Kurseinbrüche
Trübe Aussichten für den Dax

Die Angst vor weiteren Leitzinserhöhungen in den USA hat am Mittwoch die Aktienmärkte einbrechen lassen. Selbst wenn sich die Kurse in den kommenden Tagen erholen sollten, warnen Analysten vor zuviel Optimismus. Sie bringen gute Gründe für diese Meinung vor.

cü FRANKFURT. An der Weltleitbörse in New York sackte der Dow-Jones-Index um 214 Punkte oder fast 1,9 Prozent auf 11 205 Punkte. Am deutschen Markt sprachen Händler von einem Ausverkauf. Der Deutsche Aktienindex (Dax) stürzte um fast 200 Punkte oder 3,4 Prozent auf 5 653 Punkte ab. So viel hatte er an einem Tag zuletzt Anfang September 2002 verloren.

Die Aussichten für den deutschen Aktienmarkt haben sich seit Ende vergangener Woche Experten zufolge empfindlich eingetrübt. „Kurzfristig könnte es jetzt zwar zu einer Erholung kommen, mittelfristig ist der Dax aber angeschlagen“, betonte Marcus Metz, technischer Analyst bei Staud Research. Er geht davon aus, dass der Dax in den kommenden sechs Monaten bis auf 5 400 Punkte fällt.

Erst Anfang April hatte das wichtigste deutsche Börsenbarometer zum ersten Mal seit fast fünf Jahren die Marke von 6 000 Punkten überschritten. Analysten hatten schon damals Rückschläge erwartet. Seitdem haben die Ängste vor einer ansteigenden Inflation und weiteren Leitzinserhöhungen noch zugenommen. Ein Treiber dafür sind die deutlich gestiegenen Rohstoffpreise. „Investoren meiden zunehmend riskante Anlageklassen wie Aktien“, sagte Keith Wade, Chefvolkswirt bei der Fondsgesellschaft Schroders.

Grund für den Einbruch am Mittwoch waren Zinsspekulationen. Sie kamen auf, nachdem die US-Verbraucherpreise stärker als erwartet gestiegen waren. Sie legten in der Kernrate, also ohne die stark schwankungsanfälligen Energie- und Nahrungsmittelpreise, im April gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent zu – mehr als Volkswirte erwartet hatten. „Das erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass die US-Notenbank Fed die Zinsen weiter anheben wird und damit noch kein Ende der Zinserhöhungsphase in Sicht ist“, sagte Karsten Jürges, Aktienhändler bei der NordLB.

Die Fed hat die Leitzinsen seit Juni 2004 in 16 Schritten auf 5 Prozent angehoben. Im Dax sowie in ganz Europa und auch an der Wall Street verloren deshalb am Mittwoch zinsempfindliche Bankenwerte besonders.

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