Internationaler Aktienhandel
Osteuropa-Börsen geben kräftig nach

Die wichtigsten osteuropäischen Börsen haben sich am Freitag vom positiven Trend im übrigen Europa abgekoppelt und sind mit deutlichen Verlusten aus dem Handel gegangen.

dpa-afx/apa WARSCHAU/PRAG/BUDAPEST. Die wichtigsten osteuropäischen Börsen haben sich am Freitag vom positiven Trend im übrigen Europa abgekoppelt und kräftig nachgegeben.

In Warschau sank der WIG-20 um 6,35 Prozent auf 1 779,09 Zähler, was auf Wochenbasis Abschläge von über zehn Prozent bedeutete. Der breiter gefasste WIG-Index schloss 4,73 Prozent schwächer bei 28 624,85 Punkten.

Bank Pekao schlossen mit minus 10,72 Prozent bei 127,40 Zloty am unteren Ende des Kurszettels. PKO Bank verloren 7,74 Prozent auf 28,60 Zloty. Polens zweitgrößte Bank, die zu 51,5 Prozent im Staatseigentum ist, möchte im Zuge eines Secondary Public Offerings (SPO) zusätzliches Kapital aufnehmen und Staatsanteile im Rahmen des für 2008 bis 2011 geplanten Privatisierungsprogrammes veräußern. Finanzminister Chyczewski ist der Meinung, dass eine externe Kapitalaufnahme erst nach einer Verbesserung der Lage an den Kapitalmärkten vollzogen werden soll.

Anteilsscheine des Rohstoffförderers Kghm Polska Miedz schlossen mit einem Minus von 4,01 Prozent auf 27,50 Zloty. Das Internetportal gazeta.pl veröffentlichte inoffizielle Informationen über das Streikreferendum der Gewerkschaft. Demnach hätte eine Mehrheit für einen Streik gestimmt, was sich zusätzlich zu einem fallenden Kupferpreis negativ auf den Aktienpreis auswirken könnte, sagten Analysten. Laut Meinung eines Marktbeobachters könnte ein Streik mit Unterstützung der christlich-sozialen Regierungspartei PO abgewendet werden.

Die Titel des Medienunternehmens TVN verzeichneten einen Kursverlust von 5,70 Prozent auf 14,05 Zloty. Am Vortag hatte das Verlagshaus Agora geringere Wachstumserwartungen für den Printmedienmarkt veröffentlicht. Das Budget für Fernsehwerbung sei hingegen nicht gekürzt worden. Medienberichten zufolge entspricht diese Meldung einer Verlagerung von Werberessourcen von Print- zu Fernsehwerbung, deren Kosten stark angestiegen sind. TVN verschob den Bau neuer Studios, da die Kosten weit über den Schätzungen liegen.

Die Prager Börse fuhr die zweithöchsten Kursverluste in 15 Jahren ein. Der Leitindex PX rutschte um 10,20 Prozent auf 842,80 Punkte ab. Im Wochenverlauf gab er damit über fünf Prozent ab. Wie schon am Vortag erlitten New World Resources (NWR) den größten Kursverlust. Sie brachen um 22,35 Prozent auf 110,50 Kronen ein.

Ebenso standen Banktitel weiterhin unter Druck. Komercni Banka beendeten den Handel mit einem Minus von 17,29 Prozent auf 2 516,00 Kronen. Erste Bank verloren 16,31 Prozent auf 513,50 Kronen.

Das höchste Handelsvolumen verbuchten die Anteilsscheine des Energieversorgers Ceske Energeticke Zavody (CEZ) . Das Unternehmen wird nach dem vollzogenen Brennstoffaustausch am Wochenende den ersten Reaktor des Nuklearkraftwerkes Temelin wieder in Betrieb nehmen. CEZ-Aktien verloren 4,54 Prozent auf 746,00 Kronen. Unipetrol verzeichneten Verluste von 11,47 Prozent auf 136,20 Kronen. Das Unternehmen steht in Verhandlungen mit Ikea für die Lieferung des Kunststoffes Polypropylen.

Aktien des Multimediaanbieters Cetv schlossen mit Kursverlusten von 9,06 Prozent bei 641,10 Kronen. Orco Property Group verloren 7,09 Prozent auf 285,70 Kronen. Der Immobilienentwickler hatte den Preis für eine seiner Immobilien in Prag um zehn Prozent gesenkt.

Anteilsscheine des Pharmaunternehmens Zentiva gingen als einziger Bluechip-Wert mit positivem Vorzeichnen aus dem Handel und gewannen 0,47 Prozent auf 1 080 Kronen.

Der Budapester BUX verlor 2,35 Prozent auf 12 928,70 Zähler, was für den Index einen Wochenverlust von mehr als elf Prozent bedeutete. Nach den hohen Verlusten vom Vortag gingen Aktien einzelner Bluechips mit Kursgewinnen aus dem Handel.

Titel des Chemieunternehmens Tiszai Vegyi Kombinat (TVK) schlossen am unteren Ende des Kurszettels mit minus 7,10 Prozent auf 2 940 Forint. Aktien des Pharmaunternehmens Richter Gedeon verloren 7,03 Prozent auf 26 500 Forint. Egis verbuchten Verluste von 2,77 Prozent auf 10 695 Forint.

Banktitel schlossen einheitlich mit Verlusten. OTP Bank verloren 4,54 Prozent auf 3 150 Forint beim höchsten Handelsvolumen an der Budapester Börse. Standard & Poor hatten das Finanzunternehmen mit einer Kreditbewertung von "BBB+" auf die Liste für mögliche Herabstufungen gesetzt. Höhere Finanzierungskosten und ein schwierigerer Zugang zu den internationalen Finanzmärkten aufgrund makroökonomischer Risiken wurden als Gründe für die Änderung in der Bonitätsbewertung genannt. Das aktuell schwierige Marktumfeld und der geringe Preis ließ OTP Bank die Pläne zum Verkauf der Tochtergesellschaften in der Slowakei und Serbien verwerfen.

Anteilsscheine des Hypothekenfinanzierer FHB Land Credit & Mortgage Bank schlossen mit einem Minus von 4,98 Prozent bei 800 Forint. Mit Kursgewinnen von 14,17 Prozent gingen hingegen Pannergy aus dem Handel. Nach einem volatilen Handelstag schlossen die Aktien des Erzeugers von erneuerbarer Energie bei 765 Forint. Emasz-Aktien verbuchten einen Kurszuwachs von 4,72 Prozent auf 16 920 Forint. Magyar Olay es Gazipari (Mol) gewannen 3,77 Prozent auf 11 000 Forint./

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