Kaum Investitionen
Infrastrukturmängel schwächen indische Indizes

Am maroden Verkehrsnetz in Indien scheint sich nichts zu ändern. Investitionen im Schienenbereich sind weiter unattraktiv – dass sie ausbleiben, hemmt die ganze Wirtschaft. Das zeigt auch der Blick auf die Indizes.
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FrankfurtDie Enttäuschung über vergleichsweise geringe staatliche Bahn-Investitionen haben dem Höhenflug des indischen Aktienmarktes am Dienstag ein vorläufiges Ende bereitet. Der breit gefasste Index NSE schloss 2,1 Prozent tiefer und verbuchte damit seinen größten Tagesverlust seit Anfang September 2013. Der Leitindex BSE gab zwei Prozent nach. Im Tagesverlauf hatten die beiden Börsenbarometer allerdings mit 7808,85 und 26.190,44 Punkten jeweils ein Rekordhoch markiert.

Durch den Investitionsstau ist das marode Schienennetz zu einem Hemmschuh für das Wirtschaftswachstum geworden. Indien veranschlagt für den Bahn-Haushalt 643,05 Milliarden Rupien (7,9 Milliarden Euro). Im Vergleich zum laufenden Jahr sei dies lediglich ein Plus von 8,2 Prozent, bemängelten Börsianer. Außerdem bezweifelten sie, dass sich private Investoren wie von der Regierung erhofft mit rund 60 Milliarden Rupien (738 Millionen Euro) an der Modernisierung des maroden Schienennetzes beteiligen. Dazu seien die Rahmenbedingungen nicht attraktiv genug.

Das Thema Bahn ist in Indien politisch brisant. Viele Regierungen haben die Modernisierung gescheut, weil sie die Ticket-Preise niedrig halten wollten. Das Land steckt jährlich etwa 300 Milliarden Rupien (3,7 Milliarden Euro) an Subventionen in die staatliche Bahn. Die Trennung des Bahn-Etats vom Staatshaushalt ist ein Relikt der britischen Kolonial-Herrschaft, als der Schienen-Transport eine der Haupteinnahme-Quellen für die öffentliche Hand war.

Die Enttäuschung über die Budget-Pläne sorgte für einen Ausverkauf bei Bahn-Werten: Texmaco brachen um 20 Prozent ein. Kalindee Rail, BEMK und Titagarh Wagons verloren jeweils fünf Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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