Kaufimpulse fehlten
US-Börsen schließen im Minus

Technologie- und Ölwerte pfui, Tabak-Aktien hui - unter dem Strich bedeutete das bei geringen Umsätzen leichte Abschläge an der Wall Street. Insgesamt beschrieben Händler die Stimmung an der New Yorker Börse wegen der eskalierenden Rücktrittsforderungen für Richard Grasso, den Chef des weltgrößten Aktienmarktes, als nervös.

HB NEW YORK. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte verließ den Markt 0,23 % mit rund 9545 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index gab 0,33 % auf etwa 1025 Zähler ab. Der Index der Technologiebörse Nasdaq-Index lag 0,22 % im Minus bei rund 1883 Punkten.

Am Vortag hatten alle wichtigen Börsenindizes die höchsten Gewinne seit nahezu zwei Monaten verzeichnet, nachdem die US-Notenbank (Fed), ihren Leitzins mit 1,0 % unverändert auf dem niedrigsten Niveau seit 45 Jahren belasen hatte.

Händlern zufolge fielen die Kurse der Aktien von Ölgesellschaften unter dem Einfluss des deutlich schwächeren Ölpreises. Angesicht überraschend hoher Ölimporte der USA in der vergangenen Woche fiel der Preis für leichtes US-Öl mit 27 Dollar je Barrel (knapp 159 Liter) auf das niedrigste Niveau seit Anfang Mai 2003. Dämpfend auf die Stimmung der Anleger hätten sich zudem uneinheitliche Daten aus dem Wohnbausektor ausgewirkt, weil sie dem Konjunkturoptimismus der Anleger keine neue Nahrung geliefert hätten.

Noch stärkere Einbußen verhinderten nach Angaben von Marktteilnehmern kräftige Kursgewinne führender Tabakkonzerne. Die US-Börse habe hier von einem juristischen Erfolg des Zigarettenherstellers Philip Morris sowie dem angekündigten Sparprogramm des Konkurrenten R.J. Reynolds profitiert.

Die Kurse tendierten Händlern zufolge etwas niedriger, weil die Investoren angesichts nur weniger Unternehmens- und Konjunkturnachrichten nach den kräftigen Vortagesgewinnen keinen Grund zum Kaufen sahen. „Zum größten Teil bewegt sich der Markt seitwärts bei geringem Umsatz“, sagte Weston Boone vom Haus Legg Mason Wood Walker. Er gehe davon aus, dass sich daran zunächst nichts ändern werde, fügte er hinzu. Neil Massa vom Investmenthaus John Hancock Advisers in Boston erklärte: „Der Markt bewegt sich in engen Spannen. Die Investoren scheinen abzuwarten, weil wir uns der traditionellen Saison der Quartalsergebnisse nähern“.

Der Kurs der Altria-Aktien legte um 10,36 % auf 44,65 Dollar zu. Am Dienstag hatte die Tabak-Tochter Philip Morris vor Gericht einen wichtigen Erfolg errungen. Nach einem Urteil des Obersten Gerichtshofs des US-Bundesstaats Illinois muss Philip Morris nun eine deutlich geringere finanzielle Absicherung vorweisen als bislang gefordert, um Berufung gegen ein Schadenersatzurteil über mehr als zehn Mrd. Dollar einlegen zu können. Altria gehörten zu den am meisten gehandelten Aktien an der New Yorker Börse.

Auch die Papiere des Konkurrenten R.J. Reynolds verbuchten kräftige Kursgewinne. Sie sprangen um 13,66 % auf 38,86 Dollar, nachdem das Unternehmen die Streichung von 2600 Stellen - das entspricht 40 % der Belegschaft - sowie einen Kurswechsel in der Markenpolitik angekündigt hatte.

Auch die Papiere des weltgrößten Finanzkonzerns Citigroup waren gefragt, nachdem das Unternehmen am Vortag angekündigt hatte, der Wechsel an der Konzernspitze werde um drei Monate auf den 1. Oktober vorgezogen. Die Titel legten 0,54 % auf 44,94 Dollar zu.

Unterschiedliche Signale kamen aus dem Bausektor. So ging die Zahl der Wohnbaubeginne im August zum Vormonat wie von Analysten erwartet um 3,8 % zurück. Die Daten wurden am Markt mit Enttäuschung aufgenommen. So verlor der Aktienkurs des Baustoffherstellers Vulcan Materials 6,11 % auf 40,27 Dollar. Dennoch merkte Jay Suskind vom Investmenthaus Ryan Beck & Co an: „Die Wohnbauzahlen sehen noch immer gut aus. Ich glaube der Markt wird sich auf diesem Niveau für eine Weile einpendeln“.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,32 Mrd. Aktien den Besitzer. 1574 Werte legten zu, 1658 gaben nach und 185 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,9 Mrd. Aktien 1543 im Plus, 1613 im Minus und 13 unverändert.

An den US-Kreditmärkten gewannen die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel 26/32 auf 100-18/32 Punkte, womit sich eine Rendite von 4,177 % ergab. Die 30-jährigen Bonds legten 1-17/32 auf 104-3/32 Zähler zu. Die Rendite stellte sich auf 5,095 %.

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