Internationaler Aktienhandel
Keine klare Richtung an osteuropäischen Börsen

Die wichtigsten osteuropäischen Börsen haben am Mittwoch uneinheitlich geschlossen. Während die Märkte in Budapest und in Prag Gewinne verbuchten, gingen die Warschauer Leitindizes ohne klare Tendenz aus dem Handel.

dpa-afx/apa WARSCHAU/PRAG/BUDAPEST. Der Prager Leitindex PX kletterte um 1,79 Prozent auf 951,8 Einheiten. Die Europäische Kommission hatte jedoch ihre Konjunkturprognosen für die zentral- und osteuropäischen Länder drastisch nach unten geschraubt. Für die Tschechische Republik erwartet die Kommission in ihrer neuen Schätzung im Jahr 2009 einen Rückgang des Bruttoinlandsproduktes (BIP) um 2,7 Prozent. Noch im Januar hatten die Experten mit einem Wachstum um 1,7 Prozent gerechnet.

Rohstoffwerte konnten starke Gewinne verzeichnen. Papiere von Unipetrol kletterten um 7,85 Prozent auf 137,50 Kronen und New World Resources (NWR) sprangen um 21,67 Prozent auf 114,49 Kronen nach oben.

Die Titel von Komercni Banka verzeichneten hingegen vor Zahlen als einer von wenigen Titel einen Kursverlust von 1,97 Prozent auf 2 788 Kronen. Das Geldinstitut wird am Donnerstag Quartalszahlen präsentieren. Die Analysten von Wood & Company rechnen beim Nettogewinn mit einem Einbruch um 38 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Vor allem durch Rückstellung soll das Ergebnis belastet werden.

Der Budapester Leitindex BUX stieg 0,51 Prozent auf 13 809,31 Einheiten. Experten sprachen von besser als erwartet ausgefallenen US-Arbeitsmarktdaten als Unterstützung für die Kurse. Von der heimischen Konjunktur gab es indessen weniger positive Nachrichten. Für Ungarn erwarten die Experten der EU-Kommission 2009 einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 6,3 Prozent statt wie bisher um 1,6 Prozent.

Das ungarische Telekommunikationsunternehmen Magyar Telekom wird am Donnerstag die Zahlen für das erste Quartal vorlegen. Die Analysten von Wood & Company rechnen in allen Kennzahlen mit rückläufigen Ergebnissen. So soll der Umsatz auf Jahressicht um 2,6 Prozent, das Betriebsergebnis um 7,9 Prozent und der Nettogewinn um gar 12,2 Prozent zurückgehen. Die Titel gewannen dennoch 3,51 Prozent auf 559 Forint. Aktien von Richter Gedeon stiegen um 1,17 Prozent auf 30 600 Forint. Ungarische Parteien fordern von der Regierung, den staatlichen Anteil von 25 Prozent an dem Pharmakonzern zu sichern und in Aktien umtauschbare Obligationen ("convertible bonds") zurückzukaufen. Der Richter-Gedeon-Vorstand sprach sich für dieses Vorhaben aus.

Entgegen dem freundlichen Trend für Bankenwerte an den europäischen Börsen sanken Aktien der OTP Bank um 1,85 Prozent auf 3 012 Forint. Papiere von Magyar Olay es Gazipari (Mol) schlossen um 0,40 Prozent fester bei 11 195 Forint.

Die Warschauer Börse ging ohne klare Richtung aus dem Handel. Der WIG-20 sank 0,21 Prozent auf 1 854,31 Einheiten. Der breiter gefasste WIG-Index stieg jedoch um 0,37 Prozent auf 29 887,34 Punkte.

Die Indexschwergewichte zeigten sich am Berichtstag ohne große Veränderungen. Titel der PKO Bank gaben leicht um 0,6 Prozent auf 28,24 Zloty nach. Das Geldinstitut wird Medienberichten zufolge wahrscheinlich kein bindendes Angebot für die Übernahme von AIG Polen abgeben. Tageszeitungen berichteten, dass diese in der Bevölkerung wenig Anklang gefunden hätte, was die Entscheidung der PKO Bank beeinflusste.

Andere Schwergewichte wie Bank Pekao (plus 0,3 Prozent auf 124 Zloty) oder Telekomunikacja Polska (plus 0,3 Prozent auf 17,55 Zloty) konnten ebenfalls keine großen Kursgewinne verzeichnen. Einzig die Titel des Ölkonzerns Polski Koncern Naftowy Orlen büßten deutliche 2,7 Prozent auf 27,09 Zloty ein.

Die Anteilsscheine des polnischen TV-Senders TVN konnten einen satten Gewinn von 5,0 Prozent auf 10,68 Zloty für sich verbuchen. Der Marktanteil bei der Zielgruppe, die städtische Bevölkerung zwischen 16 und 49 Jahren, sank aber im April auf Jahressicht von 24,0 auf 23,2 Prozent. Die vier großen polnischen TV-Sender erleiden kontinuierliche Rückgänge beim Marktanteil.

Bioton-Titel verloren am Indexende 6,5 Prozent auf 0,29 Zloty. Der Insulinhersteller hatte vergangenen Monat Aktien im Wert von 156,6 Mill. Zloty veräußert.

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