Internationaler Aktienhandel
US-Konjunkturdaten stützen europäische Börsen

Die wichtigsten europäischen Aktienmärkte haben am Montag nach vier Verlusttagen in Folge wieder in der Gewinnzone geschlossen. Händler verwiesen als Antrieb auf freundlich aufgenommene Konjunkturdaten aus den USA.

dpa-afx PARIS/LONDON. In den Vereinigten Staaten hatte sich die Stimmung der Einkaufsmanager im Dienstleistungssektor im September aufgehellt. Insofern stieg der Eurostoxx 50 um 1,09 Prozent auf 2 790,78 Zähler. Der Pariser CAC-40-Index legte um 0,69 Prozent auf 3 675,01 Zähler zu. In London schloss der Ftse 100 mit plus 0,71 Prozent auf 5 024,33 Punkte knapp über der Marke von 5 000 Punkten.

Insbesondere den Bankaktien galt die Aufmerksamkeit der Börsianer zum Wochenauftakt: Die Analysten von Jpmorgan und UBS sorgten mit entsprechenden Branchenstudien für den nötigen Gesprächsstoff. So stuften etwa die Experten der Schweizer Großbank die Titel von Barclays von "Sell" auf "Neutral" hoch und hoben das Kursziel von 330,00 auf 380,00 Pence an. Die Titel stiegen um 1,40 Prozent auf 361,75 Pence. Analyst Alastair Ryan hob in seiner Branchenstudie die Prognose für europäische Banken für 2009 um vier und für 2010 um 17 Prozent an. Die Kapitalmärkte hätten sich im September gut entwickelt: Die Kapitalbeschaffungskosten seien weiter gesunken und die Erwartungen für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung gestiegen. Die langfristigen strukturellen Sorgen über die Auswirkungen einer möglichen Inflation und steigender Finanzierungskosten blieben aber unverändert.

Ferner fielen die Titel der Societe Generale um 0,51 Prozent bei 52,20 Euro. Jpmorgan-Analyst Kian Abouhossein hatte in einer Branchenstudie geschrieben, dass die Kreditkrise zwar überstanden sei, bei den europäischen Banken in den kommenden Monaten aber auch wegen des Basel II-Abkommens mit einem weiteren Kapitalbedarf von 78 Mrd. Euro zu rechnen sei. Die Socgen zählt er zu den Banken mit dem größten Kapitalbedarf.

Nach einer Serie von zwei Dutzend Selbstmorden bei France Telecom wechselte indes der Konzern die Nummer zwei in der Führungsetage aus. Stephane Richard (47) wurde zum beigeordneten Generaldirektor ernannt und rückt damit an die Stelle von Louis-Pierre Wenes, der um seine Ablösung gebeten hatte. Richard gilt als möglicher Nachfolger für Konzernchef Didier Lombard, der wegen der Selbstmordserie in Folge der Umstrukturierung erheblich unter Druck gekommen ist. France-Telecom-Papiere gewannen 2,04 Prozent auf 18,03 Euro.

Auch Titel anderer Telekom-Werte waren gefragt. BT Group etwa gewannen 0,97 Prozent auf 129,75 Pence und Telefonica verteuerten sich um 3,52 Prozent auf 19,13 Euro. Händler begründeten dies mit der Vereinbarung zwischen dem Telekommunikationsunternehmen Telenor und dessen russischen Partner Alfa Group, ihre russischen und ukrainischen Holdings zusammenzulegen. Telenor-Titel schnellten um knapp 15 Prozent hoch.

Aktien von Arcelormittal stiegen darüber hinaus um 1,07 Prozent auf 23,995 Euro. Der weltgrößte Stahlkonzern steht zwar kurz vor dem Scheitern bei einem Milliardenprojekt für neue Stahlfabriken in Indien. Andererseits nahm HSBC die Beobachtung der Aktie mit "Overweight" und einem Kursziel von 46,00 Dollar auf. Der Konzern werde seine Produktion wegen seiner internationalen Präsenz und der hohen Abhängigkeit von der kurzfristigen Stahlpreisentwicklung deutlich schneller und stärker ausweiten können, als bisher vom Markt erwartet, schrieb Analyst Thorsten Zimmermann in einer Sektorstudie.

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