Internationaler Aktienhandel
Schweizer Börse: Deutliche Verluste

Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Mittwoch mit deutlichen Verlusten geschlossen. Der Leitindex war bereits mit Abgaben gestartet und baute diese im Verlauf des Tages weiter aus. Zum Schluss hin erholte sich der Markt wieder etwas. Auslöser waren die steigenden Kursen an der Wall Street.

dpa-afx ZÜRICH. Der Schweizer Aktienmarkt hat den Handel am Mittwoch mit deutlichen Verlusten geschlossen. Der Leitindex war bereits mit Abgaben gestartet und baute diese im Verlauf des Tages weiter aus. Zum Schluss hin erholte sich der Markt wieder etwas. Auslöser waren die steigenden Kursen an der Wall Street.

Aussagen von Händlern zufolge wurde der Markt erneut von schlechten Nachrichten aus der Bankenbranche belastet. Laut einem Pressebericht ist die US-Investmentbank Lehman Brothers auf der Suche nach einem strategischen Investor im Ausland. Die im Verlauf des Tages veröffentlichten Konjunkturdaten wurden durch die negativen Meldungen aus dem Finanzsektor überschattet.

Am Schweizer Markt belasteten über weite Strecken vor allem die Bankenwerte den Markt. Zum Schluss zeigten sich aber auch die beiden Pharmawerte deutlich schwächer.

Der Swiss Market Index (SMI ) notierte am Ende des Tages mit 1,0 Prozent oder 75,96 Zähler tiefer auf 7 514,48 Punkten. Der 30 Unternehmen umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI) verlor 0,53 Prozent auf 1 156,10 Zähler und der Swiss Performance Index (SPI ) gab um 0,86 Prozent auf 6 338,95 Punkte nach.

Anleger trennten sich vor allem von den Aktien der beiden Pharmakonzerne. Roche verloren 1,9 Prozent auf 183,50 Franken und Novartis lagen mit 2,1 Prozent auf 54,85 Franken im Minus. Novartis hat vorbörslich die Übernahme von Protez Pharmaceuticals bekanntgegeben. Mit der Akquisition seien auch die Rechte am Wirkstoff PZ-601, einem Breitbandantibiotikum, verbunden, so das Unternehmen. Im Handel wurde die Neuigkeit als positiv gewertet. Bei den Verkäufen handle es sich daher um ein typisches "Sell-on-the-Good-News"-Szenario, sagte ein Händler.

Überdurchschnittliche Verluste verzeichneten daneben nur noch die Valoren von Nestle (-1,2 Prozent auf 515 Franken) und Julius Bär (-1,3 Prozent auf 78,50 Franken). Der Vermögensverwalter dementierte die Spekulationen vom Vortag, es würden eine Gewinnwarnung sowie die Abspaltung von GAM verkündet. Ein Händler sagte: "Die Anleger sehen den Rauch und vermuten weiterhin Feuer." Credit Suisse (-0,3 Prozent auf 51,80 Franken) konnten die Verluste bis zum Schluss beinahe komplett abbauen, und UBS (+0,2 Prozent auf 25,24 Franken) notierten leicht im Plus. Aallerdings dürften die Papiere aufgrund des laufenden Anrechtehandels weiterhin volatil bleiben.

Die Papiere von Kühne+Nagel (-1,3 Prozent auf 109,70 Franken) konnten sich von den deutlichen Abgaben aus dem Tagesverlauf etwas erholen. Die Titel kamen nach einer Branchenstudie von HSBC unter Druck. Diese kam zum Schluss, dass die Branche insgesamt in diesem Jahr kaum Gewinnwachstum verbuchen wird, und reduzierte das Rating für den Logistiker auf "Underweight". Das Kursziel hoben die Analysten hingegen an. Im breiten Markt gaben die Konkurrenzpapiere von Panalpina um 0,2 Prozent nach.

Swisscom (-0,4% auf 359,75 Franken) erhielt heute die Genehmigung zur Übernahme von The Phone House durch die Wettbewerbskommission (Weko).

Gesucht waren die Valoren von Clariant (+1,0 Prozent auf 12,35 Franken) und Nobel Biocare (+1,1 Prozent auf 43,36 Franken). Daneben verzeichneten Swatch (+0,3 Prozent auf 284,75 Franken) leichte Aufschläge. Syngenta schlossen unverändert. Im Handel wurden auf einen Bericht des US-Landwirtschaftsministeriums verwiesen, der auf eine leicht verbesserte Maissaison hindeutet.

Stark nachgefragt wurden vor allem Actelion (+3,7 Prozent auf 59,15 Franken). Die Valoren dürften erneut von der Kurszielerhöhung durch die Credit Suisse profitiert haben.

Im breiten Gesamtmarkt waren Santhera (+3,1 Prozent) gesucht. Die Papiere profitierten von einem positiven Kommentar der WestLB. Diese hat die Abdeckung für die Papiere mit einem "Buy"-Rating und einem Kursziel von 118 Franken wieder aufgenommen. Zu legen konnten auch Card Guard (+1,4 Prozent). Das Medtechunternehmen hatte am Vortag die FDA-Zulassung für Lifestar ACT III Platinum Geräte erhalten.

Unter Druck gerieten hingegen Sika (-2,3 Prozent), nachdem Vorstandschef Ernst Bärtschi in einem Interview gesagt hatte, es werde kein einfaches Jahr für das Bauchemieunternehmen. Micronas (-4,4 Prozent) kamen aufgrund von Spekulationen über die weitere Geschäftsentwicklung unter Druck.

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