Internationaler Aktienhandel
Osteuropabörsen: Prag behauptet sich nur knapp

Warschau/Prag/Budapest (dpa-AFX/APA) – Die wichtigsten osteuropäischen Aktienmärkte haben am Dienstag in der Gewinnzone geschlossen. Besonders deutlich nach oben ging es in Budapest, wohingegen die Prager Börse nur ein hauchdünnes Plus verzeichnete.

Warschau/Prag/Budapest (dpa-AFX/APA) - Die wichtigsten osteuropäischen Aktienmärkte haben am Dienstag in der Gewinnzone geschlossen. Besonders deutlich nach oben ging es in Budapest, wohingegen die Prager Börse nur ein hauchdünnes Plus verzeichnete.

Der Budapester Bux stieg um 1,58 Prozent auf 21 707,61 Zähler. Der Telekommunikationskonzern Magyar Telekom sieht seine Dividendenpolitik durch die Krisensteuer der Regierung "ernsthaft gefährdet", gab die Tochter der Deutschen Telekom bekannt. Magyar Telekom könne die Steuer nicht verdauen, ohne die Ausschüttungen an die Aktionäre anzutasten. Unsicherheiten, ob der Abgabensatz über das Jahr 2012 hinaus angehoben werden soll, würden die Investitionsentscheidungen des Unternehmens beeinflussen, meinte Vorstandschef Christopher Mattheisen. Titel von Magyar Telekom schlossen gleichwohl um marktkonforme 1,49 Prozent höher bei 545 Forint.

Richter Gedeon gab erneut bekannt, eigene Aktien am Markt zurückgekauft zu haben. Im Rahmen des Rückkaufprogramms hat sich der Pharmakonzern in den vergangenen Wochen immer wieder mit eigenen Anteilsscheinen eingedeckt. Nun hat das Unternehmen 5 000 Aktien zum durchschnittlichen Preis von 42 763 Forint zurückgekauft. Richter-Titel gewannen 3,50 Prozent auf 44 300 Forint.

Unter den restlichen Schwergewichten konnten die Aktien des Ölkonzerns Magyar Olay es Gazipari (Mol) um 0,76 Prozent auf 19 950 Forint zulegen. Die Anteilsscheine der OTP Bank stiegen ebenfalls um 0,76 Prozent auf 5 290 Forint.

In Warschau kletterte der Leitindex Wig-20 um 0,66 Prozent auf 2 765,38 Punkte und schloss damit den fünften Tag in Folge im Plus. Der breiter gefasste Wig-Index erhöhte sich um 0,36 Prozent auf 47 516,57 Einheiten.

Der Kupfergigant Kghm hat seinen Ausblick auf das laufende Geschäftsjahr aufgefrischt. Der Konzern erwartet nun Umsätze von 15,5 Mrd. Zloty, was ein Anstieg von 40,2 Prozent im Gegensatz zu 2009 wäre. Unterm Strich soll ein Gewinn von 4,46 Mrd. Zloty erwirtschaftet werden, was ein Plus von 73,2 Prozent auf Jahressicht wäre. Die Analysten von KBC Securities werten die Aufwärtsrevision um mehrere Prozentpunkte sehr positiv. Die Aktien von Kghm Polska Miedz stiegen in einer seit Tagen andauernden Kursrally um weitere 4,67 Prozent auf 159 Zloty.

Die russischen Energiekonzerne Gazprom Neft und Rosneft sind an einer Akquisition bei der polnischen Grupa Lotos interessiert. In welcher Form, zusammen oder getrennt, Angebote erfolgen werden, steht laut dem Energieministerium noch nicht fest. Das Interesse russischer Konzerne in Polen sei nicht neu, hieß es von den KBC-Analysten. Allerdings sei es bisher undenkbar gewesen, dass russische Unternehmen wichtige strategische Konzerne Polens übernehmen. Durch die besseren politischen Beziehungen seien Übernahmen jedoch nicht mehr undenkbar. Die Aktien der Grupa Lotos gingen um 2,84 Prozent fester bei 32,6 Zloty aus dem Handel.

Derweil haben sich die polnischen Wettbewerbsbehörden an den Versorger PGE gewandt und um detaillierte Information bezüglich der Übernahmepläne der Energa gebeten. Die Wettbewerbshüter haben eine Entscheidung für oder gegen die Akquisition nach hinten verschoben - sie wurde bis dato für nächste Woche erwartet. PGE-Aktien schlossen 0,89 Prozent tiefer bei 22,3 Zloty.

Der Prager Leitindex PX gewann minimale 0,01 Prozent auf 1 175,1 Punkte. Tag für Tag geht es momentan für die Aktien des Minenkonzerns New World Resources deutlich nach oben. An diesem Dienstag stiegen sie erneut um 2,18 Prozent auf 234 Kronen und damit auf den höchsten Stand seit Juni 2010. Auch das Handelsvolumen war auffallend: Es wechselten mehr als viermal so viele Aktien die Besitzer wie im Durchschnitt der letzten drei Monaten. Händler verwiesen auf den aktuellen Höhenflug an den Rohstoffmärkten.

Nach unten ging es allerdings für die Anteile des Ölkonzerns Unipetrol , die 0,99 Prozent auf 200,90 Kronen verloren. Die Unipetrol-Raffinerie in Litvinov muss ihre Kapazitäten nach einem Brand für ungefähr zwei Wochen nach unten fahren. Zum Feuer war es bei Wartungsarbeiten gekommen, hieß es. Die Analysten von KBC Securities werteten die Neuigkeiten als klar negativ für den Aktienkurs.

Die Bankenwerte schlossen uneinheitlich. Während Erste Group Bank 0,57 Prozent auf 818,60 Kronen gewannen, gaben Komercni Banka um 1,70 Prozent nach./sm

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