Internationaler Aktienhandel
Osteuropas Börsen folgen dem Abwärtstrend

Die Börsen in Osteuropa haben sich am Montag dem negativen Trend der europäischen Leitbörsen nicht entziehen können und schwach geschlossen. Besonders starke Verluste gab es in Budapest.

dpa-afx/apa WARSCHAU/PRAG/BUDAPEST. In Prag sackte der Leitindex PX um 1,80 Prozent auf 940,1 Zähler. Die am Montag vorgelegten Daten aus dem Einzelhandel zeichneten ein weiterhin trübes Bild von der tschechischen Wirtschaft. Die Umsätze konnten im April auf Monatssicht auf sehr niedrigem Niveau nur um 0,6 Prozent zulegen. Auf Jahressicht blieb dennoch ein Minus von 1,7 Prozent stehen. Auch die Autoverkäufe blieben um fast sechs Prozent hinter den Umsätzen im Vorjahr.

Wie an den europäischen Leitbörsen standen auch in Prag Rohstoffwerte angesichts gesunkener Metall- und Ölpreise unter Abgabedruck. Unipetrol verloren 2,73 Prozent auf 117,70 Kronen und New World Resources (NWR) rutschten um 4,44 Prozent auf 92,50 Kronen ab. Die Analysten der Erste Group hatten zwar das Anlagevotum "Hold" für die NWR-Aktie bestätigt, gleichzeitig aber einen schwachen Ausblick für den Stahlsektor gegeben. Demnach soll es bis 2011 Ungleichgewichte am Markt geben.

Erste Group Bank verbilligten sich um 4,03 Prozent auf 521 Kronen. Analysten erklärten, dass die Aktie in jüngster Zeit starke Kursgewinne verbucht habe, ohne positive Fundamentaldaten zu präsentieren. Investoren würden sich nun Sorgen um eine Überbewertung der Erste-Titel machen, hieß es.

MOL IN Budapest Unter Druck

Auch in Budapest gab es Verluste. Der Leitindex BUX sank um 2,25 Prozent auf 15 888,70 Punkte. Die Indexschwergewichte standen am ungarischen Börsenplatz unter Verkaufsdruck. Den größten Abschlag mussten OTP hinnehmen, die um 4,46 Prozent auf 3 620 Forint abrutschten. Händler nannten den gesunkenen Wechselkurs des Forint gegenüber dem Euro zur Begründung. Investoren würden sich um die Konjunkturentwicklung Ungarns Sorgen machen, hieß es.

Anteilsscheine des Öl- und Gaskonzerns Mol sanken um 1,63 Prozent auf 13 300 Forint. Die russische Surgutneftegaz, die 21,2 Prozent an der MOL hält, versucht per Gerichtsbeschluss die Annullierung aller Beschlüsse der MOL-Hauptversammlung zu erwirken. Analysten sagten, dies könnte als Hinweis auf eine "feindliche" Übernahme der MOL gesehen werden. Nach einer negativen Analysteneinschätzung verbilligten sich Magyar Telekom um 1,45 Prozent auf 611 Forint. Die Wertpapierspezialisten der Schweizer UBS hatten das Anlagevotum für die Telekom-Titel von "Neutral" auf "Sell" abgestuft.

Kupferpreis DRÜCKT Kghm IN Warschau

In Warschau gab der WIG-20 um 1,75 Prozent auf 2005,54 Zähler nach. Der breiter gefasste WIG-Index fiel um 1,38 Prozent auf 31 917,20 Zähler. Wie auch an anderen Aktienmärkten standen Rohstoffwerte im Fokus der Investoren. Der Preis für Kupfer ist angesichts eines gestärkten Dollars gefallen, hieß es aus dem Handelsraum. Titel des Indexschwergewichts Kghm Polska Miedz reagierten mit einem Minus von 2,9 Prozent auf 84,50 Zloty. Indessen haben die Analysten der BRE Bank die Anlageempfehlung für die Titel auf "Reduce" abgestuft.

Telekomunikacja Polska stiegen um 1,6 Prozent auf 17,62 Zloty. Der Mutterkonzern France Telecom drängt die polnische Tochter entweder zu einem Kostensparprogramm oder zu einem Umsatzanstieg von einer Milliarde Zloty, hieß es in einer Tageszeitung ohne die Angabe von Quellen. Bankwerte der Bank Pekao rutschten um 2,9 Prozent auf 119,50 Zloty ab, Bank Zachodni sanken um 4,3 Prozent auf 93,80 Zloty und BRE Bank verbilligten sich um 4,6 Prozent auf 186 Zloty. Nur die Titel der PKO konnten sich in der Gewinnzone halten und schlossen um 0,7 Prozent fester bei 26,40 Zloty.

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