Investoren waren zu ängstlich
US-Börsen: Intel macht noch keinen Sommer

Gewinnmitnahmen haben am Freitag die zuvor erzielten Kurssteigerungen an der Wall Street wieder aufgezehrt. .

Reuters NEW YORK. Eine überraschende Anhebung der Umsatzprognose des weltgrößten Chipherstellers Intel hatte zunächst die Hoffnungen der Anleger auf eine Konjunkturerholung in den USA gestärkt und den US-Börsen überwiegend zu Kursgewinnen verholfen. Dies gingen zwar verloren, dennoch markierten alle drei wichtigen Börsenindizes der Wall Street den zweiten Wochengewinn in Folge.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verließ den Markt 0,79 Prozent niedriger mit rund 9348 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab 1,02 Prozent auf etwa 993 Zähler nach und der Index der Technologiebörse Nasdaq um 0,69 Prozent auf rund 1765 Punkte ab.

Intel hatte vor Handelsbeginn seine Umsatzprognose für das laufende dritte Geschäftsquartal auf 7,3 bis 7,8 Milliarden Dollar nach oben gesetzt. Die bisherige Prognose lautete auf 6,9 bis 7,5 Milliarden Dollar. Intel-Aktien schnellten zunächst um mehr als neun Prozent auf den höchsten Kurs seit Juni 2002 in die Höhe und notierten zuletzt mit 27,39 Dollar um knapp 3,8 Prozent höher. Die Prognose-Anhebung hatte auch europäische Technologiewerte beflügelt.

„Die Anleger haben die gesamten Intel-Nachrichten bereits voll eingepreist. Es läuft immer wieder darauf hinaus: Eine Aktie macht noch keinen Markt“, sagte ein S&P-Händler. „Der Markt ist etwas ermüdet nach den kräftigen Kurssteigerungen. Die Anleger haben die starke Eröffnung genutzt, etwas Geld aus den Aktien zu ziehen“, sagte Jon Brorson von Neuberger Berman. Anderen Marktteilnehmern zufolge kam die Trendwende am Markt nicht überraschend angesichts der kräftigen Kursgewinne im frühen Geschäft. „Als Folge der kräftigen Kurssteigerungen im Wochenverlauf gibt es einige Gewinnmitnahmen“, sagte auch Michael Palazzi von S.G. Cowen. Zwar hätten einige gute Ergebnisse von Einzelhandelswerten wie Nordstorm etwas Unterstützung geliefert, doch nähmen die Investoren weiterhin ängstlich Gewinne mit.

Händlern zufolge richtet sich die Aufmerksamkeit der Investoren angesichts fehlender neuer Konjunkturindikatoren fast ausschließlich auf den Unternehmenssektor. Die an der NYSE meistgehandelten Aktien des Pharmakonzerns Schering-Plough sackten um gut 9,2 Prozent auf 14,96 Dollar ab. Das Unternehmen hatte zuvor seine Quartalsdividende um 68 Prozent reduziert. Zudem hatte es angesichts knapper Barmittel den Abbau von 1000 Arbeitsplätzen und die Aufhebung einiger Sonderleistungen für Manager angekündigt.

Die Aufmerksamkeit der Investoren lenkte zudem Rayovac mit der Ankündigung auf sich, den US-Marktführer für Elektrorasierer, Remington Products Co LLC, für 165 Mill. Dollar zuzüglich der Verbindlichkeiten zu kaufen. Rayovac-Aktien gewannen daraufhin knapp 4,8 Prozent auf 14,25 Dollar.

Ein 18-Monats-Hoch erklommen die Titel des US-Softwareherstellers Novell Inc, der am Vorabend berichtet hatte, im dritten Quartal einen geringeren Verlust erwirtschaftet zu haben. Zudem wurde ein Kostensenkungsprogramm eingeleitet. Der Kurs der Papiere schnellte um fast 16 Prozent auf 4,37 Dollar in die Höhe.

Dagegen verloren die Aktien des Bekleidungseinzelhändlers Gap trotz eines besseren Quartalsergebnisses um knapp 2,2 Prozent auf 19,22 Dollar.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,31 Mrd. Aktien den Besitzer. 1017 Werte legten zu, 2235 gaben nach und 166 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,69 Mrd. Aktien 1064 Titel im Plus, 2109 im Minus und zwei unverändert.

An den US-Kreditmärkten gewannen die zehnjährigen Staatsanleihen 4/32 auf 98-11/32 Punkte. Sie rentierten mit 4,457 Prozent. Die 30-jährigen Bonds rückten um 9/32 auf 101-22/32 Zähler vor und rentierten auf diesem Niveau mit 5,257 Prozent.

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