Internationaler Aktienhandel
Züricher Börse geht die Puste aus

Die Schweizer Börse hat die Sitzung vom Dienstag leicht im Plus beendet. Nach einem schwachen Start zogen die Kurse deutlich an, am Nachmittag drehten sie wieder und verloren einen Großteil ihrer Gewinne. Ende schloss das Blue-Chips-Barometer SMI noch 0,21 Prozent im Plus bei 5 321,31 Punkten.

dpa-afx ZÜRICH. Der 30 Titel umfassende, gekappte Swiss Leader Index (SLI ) büßte dagegen 0,05 Prozent auf 792,28 Punkte ein, der SPI gewann 0,25 Prozent auf 4 581,82 Punkte. Im Fokus waren praktisch den ganzen Tag die Papiere der Großbank UBS . Sie profitieren von Spekulationen, der Steuerstreit zwischen den USA und der Schweiz könnte bald gelöst werden. Die "New York Times" hatte unter Berufung auf einen Beamten berichtet, die US-Steuerbehörde IRS könnte die Klage gegen die Großbank unter gewissen Bedingungen fallen lassen.

Am Nachmittag dementierte das US-Justizdepartment solche Spekulationen, so dass die UBS-Aktie einen Teil der Gewinne wieder einbüßte. Zum Schluss lag die Aktie noch 2,1 Prozent im Plus. Die anderen Banken entwickelten sich unterschiedlich: Während Julius Bär (+0,9%) zulegten, gehörten CS (-1,8%) zu den größten Verlierern.

Basis für die phasenweise deutlich steigenden Kurse bildeten laut Händlern aber vor allem die Indexschwergewichte Nestle (+1,3%), Novartis (+0,7%) und Roche Holding (+0,6%). Sie waren für einen Großteil der SMI-Gewinne am Nachmittag verantwortlich, büßten aber auch wieder etwas ein.

Zu den größten Gewinnern am Dienstagmittag gehören auch Adecco (+1,1%), die gestern allerdings nach einer Herabstufung durch Bank of America/Merrill Lynch 4,6 Prozent verloren hatten.

Swisscom (+0,7%) konnten von einer positiven Studie der Citigroup zum Telekommunikationssektor profitieren, so Marktbeobachter. Das Unternehmen hat zudem eine kleinere Akquisition der Tochter IT Services bekannt gegeben.

Swiss Life war mit einem Minus von 5,1 Prozent mit Abstand größter Verlierer unter den 30 Top-Werten. Hier sei vor allem die Herabstufung durch die UBS auf "Sell" von "Neutral" eine Belastung, hieß es. Im Rahmen einer Studie über mittelgrosse Schweizer Versicherer bezeichnet der zuständige Analyst die Bilanz des Schweizer Marktführers bei den Kollektivversicherungen als noch immer schwach. Zudem erachtet er das Geschäft mit der Kollektivversicherung im derzeitigen Marktumfeld mit tiefen Zinsen als unattraktiv. Swiss Re (-2,3%) und ZFS (-1,3%) büßten ebenfalls Terrain ein, während Baloise (+0,4%) wegen positiver UBS-Kommentare gesucht waren.

Swatch (-2,2%) und Richemont (-2,3%) waren nach dem stärker als erwartet ausgefallenen Rückgang der Uhrenexporte im Mai ebenfalls unter den größten Verlierern zu finden.

Im breiten Markt hat Gavazzi (+10,9) den Abschluss des Geschäftsjahres 2008/09 vorgelegt und dabei die Erwartungen übertroffen. Starke Gewinne erlebten auch Accu (+7,8%), LO Holding (+5,6%) oder Escor (+5,0%), während BfW Liegenschaften 9,5%, BC Jura (-7,3%) und Schmolz+Bickenbach (-6,9%) Verluste einfuhren.

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