Internationaler Aktienhandel
Hohe Verluste an Europas Börsen

Die europäischen Börsen sind am Freitag erneut mit massiven Verlusten aus dem Handel gegangen. Damit litten die Notierungen weiter unter anhaltenden Befürchtungen, dass die Rettungspakte der Regierungen für die angeschlagene Finanzbranche nicht ausreichen dürften, um eine weltweite Rezession zu vermeiden.

dpa-afx PARIS/LONDON. Titel von Banken und Versicherern sowie Minenwerte gaben vor diesem Hintergrund besonders deutlich nach. Anleger warteten nun auf neue Impulse der G7-Finanzminister, die sich am Wochenende zusammen mit den wichtigsten Notenbankchefs in Washington treffen.

Der Eurostoxx50 brach um 7,88 Prozent auf 2 421,87 Zähler ein und schloss auf dem tiefsten Stand seit Oktober 2003. Auf Wochenbasis bedeutete dies ein sattes Minus von genau 22,22 Prozent. Der Stoxx 50 büßte 8,61 Prozent auf 2094,50 Zähler ein. Der französische CAC-40-Index sackte um 7,73 Prozent auf 3 176,49 Punkte ab. Der Londoner Ftse 100 fiel unter die Marke von 4 000 Zählern und rutschte um 8,85 Prozent auf 3 932,06 Punkte ab.

Banken gehörten wiederholt zu den größten Verlierern. Unicredit rutschten um 13,01 Prozent auf 2,32 Euro ab, für Societe Generale ging es um 11,48 Prozent auf 50,90 Euro runter.

In London gaben Aktien von Schroders 25,19 Prozent auf 680,00 Pence nach, und Titel von Hbos verbilligten sich um 19,09 Prozent auf 124,20 Pence. Für Titel der Royal Bank of Scotland (RBS) ging es um 25,31 Prozent auf 76,13 Pence nach unten, und Barclays-Aktien sanken um 14,17 Prozent auf 207,50 Pence. Unterdessen erwägt die US-Regierung einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge die Garantie aller Bankschulden und zeitweise auch aller Bankeinlagen.

Am Ende des Eurostoxx50-Index gaben die Titel des Versicherers Aegon 16,81 Prozent auf 3,52 Euro ab. Der US-Lebensversicherer Prudential Financial hatte am Vorabend vor einem schlechten dritten Quartal im Zuge der Finanzkrise gewarnt. Im Sog der Finanzkrise ging es auch für die Papiere des britischen Versicherers Legal & General Group deutlich nach unten. Die Titel verloren im "Footsie" 16,07 Prozent auf 74,40 Pence.

Öl- und Energiewerte litten unter dem weiter fallenden Ölpreis. Die Angst vor einer globalen Rezession hat den Ölpreis am Freitag auf ein neues Jahrestief gedrückt. Zudem hat die Internationale Energieagentur (IEA) die Wachstumsprognose für die Nachfrage nach Rohöl wegen einer zu erwartenden schwächeren Weltwirtschaft auf das niedrigste Niveau seit 1993 gesenkt. GDF Suez < LYO.FSE > sackten um 7,45 Prozent auf 24,30 Euro ab, Cairn Energy verloren 7,096 Prozent auf 1 495,00 Pence. Repsol-YPF hielten sich mit minus 4,78 Prozent auf 16,13 Euro noch im vorderen Feld des Eurostoxx, Total verloren 7,69 Prozent auf 33,18 Euro. BP gaben um 8,12 Prozent auf 376,25 Pence nach.

Aktien von Lvmh stemmten sich jedoch mit plus 0,48 Prozent auf 51,53 Euro gegen das äußerst schwache Marktumfeld. Der französische Luxusgüterkonzern rechnet nach einem Umsatzplus in den ersten neun Monaten weiterhin mit einem spürbaren Gewinnanstieg im Gesamtjahr. Die Analysten der Societe Generale hielten an ihrer Kaufempfehlung fest. Das organische Wachstum habe nicht enttäuscht, eine positive Überraschung sei allerdings auch ausgeblieben. Aufgrund von Währungseffekten würden die Schätzungen aber wahrscheinlich überarbeitet.

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