Internationaler Aktienhandel
Schweizer Börse: Julius Bär und Swiss Re unter Druck

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag etwas fester geschlossen. Der SMI war zwar bereits mit Gewinnen in den Handel gestartet.

dpa-afx ZÜRICH. Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag etwas fester geschlossen. Der SMI war zwar bereits mit Gewinnen in den Handel gestartet. Belastet von massiven Kursverlusten bei Julius Bär und Swiss Re rutschte der Leitindex jedoch bis kurz vor Handelsende ins Minus und konnte sich erst in den letzten Minuten wieder ins Plus retten.

Die US-Arbeitsmarktdaten fielen am Nachmittag zwar sehr schwach, aber dennoch in etwa im Rahmen der Erwartungen aus und beeinflussten das Geschehen an den Börsen kaum. Viel mehr Aufmerksamkeit zog das Ringen der neuen US-Regierung unter Barack Obama um das 937 Mrd. Dollar schwere Konjunkturprogramm auf sich. Vor allem die US-Bankentitel sprangen in der Hoffnung auf eine schnelle Verabschiedung des Programms, gegen das sich die oppositionellen Republikaner im Senat wehren, nach oben. Davon profitierten teilweise auch die Schweizer Finanzwerte.

Der SMI gewann 16,24 Punkte oder 0,32 Prozent auf 5 123,09 Punkte dazu. Im Wochenvergleich ergab sich für den SMI aber mit 3,2 Prozent bereits zum vierten Mal in Folge ein Minus. Der SLI stieg um 0,99 Prozent auf 741,58 Punkte und der breite SPI lag mit 0,52 Prozent im Plus bei 4 264,07 Punkten.

Geprägt wurde das Handelsgeschehen auf der Verlustseite von Swiss Re (-14,3 Prozent auf 18,60 Franken) und Julius Bär (-9,7 Prozent auf 30,00 Franken) sowie auf der Gewinnerseite von Syngenta (+7,2 Prozent auf 241,00 Franken).

Bei Julius Bär hatte am Tag der Ergebnisvorlage ein anonymes Schreiben an die Bankenaufsicht für Furore gesorgt. In dem Brief wurde Bär vorgeworfen, die Bilanz geschönt zu haben. Das ließ die Aktien beinahe ins Bodenlose stürzen. Die Titel sackten gar unter 20 Franken ab, konnten sich aber bis zum Schluss von den Tiefstständen deutlich lösen. Die Gerüchte würden jeglicher Grundlage entbehren, hieß es vonseiten des Managements.

Swiss Re litten unter dem am Mittwoch angekündigten Verlust für 2008 und der geplanten Kapitalerhöhung. In der Folge hatten verschiedene Analysten die Aktien des Rückversicherers auf die Verkaufsliste genommen. Zudem senkte die Agentur Moody"s das Kreditrating leicht und behielt sich eine weitere Rückstufung vor. Die Swiss-Re-Titel haben innerhalb einer Woche nun rund 40 Prozent verloren, seit Jahresbeginn sind es gar 63 Prozent.

Syngenta hat nach Analysteneinschätzung für 2008 ein "ganz solides" Ergebnis ausgewiesen. Nur aufgrund von Sonderbelastungen blieb der Reingewinn hinter den Konsensschätzungen zurück.

Zu den großen Gewinnern im SMI /SLI gehörten neben Syngenta eine Reihe konjunkturabhängiger Titel. So kletterten Logitech um 10,0 Prozent auf 11,92 Franken, Clariant um 7,3 Prozent auf 6,33 Franken oder Richemont um 7,1 Prozent auf 18,96 Franken in die Höhe. Swatch wurden von UBS weiterhin zum Kauf empfohlen, die Aktie legten mit 6,4 Prozent auf 144,40 Franken ebenfalls sehr stark zu, ähnlich verhielt es sich mit ABB (+6,2 Prozent).

Festere Tendenzen - wenn auch gegen Ende hin in abgeschwächter Form - zeigten sich bei Finanzwerten wie Credit Suisse (+2,7 Prozent auf 32,54 Franken) oder Baloise (+1,9 Prozent auf 78,70 Franken). UBS (-0,2 Prozent auf 12,98 Franken) konnten dagegen die höheren Kurse nicht halten und rutschten gar noch ins Minus.

Kaum verändert, aber ebenfalls mit einem negativen Vorzeichen schlossen die Schwergewichte Nestle (-0,4 Prozent auf 38,18 Franken), Roche Holding (-0,1 Prozent auf 145,20 Franken) und Novartis (-0,1 Prozent auf 49,00 Franken). groß waren dagegen die Abgaben bei OC Oerlikon (-8,3 Prozent auf 33,00 Franken) und ZFS (-6,4 Prozent auf 194,00 Franken). ZFS litten nach dem gestrigen Ergebnisausweis unter einer Reihe von Kurszielsenkungen.

Am breiten Markt gewannen EMS Chemie (+5,2 Prozent), GKB (+0,9 Prozent) und Mobilezone (+1,5 Prozent) nach Jahreszahlen dazu. Dagegen notierten Quadrant unverändert auf 44,70 Franken. Feintool verloren nach durchzogenen Zahlen 0,1 Prozent.

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