Kauflaune durch Strom-Zusammenschluss
Gewinnmitnahmen schwächen Wall Street

An technischen Daten scheiterten deutliche Kursgewinne an der Wall Street. Trotz Großübernahme im Stromsektor, positiver Unternehmensnachrichten und einem kräftigen Rückgang des Ölpreises schlossen die Standardwerte kaum verändert.

NEW YORK. Gewinnmitnahmen zeigten nach deutlichen Kursgewinnen am Montag einer nach oben strebenden Wall Street ihre Grenzen. Die Technologiebörse Nasdaq rutschte belastet von den Aktien des Softwareunternehmens Symantec, die seit Ankündigung einer Großfusion kräftig unter Druck stehen, ins Minus.

Der Dow-Jones-Index beendete den Handel am Montag 0,1 Prozent im Plus bei 10.661,60 Zählern. Im Tagesverlauf schwankte er zwischen einem Tief von 10.652,07 und einem Hoch von 10.735,27 Punkten. Der breiter gefasste S&P-500-Index legte geringfügig zu auf knapp 1195 Zähler. Der Sammelindex der Nasdaq fiel um 0,3 Prozent auf knapp 2128 Punkte.

Den Aufwärtstrend bei den Standardwerten begründete Mike Driscoll von Bear Stearns mit den Ölpreisen: „Der Rückgang der Rohölpreise gilt als insgesamt gut für den Markt. Der Preis für ein Barrel (knapp 159 Liter) US-Leichtöl zur Lieferung im Februar sank um 15 Cent auf 45,63 Dollar. Ursache war Händlern zufolge eine Verbesserung der Wettervorhersagen für den Nordosten der USA. Ein Kälteeinbruch in der vergangenen Woche hatte Befürchtungen eines anziehenden Heizölverbrauchs geweckt. Das Barrel der führenden Nordseesorte Brent zur Lieferung im Februar verbilligte sich um 84 Cent auf 42,55 Dollar.

Dass die wichtigsten Indizes unter ihren Tageshöchstständen schlossen, begründeten Marktteilnehmer technisch. „Der Markt hat seine jüngsten Hochs getestet, konnte diese aber nicht überwinden“, sagte Todd Clark von Wells Fargo Securities. Dies habe teilweise Gewinnmitnahmen ausgelöst. Todd prognostizierte: „Vermutlich werden wir eine Phase der Konsolidierung sehen.“

Für Kauflaune sorgte die Nachricht einer sich anbahnenden Großfusion im US-Versorgungssektor. Der Atomstromkonzern Exelon wird für 13,2 Milliarden Dollar in Aktien den Versorger Public Service Enterprise Group (PSEG) übernehmen und dadurch zum größten Versorger des Landes heranwachsen. Exelon rechnet durch die Übernahme mit einem sofortigen Gewinnzuwachs. Die Transaktion könnte beiden Firmen zufolge bis Ende 2005 über die Bühne gehen. Einige Analysten befürchten allerdings, dass bis dahin noch kartellrechtliche Hürden zu überwinden sind. PSEG wird bei dem Geschäft mit 52,84 Dollar pro Aktie bewertet - ein Aufschlag von fast zwölf Prozent zum Schlusskurs vom Freitag. Am Montag legten die Papiere fast sieben Prozent auf 50,56 Dollar zu. Die Titel von Exelon verteuerten sich um 2,8 Prozent auf 43,05 Dollar.

Die Aktien von Pfizer gaben 5,7 Prozent auf 24,29 Dollar nach und setzten damit ihre Talfahrt vom Freitag fort. Vor dem Wochenende hatte der weltgrößte Pharmakonzern wegen eines erhöhten Herzinfarktrisikos die Versuche zur Krebsvorbeugung mit seinem Arthritis-Medikament Celebrex an Testpatienten gestoppt. Bereits am Freitag hatten die Anteilsscheine von Pfizer knapp elf Prozent verloren.

An der Nasdaq büßten die Papiere von Symantec 5,2 Prozent auf 24,04 Dollar ein. Nachdem das Unternehmen vergangene Woche erstmals seine Pläne zum Kauf von Veritas Software bekannt gegeben hatte, haben die Papiere bereits 27 Prozent verloren. Mit dem Kauf von Veritas für 13,5 Milliarden Dollar will Symantec zum weltweit viertgrößten Software-Unternehmen aufsteigen und mit jährlichen Umsätzen von rund fünf Milliarden Dollar zum direkten Konkurrenten für den Branchenprimus Microsoft wachsen.

An der New York Stock Exchange wechselten rund 1,4 Milliarden Aktien den Besitzer. 1640 Werte legten zu, 1678 gaben nach und 160 blieben unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von fast zwei Milliarden Aktien 1169 im Plus, 2001 im Minus und 121 unverändert.

An den US-Kreditmärkten gewannen die zehnjährigen Staatsanleihen im späten Handel 1/32 auf 100-13/32 Punkte und rentierten dabei mit 4,199 Prozent. Die 30-jährigen Bonds stiegen um 5/32 auf 108-7/32 Zähler und erzielten eine Rendite von 4,818 Prozent.

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