Krim-Krise
Sanktionen lassen russische Börsen taumeln

Der Abwärtstrend an der Moskauer Börse hält an: Der Leitindex rutscht ab und der Devisenmarkt schwächelt. Besonders ein russischer Gas-Produzent gehört zu den größten Verlierern am Markt.
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FrankfurtDie Verschärfung der westlichen Sanktionen gegen Russland hat die Moskauer Börse am Freitag deutlich ins Minus gedrückt. Der auf Dollar lautende RTS-Index notierte zeitweise 4,5 Prozent im Minus, der auf Rubel lautende Index MICEX verlor in der Spitze 3,8 Prozent. Auch am Devisenmarkt hinterließ die Furcht vor einer Sanktionsspirale, die die Wirtschaft des Landes lähmen könnte, Spuren. Ein Dollar stieg in der Spitze auf 36,52 Rubel und näherte sich damit wieder seinem am Montag erreichten Rekordhoch von 36,73 Rubel.

US-Präsident Barack Obama hatte am Donnerstag den Weg für Sanktionen gegen Kernbereiche der russischen Wirtschaft frei gemacht und weitere Visasperren gegen prominente Russen angekündigt. Oleg Shagov, Analyst bei der Promsvyazbank, sagte, Obama habe Pandoras Büchse geöffnet. Nun seien auch Sanktionen gegen ganze Bereiche der russischen Wirtschaft denkbar. Die Regierung in Moskau reagierte mit Strafmaßnahmen gegen die USA.

Die europäischen Staats- und Regierungschefs weiteten als Reaktion auf die angestrebte Eingliederung der ukrainischen Halbinsel Krim in die Russische Föderation ebenfalls Einreise- und Kontosperren aus.

Mit zu den größten Verlierern an der russischen Börse zählten die Aktien des russischen Gas-Produzenten Novatek, die sich um zwölf Prozent verbilligten. Das Unternehmen gehört unter anderem dem Putin-nahen Wirtschaftsmagnaten Gennadi Timtschenko, der von den USA mit Sanktionen belegt wurde. Die Aktien des größten russischen Finanzinstituts Sberbank gaben drei Prozent nach, Gazprom verloren 2,3 Prozent.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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