Internationaler Aktienhandel
Übernahmeofferte bewegt europäische Börsen

Die wichtigsten europäischen Aktienindizes sind am Montag freundlich in die neue Handelswoche gestartet. Obwohl die Weltbörsen auf Impulse von der New Yorker Wall Street verzichten mussten, knüpften die meisten Indizes an die Gewinne der Vorwoche an.

dpa-afx PARIS/LONDON. Die wichtigsten europäischen Aktienindizes sind am Montag freundlich in die neue Handelswoche gestartet. Obwohl die Weltbörsen auf Impulse von der New Yorker Wall Street verzichten mussten, knüpften die meisten Indizes an die Gewinne der Vorwoche an. Die US-Börsen blieben wegen des Feiertags "Labor Day" geschlossen. Bewegung sei mit der Übernahmeofferte des US-Lebensmittelkonzerns Kraft Foods für den britischen Konkurrenten Cadbury in den Markt gekommen, sagten Händler.

Der Eurostoxx 50 kletterte um 1,28 Prozent auf 2 778,40 Punkte. Der CAC-40-Index legte in Paris 1,50 Prozent auf 3 652,83 Zähler zu. Der Londoner Ftse 100 stieg um 1,66 Prozent auf 4 932,38 Punkte.

Die positive Stimmung vom Freitagsschluss der Wall Street und das Übernahmeangebot für Cadbury befeuern die Sache ein bisschen, sagte Marktstratege Philippe Gijsels von der Fortis Banks. Auch andere Börsianer verwiesen auf das Angebot von Kraft Foods für Cadbury als Stimmungstreiber: "Wir sind für den kurzfristigen Trend sehr zuversichtlich, da alles da ist, um den Aufwärtstrend zu stützen", sagte Romain Boscher, Chefhändler bei Groupama Asset Management. "Der Markt redet heute zudem deutlich mehr über Übernahmen und Fusionen. Diese Art von Nachrichtenfluss, gekoppelt mit einem etwas normalisierten Bewertungsumfeld, ist genau die Mischung, auf die Marktteilenehmer gewartet haben, um etwas zuversichtlicher zu werden."

In London schnellten die Titel von Cadbury mit plus 37,85 Prozent auf 772,87 britische Pence an die Spitze des "Footsie" und waren eines der Hauptgesprächsthemen am Markt. Kraft hatte mitgeteilt, ein Vorschlag für den Kauf des britischen Branchenkollegen für 16,7 Mrd. Dollar sei von diesem abgelehnt worden. Trotz der Ablehnung will der US-Konzern weiter an einer Übernahme arbeiten. Laut der Analysten von Kepler dürfte Cadbury auf ein besseres Angebot warten, obwohl die vorgelegte Offerte auf den ersten Blick fair erscheine. Ein Händler in London verwies allerdings auf kartellrechtliche Probleme.

Andere Vertreter des Lebensmittelsektors konnten von der Nachricht profitieren: Danone zählten mit einem Aufschlag von 3,92 Prozent auf 38,99 Euro zu den gefragtesten Werten im Eurostoxx 50. In Zürich legten Nestle um 0,46 Prozent auf 43,52 Schweizer Franken zu. Marktgerüchten zufolge könnte der Konzern ein Gegenangebot vorlegen. Auch hier gäbe es dem Händler zufolge aber kartellrechtliche Probleme.

Auch die Finanztitel sorgten für Gesprächstoff am Markt: Die Titel von Fortis stiegen mit plus 4,29 Prozent auf 3,139 Euro an die Spitze des Eurostoxx 50. Die Versicherungsgruppe RSA Insurance Group ist laut einem Pressebericht an Geschäftsbereichen des niederländischen Konkurrenten Fortis interessiert. RSA habe die Banken JP Morgan und Merrill Lynch damit beauftragt, eine mögliche Kapitalerhöhung vorzubereiten, um die Expansion in Europa und Lateinamerika zu finanzieren, berichtete "The Sunday Telegraph" am Sonntag.

Telekomwerte gerieten nach einem Pressebericht und einer Branchenstudie in Bewegung. Vodafone und Telefonica haben der "Sunday Times" zufolge Gebote über 3,5 Mrd. Britische Pfund für die Telekom-Tochter T-Mobile UK vorgelegt. Die Deutschen zögen allerdings eine Fusion mit der Mobilfunktochter von France Telecom , Orange, vor. Zudem hatte Nomura die Bewertung für europäische Telekomwerte von "Neutral" auf "Bullish" angehoben. Telekom-Aktien legten um ein halbes Prozent zu, Vodafone-Titel stiegen um 0,94 Prozent auf 135,67 Pence, Telefonica-Anteilsscheine gewannen 2,07 Prozent auf 17,74 Euro und France-Telecom-Aktien notierten 1,74 Prozent höher bei 18,12 Euro.

British Airways kletterten um 1,80 Prozent auf 193,38 Pence. Die Deutsche Lufthansa spricht der "Sunday Times" zufolge mit dem britischen Konkurrenten über den Verkauf der erst gerade übernommenen Fluggesellschaft bmi. Dem Bericht zufolge geht für British Airways die geplante Fusion mit der spanischen Iberia zwar voran. Allerdings denke das Unternehmen über eine Kapitalerhöhung nach, um den möglichen Kauf von bmi zu finanzieren. Während Lufthansa-Aktien um 2,52 Prozent auf 11,00 Euro zulegten, gewannen Iberia 1,10 Prozent auf 1,7 480 Euro.

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