Japanische Aktien: Anleger in Asien hoffen auf Währungsverfall

Japanische Aktien
Anleger in Asien hoffen auf Währungsverfall

Investoren an der Börse in Tokio hoffen auf eine lockere Geldpolitik. Das könnte den Yen weiter schwächer und die Aktien der Exporteure in die Höhe treiben.
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TokioAn den asiatischen Aktienmärkten haben die Kurse nach dem Beginn der Berichtssaison am Mittwoch wieder zugelegt. Die Aussicht auf weitere Konjunkturhilfen der japanischen Notenbank habe den Yen gedrückt und die Stimmung am Markt wieder aufgehellt, sagten Händler.

Mehrere Insider sagten der Nachrichtenagentur Reuters, die Bank von Japan wolle bei ihrer nächsten Sitzung am 21. und 22. Januar ihr Inflationsziel auf zwei Prozent verdoppeln. Zugleich seien weitere Anleihe-Käufe und eine höhere Kreditvergabe geplant.

Die Folge: Der Yen stoppte nach dem Bericht seine jüngste Aufwärtsbewegung und gab zum Dollar wieder nach, wovon vor allem Exportwerte profitierten. Seit mehr als zwei Jahren fällt die Landeswährung bereits.

Für ein Aufatmen bei Investoren sorgte auch die Rückkehr des US-Aluminiumriesen Alcoa in die schwarzen Zahlen dank kräftiger Einsparungen. Als erstes Schwergewicht eröffnete der für viele Schlüsselindustrien wichtige Aluminiumlieferant traditionell die Berichtssaison und lag mit den nach Börsenschluss vorgelegten Zahlen im Rahmen der Erwartungen.

Analysten rechnen in den USA überwiegend mit einem Anstieg der Unternehmensergebnisse im Vergleich zum dritten Quartal. Allerdings sind die Prognosen deutlich verhaltener als noch vor drei Monaten.

In Tokio legte der 225 Werte umfassende Leitindex Nikkei um knapp 0,7 Prozent auf 10.578 Punkte zu. Der MSCI-Index für asiatische Aktien außerhalb Japans lag 0,3 Prozent im Plus. An den Börsen in Shanghai und Seoul gaben die Kurse allerdings nach.

"Es liegt alles eindeutig an der Währung", begründete Analyst Kenichi Hirano von Tachibana Securities die Kursgewinne in Tokio. Zu den größten Profiteuren des nachgebenden Yen gehören die Exportunternehmen, weil deren Produkte sich im Ausland verbilligen. So kletterten die Aktien der Autobauer Toyota und Honda um jeweils rund 1,6 Prozent. Der Kurs des Kamera-Herstellers Nikon legte rund ein Prozent zu.

Ein Kursrückgang beim Yen hat der Tokioter Börse am Mittwoch Auftrieb verliehen. Der Yen gab zum Dollar zwar nur 0,3 Prozent nach. Doch wichtiger war: Die Währung knüpfte damit an ihren mehr als zweijährigen Abwärtstrend zum Dollar wieder an. Vor allem Exportwerte profitierten davon, dass die Landeswährung ihren jüngsten Aufwärtstrend stoppte und zum Dollar wieder nachgab.

"Wenn der der Dollar auf 90 Yen steigt, wird das die Einnahmen der Unternehmen erhöhen", sagte Fumio Matsumoto von T&D Asset Management der Nachrichtenagentur Bloomberg in Tokio. "Der heutige Handelstag ist ein erstklassiges Beispiel dafür, wie hochsensibel japanische Aktien auf den Wert des Yen reagieren."

Furukawa-Sky Aluminum legte im 2,5 Prozent zu, nachdem der US-Aluminiumriese Alcoa bessere Zahlen als erwartet vorgelegt hatte. Alcoa gilt als Gradmesser für die Entwicklung der Industrie. Einsparungen haben den Aluminiumriesen Alcoa wieder zurück in die schwarzen Zahlen gebracht. Der Tritt auf die Kostenbremse machte die niedrigen Aluminiumpreise im vierten Quartal wett.

 
Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
Annika Reinert
Petrina Engelke
Handelsblatt Online / Freie Mitarbeiterin

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  • Zitat:#
    "Seit mehr als 2 Jahren fällt die Landeswährung bereits."
    Fehler - bitte korrigieren:
    EUR/YEN und USD/Yen fallen bereits seit zwei Jahren, der Yen aber als Währung steigt im Wert !

  • Liebe Frau Merkel,
    Wegen der von der deutsch-französischen Achse entworfen und den anderen Mitgliedern diktierte EU- und Euroverträge, war der Euro von Anfang an zum Scheitern verurteilt.
    Diese Verträge haben in keiner Weise die Grundunterschiede der einzelnen EU-Länder berücksichtigt, und zwar mit Absicht . Dadurch war es leichtes Spiel, vor allem für Deutschland aber auch im geringeren Maßen für Frankreich, die schwächere EU-Länder über den Export und den Leistungsbilanzüberschuss auszusaugen. Die Gewinne die dadurch, vor allem deutsche Firmen, in diesen Länder erzielt haben wurden meistens nicht in diesen Länder reinvestiert sonder in Nichteuro-Länder, daher die hohe Arbeitslosigkeit, Leistungsbilanzdefizite und auch z.T. Die Haushaltsdefizite in den schwächeren Euro-Ländern, da die Steuereinnahme auf Löhne und Körperschaftsteuer größtenteils ausgefallen sind.
    Durch ein EU-Finanzministerium (ähnlich dem Bundesfinanzministerium in Deutschland) hätte man diesen Konstruktionsfehler abfedern können.
    Dies wurde aber absichtlich unterlassen, wir stehen jetzt vor den Scherben des Konstruktes EU und Währungsunion. Der Zusammenbruch ist nur eine Frage der Zeit.
    Durch eine zweistufige MwSt., z.Bsp. 15% auf lokale Produkte und 25% auf Importprodukte, könnte versucht werden das zu retten was noch zu retten gibt. Dadurch würden Konzerne (auch chinesische, nicht nur deutsche) dazu motiviert in die Länder zu investieren in die sie traditionell exportieren. Dies würde sich positiv sowohl auf die Arbeitslosigkeit in diesen Ländern auswirken als auch auf deren Haushaltsdefizite.
    Sie würden so in die Geschichte eingehen und zwar als die Retterin und nicht als die Zerstörerin der EU
    Gruß aus de Abruzzen

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