Internationaler Aktienhandel
Schweizer Börsen: Kreditkrise belastet Bankenwerte

dpa-afx ZÜRICH. Der Schweizer Aktienmarkt hatte am Montag mit deutlichen Verlusten geschlossen. Bereits bei Handelseröffnung verzeichnete der SMI Abgaben von mehr als 100 Punkten. Im Verlauf des Tages konnte er dies nicht aufholen, sondern baute seine Verluste sogar noch aus. Am Ende büßte der SMI 1,51 Prozent oder 131,27 Punkte auf 8 544,59 Zähler ein. Der etwas breitere SLI verlor 1,95 Prozent auf 1 293,45 Punkte und der SPI gab 1,57 Prozent auf 6 949,15 Zähler nach.

Die Finanzwerte – allen voran die UBS – schickten den Index in den Keller. Leicht stabilisierend wirkten nur die defensiven Schwergewichte. Das Schlusslicht bildeten am Montag Clariant (-4,6% auf 10,17 Franken). Dahinter folgten ABB (-3,8% auf 30,96 Franken) und mit etwas Abstand weitere konjunktursensitive Werte wie Swatch (-3,3% auf 325,25 Franken) oder Adecco (-3,1% auf 60,00 Franken).

Bei den Finanzwerten zeigten sich Julius Bär (-3,3% auf 93,15 Franken) besonders schwach. Aber auch UBS (-2,7% auf 53,57 Franken) kamen am Montag stark unter Druck. In der Wochenendpresse war über weitere Abschreibungen bei der Großbank für das erste Quartal 2008 spekuliert worden. Mit den in dieser Woche noch anstehenden Quartalszahlen von Goldman Sachs, Morgan Stanley oder Bear Stearns dürfte der Sektor weiterhin im Fokus der Marktteilnehmer bleiben. Die Liquiditätszufuhr der Notenbanken in der vergangenen Woche habe die Nervosität bei den Banken noch nicht beseitigen können, sagte ein Händler. Credit Suisse verloren 2,0 Prozent auf 68,55 Franken.

Die Versicherer verzeichneten ebenfalls Abgaben. Baloise (-3,6% auf 112,80 Franken) büßten dabei am deutlichsten ein. UBS-Analysten hatten das Kursziel auf 119 (123) Franken gesenkt. Baloise sei unter Druck ihre Dividendenzahlung nach oben anzupassen, da Swiss Life (-2,0% auf 289,75 Franken) eine höhere Ausschüttung beschlossen hat. Außerdem orten sie gewisse Akquisitions-Risiken, namentlich aufgrund eines möglichen Zusammenschlusses zwischen Baloise und Helvetia. ZFS (-2,1% auf 330,75 Franken) und Swiss Re (-1,8% auf 81,75 Franken) gingen ebenfalls mit Abgaben aus dem Handel.

Bei den übrigen SMI-Schwergewichten verloren Novartis (-1,3% auf 62,80 Franken) und Roche (-1,1% auf 198,70 Franken), während Nestle (+0,4% auf 537,00 Franken) die einzigen Werte waren, die am Montag im SMI Gewinne verzeichnen konnten.

Swisscom (-0,9% auf 436,75 Franken) konnten bis zum Handelsschluss unter ein Prozent halten. Ein Entscheid der Kommunikationskommission (Comcom) hat die Interkonnektionspreise der Swisscom für die Jahre 2004 bis 2006 um durchschnittlich 15 bis 20 Prozent gesenkt und kommt dabei zum Schluss, dass Swisscom Fixnet AG in den Jahren 2004 bis 2006 von ihren Vertragspartnern für verschiedene Interkonnektionsdienste zu hohe Preise verlangt hat.

Im SLI büßten SGS (-5,5%) am deutlichsten ein. Aber auch OC Oerlikon (-5,1%) schlossen den Wochenauftakt mit deutlichen Verlusten. Kühne + Nagel (-3,4%) hatten am Freitagabend einen Wechsel in der Konzernleitung auf Bereichsebene bekannt gegeben. Die kleinsten Abgaben verzeichneten Ciba (-0,5%).

Im breiten Gesamtmarkt zeigten sich Kuoni (+0,1) von der Übernahme in Deutschland wenig beeinflusst. Biomarin büßten aufgrund von Gewinnmitnahmen bis zum Schluss 0,8 Prozent ein.

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