünf schwachen Handelstagen mit teilweise drastischen Kurseinbrüchen sei es zu einer kräftigen technischen Gegenbewegung gekommen. "Die Maßnahmen scheinen endlich auf fruchtbaren Boden zu fallen", sagte ein Händler mit Blick auf die europäischen Rettungspakete, die am Berichtstag kommuniziert wurden.

Eine Beschleunigung der Aufwärtsbewegung erfuhren die Aktienmärkte in Europa und somit in der Schweiz am Nachmittag, als die Ausgestaltung der Rettungspakete im Detail kommuniziert wurden. Das kräftige Kursplus an der Wall Street habe diese Tendenz gestützt.

Die Nachhaltigkeit der Erholungsbewegung müsse sich allerdings erst noch weisen, mahnten Beobachter. Denn gegen eine langfristige Erholung der Kurse sprächen die ungünstigen konjunkturellen Perspektiven und die Unsicherheit und die damit verbundene Volatilität seien noch nicht vertrieben.

Der SMI legte zum Wochenauftakt einen massiven Kurssprung von 11,39 Prozent oder 609,10 Stellen auf 5 956,32 Punkte hin. Das Blue Chip-Barometer schloss damit auf Tageshoch und verbuchte den größten, je erzielten Tagesgewinn. Der SLI legte um 10,61 Prozent auf 867,12 Zähler zu und der marktbreite SPI gewann 10,58 Prozent auf 4 961,89 Stellen.

Die Bankenaktien etablierten sich ganz weit vorne bei den Blue Chips: Allen voran die Aktien der Credit Suisse gewannen 27,9 Prozent auf 43,82 Franken. Der Markt zeigte sich von der negativen Wochenendpresse wenig beeindruckt, welche von Wertberichtigungen in Milliardenhöhe zu berichten wusste. Die Papiere profitierten vielmehr von einer Studie von Morgan Stanley. Der US-Broker verteidigte darin die Papiere der Schweizer Großbank.

UBS gewannen 12,4 Prozent auf 19,10 Franken und Julius Bär 16,2 Prozent auf 49,80 Franken. Letztere blicken aber mit minus 40 Prozent auf eine verheerende Vorwoche zurück, relativeren Börsianer die Euphorie.

Auch die Versicherer verbuchten deutliche Aufschläge. Allen voran Swiss Re stiegen um 21,6 Prozent auf 45,80 Franken, doch auch diese Papiere hatten letzte Woche fast 40 Prozent verloren. Aufwärts ging es auch für Baloise (+5,5% auf 62,75 Franken), Swiss Life (+6,5% auf 132 Franken) und ZFS (+7,5% auf 224,50 Franken).

Das Prinzip "was zuletzt geprügelt wurde, wird heute gekauft" setzte sich auch bei konjunktursensitiven Werten wie ABB (+18,3% auf 18,70 Franken), Adecco (+9,2% auf 43,12 Franken), Swatch (+13,2% auf 192,50 Franken) oder Richemont (+9,2% auf 43,26 Franken) durch. Im SLI gewannen OC Oerlikon 14,5 Prozent auf 148,60 Franken, Petroplus elf Prozent auf 34,40 Franken und Kühne + Nagel 10,7 Prozent auf 68,30 Franken.

Nobel Biocare (+10,2% auf 23,56 Franken) leckten sich nach dem Kurssturz vom vergangenen Freitag (-26,3%) die Wunden. Im Nachklang an die Gewinnwarnung hagelte es aber auch heute Kursziel- und Ratingänderungen. Die SPI-Titel des Konkurrenten Straumann hinkten dem Markt mit plus 0,6 Prozent deutlich hinterher. Die Titel wurden von der Angst vor einer Umsatzwarnung analog zu Nobel Biocare gehemmt, sagten Händler.

Defensive Werte befanden sich am Montag ebenfalls ganz weit oben auf den Einkaufslisten. So unterstützten die Index-Schwergewichte Roche (+9,6% auf 162,40 Franken), Novartis (+11,6% auf 53,70 Franken) und Nestle (+8,2% auf 42,68 Franken) den Schweizer Aktienmarkt.

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