Internationaler Aktienhandel
US-Arbeitsmarktbericht lastet auch auf Europas Börsen

Konjunktursorgen haben die europäischen Aktienmärkte zum Handelsschluss am Freitag ins Minus gedrückt. So ist den USA die Arbeitslosenquote im Dezember überraschend deutlich auf 7,2 Prozent gestiegen. Anleger fürchteten zudem, dass auch die Werte für Oktober nach oben korrigiert werden könnten.

dpa-afx PARIS/LONDON. Konjunktursorgen haben die europäischen Aktienmärkte zum Handelsschluss am Freitag ins Minus gedrückt. So ist den USA die Arbeitslosenquote im Dezember überraschend deutlich auf 7,2 Prozent gestiegen. Im Vormonat hatte die Quote in der größten Volkswirtschaft der Welt noch bei revidiert 6,8 (ursprünglich 6,7) Prozent gelegen. Anleger fürchteten zudem, dass auch die Werte für Oktober nach oben korrigiert werden könnten, sagten Börsianer.

Der Eurostoxx 50 gab um 1,19 Prozent auf 2 486,59 Punkte nach und beendete damit die erste volle Handelswoche des Jahres mit einem Minus von 1,97 Prozent. Der Londoner Ftse 100 fiel um 1,26 Prozent auf 4 448,54 Zähler. Der französische CAC-40-Index sank um 0,75 Prozent auf 3 299,50 Punkte.

Aktien von Ölfirmen litten unter dem nachgebenden Preis für das "schwarze Gold". So fielen Total um 1,71 Prozent auf 39,975 Euro, und für Eni ging es um 1,68 Prozent auf 17,53 Euro nach unten. Im "Footsie" sanken Titel von BP um 2,44 Prozent auf 533,75 Pence, und Royal-Dutch-Shell-Aktien verloren 2,88 Prozent auf 1 788,00 Pence. Grund für den Rückgang des Ölpreises war eine ganze Serie von unerwartet schlechten Konjunkturdaten aus führenden Industriestaaten.

Renault-Titel waren mit einem Aufschlag von 2,04 Prozent auf 20,76 Euro einer der besten Werte im Eurostoxx 50. Der französische Autobauer hatte im abgelaufenen Jahr zwar einen Absatzrückgang um 4,2 Prozent hinnehmen müssen. Insgesamt hatte die Autoindustrie allerdings ein Minus von 4,8 Prozent zu beklagen. Der Marktanteil blieb stabil bei 3,6 Prozent. Zudem rechnet das Unternehmen mit Unterstützung durch die französische Regierung bei Krediten. "Les Echos" zufolge benötigt Renault 2,5 Mrd. Euro.

Aktien von Versicherern zählten indes europaweit zu den Gewinnern. So gaben die Anleger für die Titel von Old Mutual 1,86 Prozent mehr aus und bezahlten 60,10 Pence. Papiere von Legal & General rückten um 2,22 Prozent auf 78,40 Pence vor. An der Spitze des europäischen Leitindex verteuerten sich die Aktien der ING Groep gar um 7,32 Prozent auf 8,50 Euro. Händler werteten positiv, dass durch die staatliche Kapitalspritze an die Commerzbank die Übernahme der Allianz-Tochter Dresdner Bank nunmehr gesichert sei. Dies strahle positiv auf die gesamte Branche aus, hieß es. Papiere des deutschen Versicherers standen auf Platz zwei der Gewinnerliste im Eurostoxx 50. Sie verbuchten einen Aufschlag von 6,19 Prozent auf 70,80 Euro.

Unternehmensnachrichten waren ansonsten Mangelware, viele Titel wurden aber von Analystenäußerungen bewegt. ITV etwa sackten um 4,40 Prozent auf 38,00 Pence ab. British Sky Broadcasting (Bskyb) verloren 5,26 Prozent auf 451,25 Pence und waren damit einer der schlechtesten Werte im Ftse 100. Goldman Sachs hatte die Einstufung für die Titel der britischen Fernsehsender von "Neutral" auf "Sell" verringert. Zu den Titeln von ITV schrieb Analystin Laurie Davison: "Bei der derzeitigen Bewertung kann es für den Aktienkurs der britischen Sendergruppe nur nach unten gehen." Die Abstufung der Bskyb-Titel begründete die Expertin mit der in den vergangenen beiden Monaten starken Kursentwicklung im Vergleich mit dem Mediensektor. Nun seien die Aktien anfällig für Abstufungen, sollten die Zahlen für das zweite Geschäftsquartal enttäuschen.

Die Deutsche Bank hatte ferner die Bewertung und Kursziele von Aktien verschiedener britischer Minenkonzerne gesenkt. Anglo American etwa gaben am "Footsie"-Ende 8,19 Prozent auf 1 490,00 Pence ab und waren damit schwächster Wert im britischen Leitindex. Hier hatte die Bank die Einstufung ebenso wie bei Rio Tinto von "Buy" auf "Hold" gesenkt. Letztgenannte verloren 5,78 Prozent auf 1 677,00 Pence. Bei einem Verschuldungsgrad von rund 60 Prozent bleibe das Thema der Finanzierung einer der zentralen Punkte für den Konzern, kommentierte Analyst Rob Clifford.

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