Internationaler Aktienhandel
Wiener Börse: Neue Ängste vor Finanzkrise

Die Wiener Börse hat ihre Talfahrt am Montag beschleunigt. Der ATX fiel um 231,42 Punkte oder 8,22 Prozent auf 2 585,13 Einheiten und damit auf den tiefsten Stand seit Anfang 2005. Der Wiener Aktienindex schrammte damit erneut an einem historischen Minus vorbei.

dpa-afx/apa WIEN. Die Wiener Börse hat ihre Talfahrt am Montag beschleunigt. Der ATX fiel um 231,42 Punkte oder 8,22 Prozent auf 2 585,13 Einheiten und damit auf den tiefsten Stand seit Anfang 2005. Der Wiener Aktienindex schrammte damit erneut an einem historischen Minus vorbei. Den bisher größten Tagesverlust von 8,33 Prozent gab es am 28. Oktober 1997. Die tatsächliche Entwicklung des ATX lag rund 105 Punkte unter der heutigen Händlerprognose im APA-Konsensus von 2 690 Punkten.

Angesichts neuer Hiobsbotschaften aus dem Finanzsektor gaben die Börsen zu Wochenbeginn weltweit stark nach. Die internationalen Kraftakte für eine Rettung der angeschlagenen Banken in den USA und Europa konnten die Krisenstimmung an den Börsen nicht vertreiben. Aktienhändlern zufolge haben die Maßnahmen an der Nervosität der Märkte wenig geändert. Die weltweiten Rettungsmaßnahmen dürften an den Börsen als Indiz für eine Zuspitzung der Krise gewertet werden, meinte ein Aktienhändler in Wien.

Kräftig nach unten ging es Montag angesichts der Finanzkrise erneut mit den Bankschwergewichten. Erste Group büßten 14,73 Prozent auf 32,82 Euro ein. Raiffeisen International verloren 14,30 Prozent auf 45,25 Euro. Auch andere ATX-Schwergewichte ließen stark nach. So verloren Voestalpine 11,48 Prozent auf 17,74 Euro. OMV konnten sich hingegen bis Handelsende knapp ins Plus vorarbeiten und schlossen 0,47 Prozent fester bei 28,08 Euro.

Kräftig nach unten ging es am Montag mit Strabag. Die Aktie fiel um 14,37 Prozent auf 21,28 Euro und damit auf den tiefsten Stand seit dem Börsengang im Vorjahr. Händlern zufolge dürfte die Aktie angesichts der gestiegenen Risikoaversion der Investoren unter dem Russland-Engagement leiden.

Die Meldung über den Ausstieg des Strabag-Investors Oleg Deripaska beim Autozulieferer Magna hatte zudem Händlern zufolge Spekulationen über einen möglichen Strabag-Ausstieg geschürt. Die Holding-Gesellschaft Basic Element des russischen Milliardär Deripaska will zwar nach Angaben von Montag auch in Zukunft Kernaktionär der Strabag bleiben. In Marktkreisen wird ein möglicher Ausstieg angesichts des fallenden Strabag-Kurses aber weiter für möglich gehalten.

Starke Verluste sahen am Montag auch einige Immobilienwerte. So fielen Immofinanz Immobilien Anl. um 20,08 Prozent auf 1,95 Euro. Immoeast Immobilien Anlagen verloren 19,91 Prozent auf 1,81 Euro. Der Vorstandsvorsitzende von Immofinanz und Immoeast, Karl Petrikovics, ist laut einer Meldung von Montag ab sofort zurückgetreten und aus den Vorständen der beiden Gesellschaften ausgeschieden.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%