Internationaler Aktienhandel
Schweizer Börse: Versöhnliches Ende eines schrecklichen Jahres

Der Schweizer Aktienmarkt hat den letzten Handelstag des Börsenjahres 2008 deutlich im Plus beendet. Zusammen mit dem Anstieg am Vortag hat der Markt am Dienstag somit zumindest einen versöhnlichen Abschluss gefunden.

dpa-afx ZÜRICH. Der Schweizer Aktienmarkt hat den letzten Handelstag des Börsenjahres 2008 deutlich im Plus beendet. Zusammen mit dem Anstieg am Vortag hat der Markt am Dienstag somit zumindest einen versöhnlichen Abschluss gefunden. Insgesamt wird das Jahr 2008 börsentechnisch allerdings als "annus horribilis" in die Annalen eingehen, hat doch der Swiss Market Index (SMI ) einen Verlust von rund 35 Prozent erlitten.

Die einigermaßen gute Stimmung wurden am Markt mit dem neuen Unterstützungspaket der US-Regierung für die Automobilindustrie sowie Kurspflege in einzelnen Titeln begründet. Die am Nachmittag veröffentlichten US-Konjunkturdaten hätten dem Markt auch nichts mehr antun können, auch wenn das US-Konsumentenvertrauen auf ein weiteres Rekordtief gefallen war. Die Volumen seien allerdings zum Jahresschluss klein gewesen, hieß es in Handelskreisen, die meisten Marktteilnehmer hätten das Jahr bereits abgeschlossen gehabt.

Der Blue-Chips-Index SMI schloss am Dienstag 1,27 Prozent höher bei 5 534,53 Punkten. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI ) kletterte um 1,50 Prozent auf 789,67 Punkte, der breite Swiss Performance Index (SPI ) um 1,18 Prozent auf 4.5 679,57. Die größte Gewinner unter den 30 SMI-Titeln waren Swiss Re (+5,6 Prozent), Logitech (+4,7 Prozent) und Petroplus (+3,7 Prozent), ohne dass dazu allerdings fundamentale News vorhanden gewesen wären. Am Schluss der Tabelle waren die Chemietitel Ciba (-2,0 Prozent), Lonza (-1,2 Prozent) und Givaudan (-1,1 Prozent) zu finden.

Mit einem Minus von 34,8 Prozent beim SMI, gar 39,1 Prozent beim SLI und 34,1 Prozent beim SPI ist 2008 eines der schlechtesten Börsenjahre in der Geschichte. Laut einer Studie der ZKB waren einzig die Jahre 1931 (Große Weltwirtschaftskrise) und 1974 (Ölkrise) noch schlechtere Aktienjahre in der Schweiz.

Wie schwach das Jahr war, zeigt sich auch an den Veränderungen der einzelnen Titel. 29 der 30 wichtigsten Schweizer Aktien schlossen das Jahr im roten Bereich, und viele sogar sehr deutlich. Klar an der Spitze dieser Negativrangliste lagen zum Schluss OC Oerlikon mit einem Minus von horrenden 85,4 Prozent; aber auch Petroplus (-75,5 Prozent) und Swiss Life (-72,8 Prozent) dürften manch einem Anleger schlaflose Nächte bereitet haben. Aufgrund der Finanzkrise litten aber auch die Bankaktien massiv, und so gehörten auch UBS (-68,2 Prozent), Credit Suisse (-58,2 Prozent) und Julius Bär (-57,3 Prozent) zu den Aktien mit der schwächsten Performance. Über 50 Prozent verloren aber auch noch Nobel Biocare , Logitech, Swatch , ABB oder Holcim .

Bei den 30 wichtigsten Titeln gab es lediglich einen Gewinner, und zwar die Aktien des Biopharmaunternehmens Actelion mit einem Plus von 14,1 Prozent. Ein neues Medikament beziehungsweise eine Partnerschaft dazu und die Aufnahme in den SMI verhalfen dem Titel zu dieser klaren Leaderposition 2008. Zweitbester Wert waren die Medtech-Aktien Synthes (-5,1 Prozent), aber auch die defensiven Novartis (-15,1 Prozent), Roche (-16,9 Prozent) und Nestle (-20,0 Prozent) hielten sich recht gut.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%