Karstadt- und Thyssen-Krupp-Titel gesucht
Dem Dax geht am Ende die Puste aus

Der Euro ist kräftig gestiegen, der Ölpreis auch - das hat sich am Ende auch negativ auf den Dax ausgewirkt. Kräftige Kursgewinne verzeichneten die Aktien von Thyssen-Krupp und die Titel von Karstadt-Quelle.

HB FRANKFURT. Der Dax beendete den elektronischen Handel auf Xetra mit einem Minus von 0,4 % auf 4 213,69 Punkten. Im späten Parketthandel konnte er sein Verluste begrenzen. Der L- Dax schloss mit 4 221,46 Punkten.Händler machten für die Kursverluste in der letzten Handelsstunde vor Börsenschluss vor allem den wieder anziehenden Ölpreis verantwortlich. Der Terminkontrakt auf leichtes US-Öl verteuerte sich um über zwei Dollar auf knapp 44 Dollar. Die US-Börsen lagen zum Handelsschluss in Deutschland 0,2 % im Minus.

Der L-TecDax dämmte ebenfalls seine Verluste im späten Handel ein und schloss bei 509,07 Punkten. Im elektronischen Handel war der Technologie-Index um 0,41 Prozent auf 508,63 Punkte gefallen. Der L-MDax, der Index der mittelgroßen Werte, gab hingegen einen kleinen Teil seiner Gewinne ab und schloss mit 5 312,27 Zählern. Im Xetra-Geschäft hatte er um 0,30 Prozent auf 5 315,43 Punkte zugelegt.

Der Dax hatte über weite Strecken des Tages um seinen Schlusskurs vom Vortag gependelt. Angesichts nur weniger Unternehmensnachrichten sprachen Börsianer von einem leblosen Geschäft. „Von der Fed-Sitzung gab es nichts Überraschendes. Sowohl die Zinserhöhung als auch die Kommentare kamen wie erwartet, daher fällt die Reaktion an den Märkten auch eher verhalten aus“, kommentierte ein Händler die Anhebung des US-Leitzinses um 25 Basispunkte auf 2,25 %. Damit wird die Kreditaufnahme für Verbraucher und Unternehmen in den USA teurer.

Auch ein überraschend deutlicher Rückgang der Netto-Kapitalzuflüsse in die USA im Oktober auf 48,1 Mrd. Dollar - und damit auf das niedrigste Niveau seit Oktober 2003 - drückte den Index nur kurz. Der Euro legte nach den Daten auf über 1,34 Dollar zu. Zur Finanzierung ihres enormen Leistungsbilanzdefizits sind die USA auf ausländisches Kapital angewiesen. Sorgen vor einem Ausbleiben dieser Kapitalströme hatten den Dollar in den vergangenen Monaten unter Druck gesetzt.

Die Anleger honorierten den Verkauf der Wohnimmobilien-Gruppe von ThyssenKrupp mit Aktienkäufen. Die Titel des Industriekonzerns verteuerten sich um knapp zwei Prozent auf rund 16 €. „Als schlimmster Fall wurden 1,5 Mrd. € veranschlagt, am Markt erwartet wurden zwei Milliarden, dass es nun 2,1 Mrd. € geworden sind, ist natürlich positiv zu sehen“, sagte ein Händler.

Kursabschläge von 0,9 % auf 119,67 € verbuchten hingegen die Papiere von Adidas-Salomon. Händler führten den Kursrückgang auf die voraussichtlich nach Börsenschluss in Aktien wandelbare Anleihe über 400 Mill. € zurück. Der Sportartikelhersteller rechnet indes nicht damit, „dass die Halter der Anleihe nun in nennenswertem Umfang ihre Papiere wandeln“. Die Halter seien in der Regel langfristig orientierte Investoren. Größter Dax-Verlierer waren angesichts anziehender Ölpreise die Aktien der Lufthansa mit einem Abschlag von 1,1 %.

Die Hoffnung auf ein gutes Weihnachtsgeschäft animierte die Anleger zum Kauf der Medion-Aktie. „Das Geschäft läuft besser als erwartet und macht uns Hoffnung auf kommendes Jahr“, sagte ein Medion-Sprecher. Die Aktien des Elektronikhändlers kletterten um 6,9 % auf 16,30 € und waren damit der größte Gewinner bei den Nebenwerten im MDax.

Nach einer Senkung der Umsatzprognose trennten sich die Anleger in großem Stil von ihren Dialog-Semiconductor-Aktien . Die im Technologieindex TecDax notierten Titel des Chipentwicklers brachen um 25 % auf 1,71 € ein.

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