Internationaler Aktienhandel
Schweizer Börse straft Swiss Re ab

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag tief in der Verlustzone, aber nach einem fulminanten Schlussrally deutlich über dem Tagestief geschlossen.

dpa-afx ZÜRICH. Der Schweizer Aktienmarkt hat am Donnerstag tief in der Verlustzone, aber nach einem fulminanten Schlussrally deutlich über dem Tagestief geschlossen. Auf seiner Abwärtsfahrt hat der SMI für kurze Zeit gar das November-Tief von 5 034 Punkten unterschritten, damit ein neues 52-Wochen-Tief markiert und mit einem Tagestief von 5 005 Punkten die psychologisch und charttechnisch wichtige Marke von 5 000 Punkten nur ganz knapp gehalten. Mit massiven Kursverlusten lasteten vor allem Swiss Re auf dem Geschehen, aber auch ZFS und Großbankentitel.

Ohne große Auswirkungen auf den Markt blieben am Berichtstag die wie erwartet ausgefallenen Leitzinsentscheide der Europäischen Zentralbank und der Bank of England. Einen negativen Einfluss auf das Geschehen hatten indes die überraschend stark gestiegenen US-Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe und der unerwartet kräftig gesunkene Auftragseingang der US-Industrie.

Bei Börsenschluss um 17.30 Uhr sank der SMI um 2,27 Prozent oder 118,61 auf 5 106,85 Punkte; das Tages- und somit neue 52-Wochen-Tief lag bei 5 005,24 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte SLI verlor 2,26 Prozent auf 734,34 Zähler und der marktbreite SPI 2,02 Prozent auf 4 241,85 Stellen.

Die Papiere der Swiss Re (-28,1 Prozent auf 21,70 Franken) büßten mehr als ein Viertel ihres Wertes ein. Der Rückversicherer hatte vorbörslich überraschend einen provisorischen Verlust für 2008 von rund 1 Milliarde Franken publiziert. Das Unternehmen muss seine Kapitaldecke stärken und bekommt dafür unter anderem eine Kapitalspritze von US-Milliardär Warren Buffett. Auch die Dividende wird stark gekürzt. Ob diese Schritte helfen, die Bonität zu bewahren, ist indes fraglich. Standard & Poor"s hat das für Swiss Re wichtige "AA-"-Langfristrating bereits im Hinblick auf eine mögliche Herabstufung auf "watch negative" gesetzt.

Zurich Financial Services (ZFS) (-3,6 Prozent auf 207,30 Franken) zählten ebenfalls zu den größten Verlierern. Das Unternehmen hat mit dem Ergebnis 2008 die Erwartungen leicht verfehlt und die Dividende gekürzt. Den Kursrücksetzer begründeten Händler aber auch mit dem starken Kursanstieg vom Vortag. Swiss Life (-4,0 Prozent auf 60,90 Franken) und Baloise (-2,3 Prozent auf 77,25 Franken) vermochten sich dem negativen Sog nicht zu entziehen.

UBS (-6,5 Prozent auf 13,00 Franken) und zeitweise auch Credit Suisse (-2,8 Prozent auf 31,70 Franken) leisteten Swiss Re am Tabellenende Gesellschaft. Belastet wurde das Sentiment neben der allgemeinen Unsicherheit durch Aussagen der Deutschen Bank, die auch 2009 mit einem anhaltend schwierigen Marktumfeld rechnet. Auch Julius Bär (-2,4 Prozent auf 33,22 Franken) schlossen am Vortag der Ergebnispublikation tiefer.

Zu den größten Verlierern zählten auch Logitech (-6,0 Prozent auf 10,84 Franken) und Holcim (-3,6 Prozent auf 48,68 Franken), letztere belastet durch einen herben Gewinnrückgang bei der indischen Tochtergesellschaft ACC.

Nestle (-3,0 Prozent auf 38,34 Franken) verloren ebenfalls kräftig. Im Handel wurde bei den Abgaben auf den enttäuschenden Ausblick des Konkurrenten Unilever verwiesen, sowie auf Branchenrotationen zu Lasten defensiver Aktien. Von letzteren wurden auch Roche (-1,6 Prozent auf 145,40 Franken) gebremst, nicht aber Novartis (unv. auf 49,04 Franken).

Etwas besser als der Gesamtmarkt hielten sich Petroplus (-1,8 Prozent auf 22,16 Franken). Die vorgelegten Zahlen würden "nicht schlecht" aussehen, hieß es am Markt. Allerdings sei die Aussagekraft der Zahlen stark eingeschränkt und schwer einzuordnen.

Mit den größten Gewinnen gingen Lonza (+3,0 Prozent auf 111,40 Franken) und Richemont (+2,2 Prozent auf 17,70 Franken) aus dem Handel.

Im breiten Markt legten Micronas um 17,0 Prozent zu. Der Spezialchip-Hersteller hatte überraschend seine Ergebnisse für das vierte Quartal und das Jahr 2008 bekanntgegeben und eine umfangreiche Umstrukturierung angekündigt. Ebenfalls mit Zahlen aufgewartet hat Kardex (Aktie +2,9 Prozent). Das Unternehmen hat für 2008 einen starken Umsatz und Auftragseingang gemeldet.

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