Kämpfe in Pakistan belasten den Handel
Wall Street schließt mit kräftigen Abschlägen

Die amerikanischen Börsen haben sich mit deutlichen Kursrückgängen in das Wochenende verabschiedet. Weniger Unternehmens- oder Konjunkturmeldungen als die Nachrichten über Al Qaeda-Kämpfe in Pakistan beunruhigten die Anleger.

HB BERLIN. Die amerikanischen Finanzmärkte haben kräftig im Minus geschlossen. Der Standardwerte-Index Dow Jones lag nach der Schlussglocke bei 10186 Zählern. Das ist ein Minus von 1,1 Prozent. Der technologielastige Nasdaq Composite notierte zum Handelsende ebenfalls ein Minus von 1,1 Prozent und schloss bei 1940 Punkten. Der S&P 500 verlor ebenfalls 1,1 Prozent auf 1109,74 Zähler. Fundamentale Unternehmensnachrichten blieben am Freitag weit gehend aus. Die Anleger zeigten sich aber besorgt über die Entwicklung in Pakistan und die Kämpfe zwischen pakistanischen Soldaten, Al Qaeda-Soldaten und den Taliban.

Die Konjunkturmeldungen konnten den Märkten auch keinen Auftrieb geben: Die Herstellerpreise haben im Januar kräftiger angezogen als von Analysten erwartet. Vor allem Energiepreise waren im Januar mit einem Plus von fast fünf Prozent nach oben geschnellt.

Gewinner gab es nur wenige. Auf der Kaufliste der Anleger standen Eastman Kodak, die um ein halbes Prozent auf 25,69 Dollar zulegten. McDonald's drehten ins Plus und lagen zum Handelsende mit 28,10 Dollar 0,3 Prozent über Vortagesniveau.

Die Liste der Verlierer war am Freitagabend lang: Die Einzelhandelswerte sackten bis zum Handelsschluss unter Vortagesschluss. Home Depot und WalMart hatten im frühen Geschäft noch im Plus gelegen.

Auch die Finanzmärkte gaben nach: American Express verzeichneten ein Minus von einem Prozent und schlossen bei 51,08 Dollar. JP Morgan Chase und Citigroup rutschten ab und gingen mit einem Minus von mehr als 1,5 Prozent aus dem Handel. Die höchsten Verluste verbuchten United Technologies. Die Papiere gaben nach einer Herabstufung 2,8 Prozent auf 85,40 Dollar ab. Coca-Cola verloren ein halbes Prozent auf 48,76 Dollar. Am Freitag musste der Getränkekonzern sein vor kurzem auf dem britischen Markt eingeführtes Tafelwasser zurückrufen.

Unter den Technologiewerten gab es bis zum Abend kaum Veränderungen. Lucent verloren nach einer Heraufstufung 1,5 Prozent auf 3,98 Dollar. Die Aktien des Telekommunikationsausrüsters Ciena legten kräftig zu: Die Titel verzeichneten kurz nach Handelsbeginn ein Plus von mehr als fünf Prozent und verteuerten sich auf 5,06 Dollar. Hier ging ebenfalls eine Heraufstufung voran.

Coca-Cola ruft Mineralwasser zurück

Der Getränkekonzern Coca-Cola hat sein erst vor wenigen Tagen auf den britischen Markt gebrachtes Tafelwasser Dasani wieder zurückgerufen. Grund seien Spuren eines krebserregenden nicht-metallischen Salzes, das im Wasser gefunden wurde.

Nike verzeichnet Gewinnsprung

Der amerikanische Sportartikel-Hersteller Nike verzeichnete im dritten Geschäftsquartal einen rasanten Gewinnanstieg: Der Nettogewinn stieg um 60 Prozent auf 200 Millionen Dollar oder 74 Cent je Aktie. Das teilte das Unternehmen am Donnerstagabend (Ortszeit) am Firmensitz in Beaverton im US-Bundesstaat Oregon mit. Damit liegt das Ergebnis am oberen Ende der konzerneigenen Gewinnsschätzung, die Nike erst vor zehn Tagen nach oben revidiert hatte.

Microsoft will gegen EU-Bußgeld klagen

Microsoft will gegen das drohende EU-Bußgeld vor dem Europäischen Gerichtshof (EuGH) klagen. Das sagte Microsoft-Deutschlandchef Jürgen Gallmann am Donnerstagabend vor Journalisten auf der Computermesse Cebit in Hannover. Dem Softwarehersteller wird vorgeworfen, seine Marktmacht mit dem Betriebssystem Windows missbraucht zu haben. EU-Kommissar Monti will nach dem Scheitern der Gespräche am kommenden Mittwoch die Höhe des verhängten Bußgeldes bekannt geben. Medienberichten zufolge dürfte es rund 200 Millionen Euro betragen.

Herstellerpreise kräftiger gestiegen als erwartet

Die Herstellerpreise im Amerika sind kräftiger gestiegen als von Analysten erwartet. Der amerikanische Producer Price Index (PPI) lag im Januar bei 0,6 Prozent. Das teilte das private Wirtschaftsforschungsinstitut Conference Board am Freitag in Washington mit. Analysten hatten nur mit einem Preisanstieg von 0,4 Prozent gegenüber dem Vormonat gerechnet. Vor allem Energiepreise trieben den Index nach oben, hieß es. Energie verteuerte sich durchschnittlich um 4,7 Prozent.

Philipp Morris: Schadenersatzklagen chancenlos

Der zum Lebensmittelkonzern Altria gehörende US-Zigarettenhersteller Philip Morris räumt Schadenersatzklagen durch Dritte gegen das Unternehmen keine Chancen mehr ein. «Diese Art von Klage haben die Gerichte systematisch abgewiesen», sagte Chef-Justiziar William Ohlemeyer am Donnerstagabend (Ortszeit) in New York. Zuvor hatte das Oberste Gericht des Bundesstaats Mississippi die Berufung gegen ein Urteil von 2001 zurückgewiesen.

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