Internationaler Aktienhandel
Wieder ein schwarzer Tag an der Züricher Börse

Die internationalen Aktienmärkte spielen weiter verrückt, und die Schweizer Börse zieht dabei voll mit.

dpa-afx ZÜRICH. Die internationalen Aktienmärkte spielen weiter verrückt, und die Schweizer Börse zieht dabei voll mit. Nach den massiven Verlusten der Vortage und katastrophalen Vorgaben aus den USA und Asien hat der hiesige Markt bereits am Morgen tiefrot eröffnet und sich den ganzen Tag kaum mehr davon erholt. Zum Schluss ergab sich ein Minus im SMI von fast acht Prozent, in der Woche waren es gegen 18 Prozent. Zum Teil seien alle Dämme gebrochen und es habe richtiggehend Panik geherrscht, hieß es in Handelskreisen. Nichts mehr habe die Verkäufer davor zurückhalten können, ihre Papiere im großen Stil abzustoßen.

Dabei fielen nicht nur meisten die Finanztitel in Tiefen, die bis vor kurzem kaum für möglich gehalten wurden, sondern auch Aktien von solide Unternehmen wie etwa Nestle, Novartis oder Roche kamen unter die Räder. Der Ausverkauf habe vor fast keinem Titel Halt gemacht, meinte ein Händler. Am stärksten getroffen hat es dabei die Titel von Nobel Biocare, die nach einer Gewinnwarnung phasenweise gegen 40% verloren!

Ganz wild an den Börsen wurde es am Nachmittag, als die US-Märkte eröffneten. Innerhalb von wenigen Minuten verlor der Dow Jones rund 700 Punkte, und eine weitere halbe Stunde Später notierte der wichtigste US-Index wieder kurz im Plus. Diese Bewegung machte dann auch der hiesige Markt mit, wenn auch nicht in diesem Ausmaß. Allerdings büßten die Märkte gegen Handelsschluss wieder deutlich an Terrain ein. So oder so: Solche Volatilitäten, wie sie jetzt herrschen, habe man noch nie gesehen, hieß es bei langjährigen Börsenbeobachtern.

Wie es weitergeht beziehungsweise wann die Märkte den Kursverfall stoppen, weiß niemand. Am Wochenende finden jedenfalls Treffen ranghoher Politiker verschiedener Staaten statt. Marktkreise erhoffen sich dabei, dass weitere Rettungsaktionen für die angeschlagenen Finanzmärkte beschlossen werden. Allerdings fragt man sich, was denn noch beschlossen werden könnte, nachdem bis jetzt alle Maßnahmen den Kurszerfall nicht haben stoppen können.

Das Blue Chips Barometer SMI verlor zum Schluss 451,62 Punkte beziehungsweise 7,79 Prozent auf den Stand von 5 347,22 Punkte (Tagestief bei 5 266), im Wochenvergleich ist das Minus sage und schreibe 17,7 Prozent. Der wichtigste Schweizer Aktienindex ist damit auf einen Stand gefallen, der zuletzt in der zweiten Jahreshälfte 2004 erreicht worden war. Der gekappte, 30 Titel umfassende SLI büßte heute 7,24 Prozent auf 915,46 Punkte ein, der breite Swiss Performance Index (SPI ) 7,25% auf 4"487,20.

Größter Verlierer war heute mit einem Minus von 26,3 Prozent auf 21,38 Franken Nobel Biocare . Der Medtechkonzern hat gestern nach Börsenschluss eine erneute Gewinnwarnung ausgesprochen, was im gegenwärtigen Börsenumfeld halt in einem Blutbad geendet habe, wie es ein Händler ausdrückte.

Daneben traf es vor allem die Aktien der Credit Suisse erneut massiv. Sie verloren, ohne spezifische News, heute 16,2 Prozent auf noch 34,26 Franken, in Wochenvergleich ist das Minus 40,3%! Aber auch die Versicherer Swiss Life und Swiss Re (je-12,5 Prozent) mussten böse Einbußen hinnehmen. 11,6 Prozent auf 129,80 Franken verloren auch OC Oerlikon; hier gebe es Gerüchte, dass der Großaktionär Viktor Vekselberg im großen Stil verkaufen müsse, hieß es. Vor nicht allzu langer Zeit notierte der Titel bei gegen 800 Franken. Deutlich über zehn Prozent verloren auch ZFS (-11,5 Prozent auf 208,90 Franken). Fast schon gut hielten sich in diesem Umfeld UBS (-8,2 Prozent auf 17,00 Franken).

Die "defensiven" Titel litten ebenfalls markant, Novartis büßten 9,4 Prozent ein, Nestle 6,7 Prozent und Roche 4,0 Prozent. Gewinner im SMI/SLI gab es für einmal keine, nur geringe Verluste erlitten allerdings SGS (-0,1 Prozent), Geberit (-0,2 Prozent) und Lonza (-1,8 Prozent ).

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