Investitionen steigen: Niedrigzins treibt Investoren an

Investitionen steigen
Niedrigzins treibt Investoren an

Das Investitionsvolumen in Deutschland taxiert auf dem höchstem Stand seit 2008: Firmen investierten 2014 rund 40 Prozent mehr. Die Beteiligungslobby fordern dennoch ein besseres Umfeld für Venture-Capital-Market.
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BerlinDie Finanzinvestoren in Deutschland haben im vergangenen Jahr so viel Geld in Firmen gesteckt wie seit Ausbruch der Wirtschaftskrise 2008 nicht mehr. Gut sieben Milliarden Euro und damit 40 Prozent mehr als im Vorjahr investierten sie in Unternehmen, wie der Bundesverband Deutscher Kapitalbeteiligungsgesellschaften (BVK) am Montag mitteilte.

Profitieren konnten die Investoren demnach von starken Unternehmensergebnissen, optimistischen Geschäftsaussichten und günstigen Finanzierungsbedingungen wegen der niedrigen Zinsen. Für 2015 peilt die Branche ein Plus von rund zehn Prozent an. „Wir erwarten eine leichte Steigerung, aber keine Explosion“, sagte BVK-Co-Chef Wilken von Hodenberg in Berlin.

Die Gelder flossen im vorigen Jahr vor allem in kleine und mittelständische Firmen. Zu dem kräftigen Investitionsplus trugen auch einige größere Transaktionen bei - etwa die Deals rund um die Online-Anzeigenplattform Scout24, den Brandschutz-Hersteller Minimax oder den Industrieverpackungshersteller Mauser. Mehr als drei Viertel der Investitionen entfielen auf Übernahmen oder Mehrheitsbeteiligungen (Buy-Outs). Hier gab es ein Plus von 43 Prozent zum Vorjahr.

Die Gründungsfinanzierungen sanken hingegen um rund zehn Prozent auf 650 Millionen Euro. Die mit Wagniskapital unterstützten 712 Firmen machten mehr als die Hälfte aller im Jahr 2014 finanzierten Unternehmen aus. Hier fordert die Branche mehr Unterstützung durch die Politik. „Das von der Großen Koalition angekündigte Venture-Capital-Gesetz sollte endlich in Angriff genommen werden“, sagte BVK-Co-Chef Peter Güllmann.

Der vom BVK im Januar vorgestellte Entwurf würde mehr Kapital mobilisieren, ausländische Investoren anlocken, und damit den Markt ankurbeln. Der Entwurf sehe zwar im Kern Steuererleichterungen vor, damit sollten aber die Rahmenbedingungen dem internationalen Standard angepasst werden, betonte Güllmann. „Wir wollen gleiche Chancen in Europa.“ Hodenberg ergänzte, Deutschland gehöre hier nicht zur Spitzenklasse, sondern sei bestenfalls im Mittelfeld. „Mit den Garagengründern in Deutschland sollte mehr passieren.“

Nach den jüngsten Börsengängen von Zalando und Rocket Internet setzt der BVK darauf, dass künftig auch andere Firmen diesen Schritt wagen. „2015 und 2016 werden intensive Exit-Jahre“, sagte Hodenberg. Insgesamt hinken deutsche Finanzinvestoren nach Ansicht des Lobby-Verbands im internationalen Vergleich hinterher und konzentrieren sich vor allem auf den heimischen Mittelstand.

Bei ganz großen Deals - auch in Europa - mischen sie kaum mit. Hier sei vor allem die Konkurrenz aus dem angelsächsischen Raum wie KKR oder Carlyle stark. „Es gibt in Deutschland keinen einzigen Fonds, der paneuropäisch ist“, sagte Hodenberg.

Die größten von deutschen Beteiligungsfirmen verwalteten Fonds, die Investorengelder einsammelten, hätten nur ein geringes Volumen von rund 700 Millionen Euro. Zum Vergleich: Scout24 und Minimax wechselten jeweils für knapp 1,4 Milliarden Euro den Besitzer.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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