internationaler Aktienhandel
Schweizer Börse: UBS drückt Markt ins Minus

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag mit Verlusten auf breiter Front geschlossen. Nach einem freundlichen Start hat das Geschehen kontinuierlich an Schwung verloren und wurde nur kurzzeitig durch besser als erwartet ausgefallene US-Konjunkturdaten belebt.

dpa-afx ZÜRICH. Der Schweizer Aktienmarkt hat am Freitag mit Verlusten auf breiter Front geschlossen. Nach einem freundlichen Start hat das Geschehen kontinuierlich an Schwung verloren und wurde nur kurzzeitig durch besser als erwartet ausgefallene US-Konjunkturdaten belebt. Im späten Geschäft dreht der Leitindex ins Minus, belastet von den Abgaben in UBS und Novartis . Im Sog dieser Schwergewichte seien weitere Titel wie beispielsweise Nestle , ABB oder Holcim unweigerlich nach unten gezogen worden, meinte ein Händler.

Das Geschehen am Markt sei zu Wochenschluss aber relativ ruhig verlaufen, wenngleich auch ziemlich volatil, hieß es am Markt. Gegen Handelsende hätten noch letzte Anpassungen im Zusammenhang mit der Neuzusammensetzung des Msci für kleinere Impulse gesorgt.

Der Leitindex SMI sank bei Börsenschluss um 0,40 Prozent auf 7 511,29 Punkte, im Wochenvergleich ergab sich ein leichtes Plus von 0,7 Prozent. Der 30 Titel umfassende und gekappte SLI-Index verlor 0,02 Prozent auf 1 158,01 Punkte und der SPI reduzierte sich um 0,26 Prozent auf 6 333,55 Punkte.

Größte Kursverlierer unter den 30 wichtigsten Werten war mit Abstand UBS (minus 2,6 Prozent auf 25,10 Franken). Der Titel stand erneut im Zusammenhang mit dem Anrechtehandel unter Druck und bewegte sich entsprechend volatil. Das Anrecht wurde heute lediglich noch zu 1,39 Franken gehandelt. Zudem sei das Sentiment für UBS von Spekulationen über weitere mögliche Abschreibungen sowie durch den Fall Birkenfeld belastet worden, hieß es im Handel. Der ehemalige UBS-Banker Birkenfeld will sich Medienberichten zufolge der Beihilfe zur Steuerhinterziehung für schuldig bekennen und mit den US-Behörden zusammenarbeiten.

Credit Suisse (plus 0,2 Prozent auf 53,10 Franken) schlossen dagegen im Plus; Julius Bär (plus 2,2 Prozent auf 85,30 Franken) wurden von der stärkeren Gewichtung im Msci-Index gestützt.

Mit grösseren Abgaben lasteten auch Novartis (minus 0,9 Prozent auf 54,75 Franken) auf dem Index. Roche (minus 0,3 Prozent auf 179,70 Franken) zeigten sich am ersten Tag des Onkologie-Kongresses Asco über weite Strecken fester, verloren aber im späten Geschäft an Boden. Der Pharmakonzern hat positive Ergebnisse bei Studien zu den Brustkrebs-Medikamenten Pertuzumab und Herceptin vermeldet und zahlreiche weitere Ergebnisse angekündigt. Nach den guten Gewinnen der letzten Tage und Wochen sei es im Laufe des Tages zu Gewinnmitnahmen gekommen, hieß es.

Dem negativen Abwärtssog von UBS und Novartis seien im späteren Verlauf auch Nestle (minus 0,4 Prozent auf 512,50 Franken), ABB (minus 0,8 Prozent auf 33,90 Franken) oder Holcim (minus 0,4 Prozent auf 97,50 Franken) erlegen, hieß es am Markt.

Mit den größten Kursgewinnen profilierten sich dagegen Petroplus (plus 5,1 Prozent auf 64,10 Franken). Die Papiere profitierten von einer Kurszielerhöhung und kurzfristigen Kaufempfehlung durch die UBS sowie vom Rückgang beim Ölpreis, hieß es am Markt. Auch Clariant (plus 1,0 auf 11,62 Franken) und Ciba (plus 0,6 auf 34,34 Franken) schlossen mit deutlichen Aufschlägen. Ciba hat eine Erhöhung der Verkaufspreise im gesamten Produktportfolio zum Teil um über 20 Prozent angekündigt.

Swiss Re (plus 0,2 Prozent auf 80,95 Franken) wurden von positiven Kommentaren von Goldman zum Rückversicherungssektor beflügelt, konnten aber nur einen kleinen Teil der Gewinnen ins Wochenende retten. Von den übrigen Versicherern erhöhten sich auch ZFS (plus 0,7 Prozent auf 305,75 Franken) und Baloise (plus 0,5 Prozent auf 118,60 Franken), Swiss Life (minus 0,2 Prozent auf 293,25 Franken) schlossen etwas leichter. /ch/AWP/fj

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