Krise schlägt wieder zu
Finanzbeben drückt US-Börsen kräftig ins Minus

Die Insolvenz der US-Investmentbank Lehman Brothers und der Notverkauf des Rivalen Merrill Lynch haben die Anleger an der Wall Street am Montag tief verunsichert. Vor allem Finanztitel verbuchten im Sog der Krise dramatische Verluste.

rtr NEW YORK. Börsianer spekulierten darüber, welches Unternehmen als nächstes zusammenbrechen könnte. Für große Beunruhigung sorgten Berichte, der Versicherungsriese AIG habe die US-Notenbank um eine Finanzspritze von 40 Mrd. Dollar gebeten. Die Aktien des Konzerns brachen um mehr als 67 Prozent ein. Viele Händler sahen die einzige Hoffnung in einer Zinssenkung der US-Notenbank Fed bei ihrer Sitzung am Dienstag.

Der Dow-Jones-Index der Standardwerte fiel bis zum Mittag um 2,8 Prozent auf 11 142 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 2,3 Prozent auf 1222 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq sank um 1,5 Prozent auf 2227 Punkte. Ein kräftiger Rückgang des Ölpreises auf deutlich unter 100 Dollar hielt die Verluste aber etwas in Grenzen.

Vor allem Logistikkonzerne wie FedEx mit einem Plus von 0,8 Prozent und Fluggesellschaften wie Delta Air Lines mit einem Aufschlag von rund einem Prozent konnten profitieren. Die Verschärfung der Finanzkrise belastete auch den deutschen Aktienmarkt. Nachdem die US-Anleger jedoch gelassener als die europäischen Investoren reagierten, konnte der deutsche Leitindex Dax seine Verluste eingrenzen und schloss mit einem Minus von 2,7 Prozent bei 6064 Punkten.

Die verzweifelten Rettungsversuche für die viertgrößte US-Investmentbank Lehman Brothers waren am Wochenende gescheitert. Das 158 Jahre alte Traditionshaus erklärte sich am Montag für zahlungsunfähig. Die Aktien des Instituts büßten vorbörslich noch einmal vier Fünftel ihres Wertes ein, zunächst fand an der Nyse noch kein Handel mit den Papieren statt.

Die Aktien des weltweit zweitgrößten Versicherers American International Group büßten wegen der Sorgen um die Finanzlage deutlich über die Hälfte an Wert ein und notierten zeitweise nur noch bei 3,50 Dollar. Auch viele andere Finanztitel verbuchten zweistellige Verluste, die Titel von Washington Mutual fielen um 20 Prozent. Citigroup gaben fast elf Prozent nach, obwohl das Institut angesichts der turbulenten Finanzmärkte noch einmal seine gute Ausstattung mit Kernkapital betonte.

Zu den größten Gewinnern gehörten dagegen die Titel von Merrill Lynch. Die Verkaufsvereinbarung mit der Bank of America bescherten den Aktien einen Freudensprung von 23 Prozent. Die Anleger der Bank of America waren weniger glücklich über die Vereinbarung, die Aktien gaben 16 Prozent ab.

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