Iran und der Atomdeal

Ölpreis erschüttert Finanzmärkte im Nahen Osten

Die Börsen in den arabischen Ländern liegen am Sonntag tief im Minus. Vor allem der anhaltende Verfall an den Rohstoffmärkten drückt auf die Kurse. Doch ein Land legt gegen den Trend zu.
Die Öl-Lagerbestände nehmen weiter zu. Quelle: dpa
Fass um Fass um Fass

Die Öl-Lagerbestände nehmen weiter zu.

(Foto: dpa)

KölnDer saudische Aktienmarkt ist am Sonntag zum Handelsbeginn kräftig gestürzt. In den ersten Handelsminuten sackte der wichtigste Index Tadawul um sieben Prozent ab. Anders als in westlichen Ländern, ist in Saudi-Arabien wie in vielen Ländern des Nahen Ostens der Sonntag ein gewöhnlicher Handelstag.

Die Börse ist in dem muslimischen Land aber freitags geschlossen. Daher hatte die Börse den weltweiten Kursrückgang von Freitag noch nicht mitgemacht, als etwa der amerikanische Dow-Jones-Index 2,4 Prozent auf unter 16000 Punkte nachgegeben hatte. Zum Ende der Woche war der Ölpreis zeitweise auf unter 29 Dollar gefallen, so tief wie nie in den vergangenen zwölf Jahren.

Da der saudi-arabische Staatshaushalt sehr vom Ölmarkt abhängig ist, steht die Börse des Landes seit Monaten unter Druck. Der Tadawul notiert am Sonntag zeitweise bei 5433 Punkten und damit mehr als ein Drittel niedriger als zum selben Zeitpunkt des Vorjahrs. Erst im vergangenen Jahr war der Aktienhandel für ausländische Großinvestoren geöffnet worden, Kleinanleger aus anderen Staaten haben meist keinen Zugang zum Markt.

Doch auch der Zufluss von zusätzlichem Anlagekapital hält den Preisrutsch nicht auf. Deutlich mehr als fünf Prozent geht es am Sonntag auch an den Börsen in Abu Dhabi, Katar und Dubai abwärts. Der Bloomberg GCC 200 Index, der die wichtigsten Großunternehmen der Region umfasst, liegt fast sechs Prozent im Minus. Seit Jahresbeginn hat das Barometer damit um ein Sechstel an Wert verloren.

Der iranische Aktienmarkt kann sich am Sonntag diesem Trend entziehen. Der dortige Leitindex Tedpix liegt vormittags knapp ein Prozent im Plus bei fast 66.000 Punkten. Die internationale Atomenergiebehörde hatte am Wochenende dem Land attestiert, allen Verpflichtungen beim Abbau des Atomprogramms des Landes nachgekommen zu sein. US-Sanktionen gegen Iran wurden unmittelbar danach aufgehoben.

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